In Moholt wurde eine Kochgemeinschaft ins Leben gerufen.
Diese Gemeinschaft wurde liebevoll „Put Luck“ genannt, später wurden Rechtschreib- und Sinnesfehler entdeckt und nun wissen wir nicht direkt, wie wir unser Kleinod nennen sollen.
Sinn der Sache ist jedenfalls:
Jeder kocht bei sich zu Hause (oder wenn er kein Zuhause hat, bei dem Gastgeber) ein Gericht, wenn möglich ausgefallen. Die Zusammensetzung der Kochgemeinschaft ist multikulturell und international (merkwürdigerweise können aber alle außer Hans, Sigurd und mir französisch), weswegen wir am ersten Abend so einiges aufgetischt bekamen.
Dazu gab es immer die gleiche Musik, denn Julien scheint nur über eine CD zu verfügen: den Soundtrack von „Die fabelhafte Welt der Amelié“, was aber gar nichts macht, denn es ist sehr passend.
Die Norweger und ihre Besucher haben es nach dem Essen so an sich, zu snusen. Was das wohl sein mag? Es ist die angeblich gesunde Alternative zum Rauchen. Ein Snus ist ein kleines Beutelchen mit Tabak, das man sich unter die Oberlippe schiebt und ziemlich bescheuert damit aussieht, besonders, wenn man lacht. Marina erzählt, dass man beim ersten Mal snusen meist einen Nikotinschock bekommt. Aha. Solche Snus kann man stundenlang im Mund lassen und verkneift sich so das ewige Rein- und Rausgerenne in raucherfreien Zonen. Ich beobachte die Menschen, die es immer und überall machen. Während der Vorlesung, nach dem Essen, beim Autofahren, auf Wanderungen, bei der Arbeit. Mich irritiert es, mich mit Snusern zu unterhalten. Ich möchte ihnen die ganze Zeit sagen, dass sie was zwischen den Zähnen haben. Und außerdem stinkt das zeug fürchterlich. Aber das alte Seemannskraut soll ja angeblich nicht so schädlich sein.

Ich beobachte Menschen jedenfalls lieber, wenn sie Rauchen und lasziv den Qualm in die Luft pusten.
Ein riesiger Haufen Abwasch steht an nach dem „Pot Luck“. Wir losen aus, wer das glückliche Abwaschteam ist und setzen uns genüsslich zurück, weil wir das Glück hatten, nicht gezogen zu werden.
Zum Nachtisch gibt es Vanilleeis und noch ofenwarme Brownies. Herrlich. Da geht man doch gerne mit vollem Bauch ins Bett. Und dann vergeht die Zeit auch schneller, bis endlich Donnerstag ist.
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