Dienstag, 6. Dezember 2011

Jul nærmer seg...!

Ja, Weihnachten rückt näher. Davon würde ich allerdings nicht so viel merken, wenn ich mich allein nach dem Wetter richtete. Das ist nämlich nach wie vor herbstlich. Es Temperaturen, die konstant um 0° krepeln, aber Niederschlag kommt leider nur in der Form von Regen.
Es finden sich aber andere Zeichen für das nahende Weihnachtsfest. Mal wieder "Jul" überall! Sogar bewacht von gruseligen Minieulen.


Sehr interessant finde ich ja auch, dass die Hersteller des Schokoladeneis mit Cremefüllung, das es eigentlich nur zu Ostern gibt, einen Trick einfallen lassen haben, um ihr Produkt immerhin zwei Mal im Jahr verticken zu können. Ich präsentiere: Weihnachtseier.


All der Weihnachtspracht draußen gegenüber kann man sich natürlich nicht lumpen lassen. Deswegen haben wir auch in unserer WG nachgezogen.
Am Wochenende verwandelten wir die Küche für diverse Stunden in eine Weihnachtsbäckerei. Unsere Resultate sind Spitzbuben, Butterplätzchen - mit und/ohne Mandeln und/oder Schokolade und Kokosmakronen. Letztere sind ja viel leichter herzustellen, als ich gedacht hätte.
Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit den Ergebnissen und überlegen jetzt, ob wir am kommenden Wochenende schwedische Boller mit Zimt und Rosinen backen sollen.
Selbstverständlich habe ich im Zuge all dieser Weihnachtlichkeit auch meine Deko rausgeholt.


Wie man sieht, handelt es sich um meine zwei heiß geliebten Räuchermännchen, von denen das größere im Erzgebirge selbst von Rudi und mir gebastelt wurde. Leider habe ich mich noch nicht getraut sie auch zu benutzen, da ich in meinem Zimmer einen Feueralarm habe und man munkelt, dass wenn dieser umsonst losgeht, eine Strafe von 3000 Kronen auf den Verantwortlichen wartet. Und das muss ja nicht sein.
Soviel zur vorweihnachtlichen Stimmung. Nun ruft die Hausarbeit.



PS: Natürlich habe ich nicht vergessen, dass ich mich in der Blog-Realität noch immer in Stavanger befinde. Wie es Marlene und mir dort an unserem zweiten Tag erging und ob ich es nach Oslo zurückgeschafft habe, verrate ich aber erst demnächst. Soviel zum Thema "schwache Cliffhanger"...

Montag, 5. Dezember 2011

I may be lazy, but I am not studious.

Ich weiß nicht, ob man es merkt, aber ich habe momentan Prüfungszeit.
Dementsprechend tippe ich beinahe pausenlos und das wie eine Blöde mit ungefähr 5 Tippfehlern in jedem Wort, aber das ist spätestens am Montag, dem 12. Dezember vorbei und dann werde ich (JUHU!) hier weitertippen.
Die Tastatur meines Laptops und ich, wir haben eine enge Beziehung.
Bis derweil können mir ruhig die Daumen gedrückt werden!

AHOI!

Mittwoch, 23. November 2011

Tull og Tøys IV

Um mal einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sich der dunkelzeitige November so gestaltet, hier ein absolut nicht nachbearbeitetes Bild.
Mittwoch, 23.11.2011 13:08 in Oslo. Heller wird's dieser Tage nicht.

Dienstag, 22. November 2011

Alt du har gjort for meg, alt det du kan. Alt de har hørt om deg, alt det er sant.

Zwei Stunden später und frisch geduscht machen wir uns auf, um zurück in die Stadt zu kommen.
Leider zeigt Stavanger uns eher die regnerische Schulter. Über die Temperaturen kann sich niemand beschweren, denn es ist 12° wärmer als in Oslo, wenn es nur nicht so regnen würde... Aber man muss ja trotzdem das Beste draus machen, sagen wir uns und stiefeln los. Der Bus bringt uns bis an die Domkirche und von da aus spazieren wir durch's Zentrum. Irgendwie kommt aber leider auch schon wieder der Hunger durch und wir erinnern uns daran, dass es irgendwo beim Wasser einen Kiwi gab. Der ist schnell gefunden, da er in einem Einkaufszentrum liegt, aber da wir dann doch keine Lust auf zusammengebasteltes Supermarktessen haben, beschließen wir uns wenige Meter daneben einen richtig echten selbstgemachten Burger zu gönnen und damit für den Tag versorgt zu sein. Wir erörtern kurz, ob das nicht einen Verrat am Mono-Burger darstellt, doch dies wird schnell verworfen, da wir ja in Stavanger sind und es hier nun mal kein Mono gibt. Das was uns da auf den Teller kommt, ist auch echt ziemlich lecker.
Der Regen ermutigt uns nicht unbedingt gleich weiterzuziehen und deswegen spielen wir noch 1-2-3 mit Kindern. Für Leute, denen dieses Spiel nicht bekannt ist, folgt eine Erklärung. Man bestimmt für den jeweils anderen vorbeispazierende Kinder und dieser muss dann entscheiden, ob er das jeweilige Kind haben will oder nicht. Wenn also zwei eher doofe vorbei kommen, kann man auf Risiko gehen, muss dann aber das dritte Kind nehmen. Da die meisten Kinder hier relativ niedlich sind, hatten wir aber eigentlich im Großen und Ganzen eine gute fiktive Ausbeute.
Natürlich wollten wir nicht ewig in diesem Einkaufszentrum bleiben und entschlossen uns deshalb ins Bøker Og Børst weiterzuziehen, einem gemütlichen Cafe, das fantastische heiße Schokoladen macht. Zur Erinnerung ein Bild von außen, als vor zwei Jahren die Sonne schien:


(Wie man vielleicht schon gemerkt hat, waren wir an der Fotofront nicht gaaanz so aktiv...)
Nun ja. Dort verbrachten wir ein paar schöne Minuten... allerdings wurde ich aufgrund des anstehenden Theaterabends nervöser und nervöser. Nach einem Abstecher in einen Buch- und einen Plattenladen (was man hier halt so macht), sind wir dann zu dem Theater gegangen. Das schöne an Stavanger ist ja, dass man alles zu Fuß innerhalb von zehn Minuten erreicht.
Marlene war kurz besorgt, dass wir zu früh da wären, aber das Foyer war reichlich gefüllt mit gut durchmischten Leuten.
Okay. Ich habe das Gefühl, dass ich zu dem Stück ein bißchen mehr schreiben muss.
Seit 2006 höre ich ja Kaizers Orchestra, die gerne mal Konzeptalben schreiben. Aus den ersten drei Alben haben sie jetzt zusammen mit einem Schriftsteller (von dem ich nicht ganz so viel halte) ein Theaterstück mit Musik gebastelt und besonders für Fans gab es halt an diesem Wochenende zwei Vorstellungen, die noch eine kleine Extraeinführung hatten.
Hierbei kam Helge, der Organist der Band als erster auf die Bühne und spielte eine kleine Eröffnungsmelodie auf dem Klavier. Im Anschluss daran gesellten sich der Autor des Stücks, Tore Renberg, der Hauptdarsteller Vegar Hoel und der Kaizers Gitarrist Geir Zahl dazu. Moderiert wurde die muntere Runde von Geirs Bruder Jan Zahl, der ansonsten als Journalist tätig ist.
Sie haben ein bißchen darüber erzählt, wie sich das alles so ergeben hat, wie es für Tore als Fan ist, da eine Geschichte draus zu basteln, die sich schon von den Geschehnissen der Alben entfernt, was die wichtigsten Elemente waren und so weiter und so fort. Das war ganz spannend, wäre aber hier aufzuführen ein etwas zu weitläufiges Unterfangen.
Außerdem wurde verkündet, dass es ausgewählte Sitze gibt, die einen Zettel in der Ecke klemmen haben, der es einem erlaubt, sich ein kleines Extra abzuholen. Da wir natürlich sofort geguckt haben, ob wir welchen hatten (wir hatten.), haben wir nicht mitgekriegt, was man mit denen machen soll... Aber dazu später.
Zunächst zum Stück. Wenn man Norweger ist, denke ich, dass man nicht unbedingt Kaizers mögen muss, um das Stück zu genießen. Allerdings geht es leider nicht, wenn man der Sprache nicht mächtig ist, weil da doch einfach zu viel Handlung drin steckt. Wir waren ziemlich begeistert. Das Bühnenbild war fantastisch und einige der neu eingespielten alten Lieder waren schlichtweg großartig. Andererseits gibt es dann auch wieder Kritikpunkte, beispielsweise konnte der Hauptdarsteller, den ich auch aus einigen Filmen kenne und immer sehr gut fand, leider nicht wirklich singen. Naja. Außerdem habe ich nicht ganz verstanden, warum das Stück nach ihm benannt wurde, weil meiner Meinung nach jemand anderes die tragende Rolle hat. Wer weiß.
Insgesamt handelt es sich aber um eine ziemlich gute Aufführung, die Humor, Leid und Wahnsinn hervorragend umfasst und sich viel Kaizerlichkeit bewahrt. Besonders gerne mochte ich die Idee, Luzifer personifiziert permanent im Hintergrund agieren zu lassen.
Zurück zu den ominösen Zetteln. Man hätte sich in der Pause ein Plakat mit zig Signaturen abholen können. Das hatten wir verpasst, fanden es aber nicht so schlimm, weil die Plakate eh nicht schön sind. Und das ist noch sehr freundlich formuliert. Wie wir das rausgefunden haben, lässt sich auch schnell erklären, Marlene hat nämlich mal eben Geir gefragt, der da rumstand. Der hat sich entschuldigt, dass wir nix abgekriegt haben, obwohl es ja eigentlich unserer Blödheit geschuldet war und Marlene hat noch ein von ihm mit einem Roman versehenes Programm geschenkt bekommen.
Bilder von der Vorstellung finden sich übrigens am Ende dieser Seite.

Nach der Vorstellung sind wir noch mit dem Mädchen, das die deutsche Kaizer-Fanpage macht (mit dem Marlene ein bißchen befreundet ist) und ein paar ihrer Freunde ins Cementen gegangen um das Stück bei einem Bier (oder einer Cola...) auszuwerten und zu interpretieren. Es wurden auch immer mehr um den Tisch, aber gegen 1 Uhr hatte uns dann die Erschöpfung endgültig eingeholt und wir konnten nicht länger Norwegisch reden und/oder zuhören, also haben wir uns verabschiedet.
Da wir aber keine Lust hatten auf den Nachtbus zu warten, sind wir zu Fuß gegangen, denn der Regen hatte inzwischen aufgegeben uns zu nerven. Das war zwar ein Weg von 1 1/2 Stunden, aber wir haben auch ziemlich getrödelt und von der Stadtbrücke aus hatte man eine wunderbare Sicht auf Stavanger.

Honky Tonk Train Blues

Hm... der böse Wecker zwang uns Donnerstag aus den Betten.
Er war vielleicht ein bißchen zu früh gestellt, aber so gestaltete sich der Morgen immerhin ohne Abhetzen. Gemütlich sind wir zu Fuß zur Uni spaziert und ich hatte mein letztes Mal Praktisk Tysk og Stilistikk.
Da wir in unserem Seminarraum eine Glastür haben, konnte ich sogar zwei Mal Marlene vorbeistiefeln sehen und muss sagen, sie macht sich nach wie vor ziemlich gut auf dem Campus.
Wir haben dann einfach beschlossen, wieder zu mir zu fahren und lieber alles fertig zu packen, so dass wir dann am Abend keinen Stress mehr haben und nichts wichtiges vergessen bevor wir uns zum Nachtzug aufmachen. Nach dem diese Formalitäten erledigt waren, sind wir dann nochmal in die Stadt gefahren. Zuerst mussten wir Marlene noch ein zweites Tagesticket kaufen, aber dieses dumme, dumme Gerät wollte einfach ihre Karte nicht akzeptieren, weswegen die erste Bahn, die wir hätten nehmen können, einfach an uns vorbeigefahren ist. Das hat mich sehr zornig gemacht. Wir mussten dann tatsächlich auf die andere Seite, wo noch zwei weitere Automaten waren und haben es dort versucht. Glücklicherweise erfolgreich, sonst hätten diese Automaten noch ihr blaues Wunder erleben können.
Auf jeden Fall sind wir danach nach Grünerlökka gefahren und haben unseren vor zwei Jahren geprägten üblichen Streifzug absolviert. In Dunkelheit und Kälte war das recht romantisch.
Doch uns stand ja eine Reise bevor. Deswegen fanden wir uns dann gegen 22:30 Uhr am Bahnhof wieder. Unser Zug sollte 22:47 Uhr starten. Das klappte schon mal nicht, weil er nicht früh genug ankam. Aber wenn man eh die gesamte Nacht über fährt, sind ein paar Minuten mehr oder weniger ja auch nicht wirklich ausschlaggebend.
Die NSB überlässt den Reisenden aber nicht sich selbst - Gott sei Dank. Jeder Sitz in den normalen Abteilen (denn richtige Betten in den Schlafabteilen wollten wir uns nicht leisten) ist mit folgendem Paket ausgestattet:

- eine Kuscheldecke (in fashionable light grey)
- ein aufblasbares Kopfkissen
- eine Schlafmaske
- ein Paar Ohropax.

Eine ziemlich solide Grundausstattung für den potentiellen Schläfer also. Bleibt nur ein Problem: Denn trotz relativ großzügig gehaltener Beinfreiheit in diesen Zügen sind die Sitze nicht gerade bequem für 8 Stunden gesunden Schlaf. Zudem kam bei Marlene noch, dass sie generell nicht so gut in Zügen schlafen kann.
Es war dann auch leider am Anfang so voll, dass es nicht für jeden zwei Sitze gab, sondern sie es noch ein bißchen mit mir neben sich aushalten musste. Ich bin auch relativ häufig weggedöst und einmal aufgewacht, während sie gerade versuchte über mich rüber zu klettern um sich zwei freie Sitze zu sichern. Danach hatten wir jeweils mehr Platz. Aber auch das hat meinem schmerzenden Hinterteil nur bedingt geholfen. Ich habe mir Coconut Records auf meinem iPod angemacht und bin ständig zwischen Schlafen und Aufwachen hin und hergeglitten. Allerdings schätze ich, dass ich dabei mehr Erfolg hatte, als Marlene.
Das doofe bei so einem Nachtzug ist ja, dass man nicht großartig was machen kann, wenn man nicht schlafen kann. Es wird nicht durch Zauberhand bequemer und auch die Landschaft kann in solider Dunkelheit nur wenig beeindrucken.
Die letzte Stunde haben wir dann wach und wieder nebeneinander verbracht. Stavanger näherte sich unaufhörlich und 7:18 Uhr am Freitagmorgen waren wir dann da.
Marlene kontaktierte unseren Couchsurfer, der uns durch ein Missverständnis nicht sofort, sondern erst 1 1/2 Stunden später abholte. Aber die Zeit haben wir mit Kaffee, Bollern, Gesang eines bestimmten Lieds und noch ein bißchen an jeweils anderen Schultern dösen herumgekriegt.
Außerdem war es auch ganz interessant, den Sonnenaufgang über der Stadt und die umherwuselnden Menschen zu beobachten.
Als Christian, unser Gastgeber, uns dann zu sich nach Hause fuhr, waren wir relativ sprachlos. Aus mehreren Gründen. 1. Wir sind über die Stadtbrücke von Stavanger gefahren, die ich bisher immer nur aus der Ferne gesehen hatte. 2. Er und sein Mitbewohner teilen sich eine riesige Haushälfte für die sie zu zweit nur 7000 Kronen im Monat bezahlen müssen (für 3 Etagen!). 3. Für uns standen zwei riesige Betten inklusive Bettzeug bereit, so dass wir nicht mal auf unsere Schlafsäcke zurückgreifen mussten und 4. Überall in diesem Haus lag Geld rum. Wirklich ÜBERALL. Zwar immer nur 1-Kronen-Stücke, aber hätten wir die alle aufgesammelt, wären da bestimmt diverse Summen zusammengekommen.
Aber für uns hieß es erstmal: MEHR SCHLAF.

Dagens Låt: Bored to Death - Coconut Records

Montag, 21. November 2011

P-P-P-P-Panik!

Wenn ich eine Sache gut kann, dann ist es Panik stiften, wo das nicht nötig ist. Ich wollte mich nämlich beispielsweise im Internetz schlau machen, mit welchem Flytog Marlene in der Stadt ankommen kann, wenn sie um 23 Uhr landet.
Leider hat die Homepage einem aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Informationen verliehen... deswegen hatte ich schon für das Schlimmste geplant - nämlich das wir mal wieder gehen müssen.
All das umsonst. Es kommen nämlich auch spät noch jede Menge Züge vom Flughafen. Böse Homepage. Kurz vor Mitternacht war Marlene am Bahnhof und wir sind problemlos nach Hause gekommen. Es gab noch einen kleinen Mitternachtssnack, man soll ja nicht verhungern hier und dann haben wir uns bettfertig gemacht.

Am Mittwoch habe ich keine Uni, deswegen konnten wir ausschlafen und in Ruhe Frühstück essen. Theoretisch. Denn praktisch wurden wir viel zu früh von einem Laubbläser geweckt. Mal im Ernst... Laubblasen ist so ziemlich die dämlichste Beschäftigung, die ich mir generell vorstellen kann. Und das dann auch noch anzufangen, wenn Bodenfrost ist und sich kein Blatt wegblasen lässt, weil alle festgefroren sind!!! Diese Begebenheit erzeugte leider viel Zorn, den wir damit überbrückten, fix in die Stadt zu fahren und uns anzugucken, ob auch alles noch so aussieht, wie Marlene es in Erinnerung hat. Nebenbei habe ich sogar ein Weihnachtsgeschenk für Änne gefunden und bin somit mit der Planung der Geschenke durch. Im November. HA!
Wir sind zunächst eine Weile durch Aker Brygge geschlendert und dann weiter zum Museum für Moderne Kunst. Meine Mitbewohnerin war da neulich in einer Ausstellung und sie meinte, dass es sehr sehenswert war. Also haben wir was für die Kultur getan und waren recht angetan. Zunächst mal war so gut wie niemand da und eigentlich handelte es sich um zwei Ausstellungen.
In der unteren Etage gab es Werke von Kirstine Roepstorff, einer Dänin, die unter dem Titel "Die Wunderkammer der Formlosigkeit" ausstellte. Sie arbeitet viel mit Glas, aber fertigt auch große "Gemälde" aus Stoff. Gerade die letzteren waren ziemlich beeindruckend, weil es auch Erhebungen gab, die dem Ganzen eine Dimensionalität verliehen haben. Von der Farbwahl mal ganz abgesehen. Außerdem gab es einen Raum voller Bäume. Richtige Bäume. Und es hat großen Spaß gemacht sich zwischen den Ästen hindurchzuwinden und den Geruch zu genießen.
Mit am Besten hat mir das Stille Teater gefallen, ein kleines Theaterstück ohne Menschen, sondern nur mit zwei Stimmen, einem rotierenden Gerüst aus Bildern und Glaswänden, die zusammen mit Licht und Schatten ein sehr schönes Zusammenspiel abgaben. Hier kann man einen kleinen Eindruck gewinnen. Optisch ist das Video nicht sonderlich mitreißend, dafür muss man schon da gewesen sein, aber auch die Konversation gefiel mir sehr.

In der anderen Etage gab es viele Räume mit Installationen von diversen Künstlern. Manche davon waren sehr gruselig und verstörend, manche ein bißchen belanglos und andere wiederum sehr gelungen. Dort waren wir von dem "Müllmann" sehr fasziniert, einem Mann, der nie etwas wegwirft und durch dessen Wohnung man streifen konnte. Für ihn gibt es keine Grenze zwischen wichtigen und unwichtigen Erinnerungen, deswegen behält er alles, mit dem er etwas assoziiert.

Von so viel Kultur aus (wir haben uns dort sehr lange aufgehalten) gingen wir zurück in die dunklen Straßen und besuchten eine Mischung aus Haushalts-, Klamotten- und Plattenläden - eine sehr gelungene Mixtur wie ich finde. Auf dem Weg ins Zentrum sind wir um die Ecke in die Torggata eingebogen, die bereits in den beeindruckendsten Weihnachtsdekorationen erleuchtet ist. Da mussten wir kurz stehen bleiben und staunen und haben gerade noch so am Rande mitbekommen, dass uns Øyvind, Bassist bei Kaizers Orchestra, entgegenkam. Wie wir inzwischen rausgefunden haben, war die ganze Band in der Stadt, weil sie einen Fernsehauftritt gefilmt haben.
Wir allerdings sind nach Grönland gegangen um für unser leibliches Wohl einzukaufen. Da es noch zu früh war, um nach Hause zu fahren, sind wir noch ein bißchen in der kuscheligen Düsterkeit des Monos eingekehrt. Und um das ganze perfekt abzurunden, war sogar der gute Tore hinter'm Tresen (nicht dem, der zu sehen ist).



Wieder zu Hause gab es dann recht spätes Essen und humorvolles Abendprogramm. Desweiteren durften wir nicht zu spät ins Bett, da ich am Donnerstag zur Uni musste.

Dagens Låt: Wir sind durch zu viele Ohrwürmer gesprungen, um einen hier speziell hervorzuheben...

Montag, 14. November 2011

Let Me Put You In The Magic Position...

Dieses Wochenende war ich recht aktiv. Leider nicht besonders für die Uni, wie ich es gerne gewesen wäre, sondern eher freizeitlich, aber ein bißchen Spaß muss man sich ja auch mal gönnen.

Samstagvormittag bin ich wie besprochen mit meiner Mitbewohnerin Irini zu einem Schulmarkt am anderen Ende der Stadt gefahren. Hier ist es üblich, dass alle Familien jede Menge Zeug, das sie nicht mehr brauchen für einen Flohmarkt zur Verfügung stellen und dass der erbrachte Erlös an die Schule geht. Ein schönes Prinzip eigentlich, weil man sowohl weiß, wo das Verkaufte herkommt, als auch wohin das Geld fließt.
Einen Sessel für mich haben wir nicht gefunden, aber einen Stuhl und eine Kommode für Irini. Schnell stellte sich heraus, dass diese aus massivem Holz war und das mit dem Transport nicht so gut klappte, wie wir uns das vorgestellt haben. Allerdings wohnt eine Kollegin von ihr in dieser Ecke der Stadt und sie hat den Stuhl genommen, so dass wir die Kommode tragen konnten. Und während so ein paar junge Männer amüsiert an uns vorbei gingen, hat ein Haufen 13-jähriger Mädchen gefragt, ob sie uns nicht helfen sollten. Dadurch sind wir bedeutend besser vorangekommen. Eine hat nämlich den Stuhl genommen und dann sind wir zu viert an der Kommode gewesen. Das Ganze haben wir fix in die T-Ban bugsiert und waren dann wieder auf uns allein gestellt.
Irini saß in der T-Ban auf ihrem Stuhl und hat den Türöffnungsknopf bedient, während ich mich zur Sicherheit an der Kommode festhielt. In Majorstuen sind wir ausgestiegen, denn von dort fährt ein Bus, der direkt vor unserer Haustür hält. Allerdings muss man erst zu der Bushaltestelle kommen. Zu zweit war uns das nicht möglich. Also hab ich Mirjam, eine weitere Mitbewohnerin angerufen, damit sie fix mit ihrem Freund vorbeikommt und uns hilft. Das tat sie dann mit hörbarem Widerwillen auch, aber wir mussten eine ganze Weile warten. Mitten in der Station - ich auf dem Stuhl sitzend, Irini auf der Kommode. Die Kinder fanden uns toll und insgesamt kann man sagen, dass wir wohl sehr unterhaltsam für die Passanten waren.
Aber wir haben es ja letztlich heil nach Hause geschafft.

Dort blieb ich allerdings nicht lange, denn ich war zu 20 Uhr mit einer Kommilitonin vor'm Parkteatret verabredet. Wir wollten zum Patrick Wolf Konzert.


Nun ist es mit dem Herrn Wolf so, dass ich den ab und an schon mal gehört habe und auch einige Lieder sehr mochte, mich aber nicht als Fan bezeichnet hätte. Allerdings hatte ich schon immer große Lust den auch mal live zu sehen und als sich die Chance bot, habe ich sie eben beim Schopf gepackt.
Ich war so unvorbereitet für das, was mich erwarten sollte...
Zunächst zur Vorband: Chinawoman. Eine asiatische Dame aus Kanada, die eine recht aufreizende Bluse trug und eher ruhige, aber durchaus ansprechende Musik gemacht hat. Ich fand ihre Stimme sehr angenehm. Das war ein sehr guter Auftakt - ein bißchen bluesig, aber dann auch wieder nicht. Schwer in eine Schublade zu packen.

Wir standen in der zweiten Reihe, was direkt vor der Bühne bedeutete, da es im Parkteatret keinen Abgrenzungszaun einen Meter vor der Bühne gibt. Dadurch hat man sich dem Ganzen sehr nah gefühlt. Generell glaube ich nicht, dass ich schon mal so dicht an einer Bühne war. Und bereits um 22 Uhr ging es dann los mit dem Herrn Wolf.
Wenn man nicht wüsste, dass er schwul ist, könnte man das spätestens bei seinem Outfit und den enormen Plateauschuhen erraten. Alles hat geglitzert und ich war zuerst ein bißchen skeptisch. Aber was dann kam, hat mich komplett von den Socken gehauen. Das Konzert war so gut. Melancholisch und glücklich-machend gleichzeitig. Wie genau das passiert ist, weiß ich auch nicht, aber ich war hellauf begeistert.
Mal ganz davon abgesehen, dass seine Stimme live noch stärker klingt, als auf Platte und dass er von Violine über Keyboard bis Harfe alle möglichen Instrumente spielen kann, hat er einfach eine Atmosphäre erzeugt, die unglaublich war. Man hat gemerkt, wie viel Freude die Band an der Show hatte und das hat sich ganz wundervoll im Publikum wiedergespiegelt.

Ich selber habe keine Fotos von der Show gemacht, aber eine Seite mit welchen gefunden und auch einem Video, das ganz gut zeigt, dass der Herr keine Berührungsängste hat, denn zwei Mal hüpfte er von der Bühne und begab sich ins Publikum.
Und wer weiß, wie ich aussehe, der findet mich auch auf einem der Bilder. Anschauen kann man sich die hier.
Ich hatte da also einen fantastischen Abend, der mich mit sehr viel Freude gefüllt hat. Und einmal mehr hat sich der Beschluss verfestigt, dass ich mir ab Januar einen Job suchen muss, denn ich möchte mir so Konzerte gerne öfter gönnen. Das macht einfach zu viel Spaß.

Dagens Låt: Overture - Patrick Wolf

Rett bak deg er det støv og sand...

Freitag, der 11. 11. 2011 war Kaizertag.
Die hochgeschätzte Band ist ja momentan in der Mitte eines Veröffentlichungsprojektes von drei Konzeptalben. Letztes Jahr wurde uns Volume I der Violeta Violeta Trilogie geboten und diesen Freitag erschien Volume II.
Desweiteren kamen auch eine neue Konzert-DVD und ein Theaterstück an diesem Tag heraus. Zu letzterem werde ich dieses Wochenende mit Marlene fahren, die mich am Dienstag besuchen kommt. Wir machen einen Wochenendausflug nach Stavanger und haben eine Vorstellung, bei der es danach noch eine Frage und Antwort Session gibt, in der man ein bißchen mehr darüber erfahren darf, wie man aus Alben mit Handlung ein richtig echtes Theaterstück macht.
Das neue Album hatte ich bereits Donnerstag in der Post. Es liegt im Moment in dreifacher Ausfertigung in meinem Regal. Zwei Mal als Limited Edition, die Marlene und ich uns sichern mussten und einmal in der normalen Version für Palme, denn in Deutschland muss man noch bis Mitte Januar warten um das gute Stück kaufen zu können. Gut also, dass ich an der Quelle sitze.

Die Herren waren vormittags auch in der Platekompaniet im Oslo City um eine Signierstunde abzuhalten. Da ich eh etwas von dort brauchte (- was kann auf Grund weihnachtsgeschenkspezifischer Gründe nicht näher erläutert werden), habe ich da mal vorbeigeschaut. Die Schlange war unglaublich lang. Und auch wenn ich gestehen muss, dass ich nicht so richtig verstehe, inwiefern ein Album durch die Signatur der Schaffer aufgewertet werden kann, sahen all die jungen Leute sehr glücklich aus und das ist ja eine gute Sache. Ich hab nur mal kurz geschaut, wie die Gesichtsbehaarung der Mitglieder im Einzelnen momentan aussieht und mich dann zur Uni aufgemacht.
Die Prüfungszeit beginnt diese Woche und so gerne ich das auch von mir schieben würde, man merkt es doch recht deutlich. Der Druck wächst. Aber das macht produktiv.

Am Abend hat mich meine Mitbewohnerin noch gefragt, ob ich Samstagvormittag mit ihr zu einem Schulmarkt möchte und weil ich ja nach wie vor gerne einen Sessel für mein Zimmer hätte, hab ich da natürlich zugesagt. Auf was ich mich da eingelassen habe...

Dagens Låt: (Zum Anhören und Schauen) I Ett Med Verden - Kaizers Orchestra

Gratulerer med dagen, Sveen.

Seit Svea angekommen ist, war ich ganz heiß darauf, ihr ihr Geschenk zu überreichen. Immerhin hatte ich eine ganze Weile dran gearbeitet und war sehr zufrieden mit dem Endergebnis, aber trotzdem auch skeptisch, ob es ihr letztlich gefallen würde.
Wenn ich ihrer Reaktion glauben darf, fand sie es ganz gut. Es gab einen selbstgestrickten Poncho. So sieht der in etwa aus:




Mit dem habe ich einige Zeit verbracht, wie man sich vorstellen kann.
Nach einem schönen Sonntagsavocadofrühstück haben wir uns überlegt, dass wir uns mal auf den Flohmärkten umschauen. Immerhin war kein strömender Regen (so wie damals bei Kowa und Ännes Besuch leider) und die Auswahl war ein bißchen größer, gefunden haben wir einiges, aber gekauft nichts.
Dass Svea allerdings die eher alternative Gegend ums Blå herum gefällt, hätte ich mir gut denken können. Die Leute haben da auch einige interessante Kunstprojekte ausgestellt.



Im Nachhinein kommt es mir so vor, als hätten wir hauptsächlich gehandwerkelt oder wären spazieren gegangen. Aber das sind ja keine all zu schlechten Beschäftigungen, muss ich sagen.
Selbstverständlich ging es dann noch ein bißchen in die Innenstadt. Auch wenn es schon eine ganze Weile her ist inzwischen, sind im Zentrum die Spuren der Bombe noch sehr gut zu sehen.
Aber wir haben uns eher auf positivere Dinge konzentriert.


Zum Abendbrot gab es Garnelen mit Gemüse und Reis. Klingt das bekannt? Das ist durchaus möglich. So gut wie das Essen für Kowa und Änne auch aussah, dabei handelt es sich leider auch schon um mein gesamtes Küchenrepertoire. Solange sich aber die Besucher nicht überschneiden, kann ich ja einfach immer die Gerichte wiederholen, bis ich sie perfektioniert habe.
Es gab also einen weiteren gemütlichen Abend. Wir gediegenen Studenten hören neben unseren Handarbeiten beispielsweise gerne Jan Josef Liefers zu, wie er ungekürzt "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde vorliest. Die Spannung ist manchmal kaum auszuhalten bei unseren Unternehmungen.
Leider mussten wir recht früh ins Bett, da Sveas Flug so zeitig ging, dass wir um 5.30 aufstehen mussten, wenn wir uns immerhin noch ein ruhiges Frühstück gönnen wollten. Das haben wir dann auch ganz gut geschafft.
Ich fand den Besuch eindeutig zu kurz. Und mit dem Svea-Vermissen bin ich auch gar nicht allein, denn auch meine Mitbewohnerin fand sie ganz toll und wünscht sich, dass sie bald zurück kommt.


Dagens Låt: Pa Pa Power - Dead Man's Bones

Der Kinderbaum und andere Unverständlichkeiten

Am Samstag war das Wetter sogar noch bescheidener als am Tag zuvor.
Das bedeutete für uns selbstverständlich wieder gemütliches Ausschlafen und fröhliches Handarbeiten zum Tagesbeginn.
Aber Svea war ja schon vor zwei Jahren ganz begeistert vom Vigelandparken und deswegen haben wir beschlossen, da nochmal vorbeizuschauen. Diesmal sind wir auch nicht zu Fuß nach Majorstuen, sondern haben die T-Ban genommen, damit wir nicht schon fußfaul sind, wenn wir an unserem eigentlich Herum-Spazier-Ziel ankommen.


Natürlich sind wir schon alle diverse Male durch den Park gegangen und haben uns die Skulpturen im Großen und Ganzen angeschaut. Svea und ich haben diesmal ein bißchen mehr auf die Details geachtet.
Beim großen Brunnen zum Beispiel, der sich in der unteren Mitte des Parks befindet, sind die merkwürdigsten Ornamente rund um das Wasserbecken herum angebracht. Zur Verdeutlichung mal ein paar Beispiele:



Und von den schlimmsten haben wir nicht mal Fotos gemacht. Irgendwie scheinen die Bilder dort zusammenzuhängen und eine Geschichte zu erzählen, da wir aber zu geizig waren um den Eintritt für das Museum zu bezahlen und eventuell die Wahrheit zu erfahren, haben wir uns lieber selber die Zusammenhänge ausgedacht. Höchstwahrscheinlich sind die recht weit von der eigentlichen Absicht des Künstlers entfernt, aber was soll's. Kunst ist ja zum interpretieren da.
Was soll man beispielsweise von einem Baum halten, an dem Kinder baumeln?


Generell scheint der Herr Vigeland ein merkwürdiges Verhältnis zu Kindern gehabt zu haben. Die hängen nämlich nicht nur in Bäumen, sie schauen auch böse und werden manchmal von Erwachsenen durch die Gegend geworfen oder weggetreten. Aber ich zeige lieber ein paar der Statuen, die uns besonders gefallen haben.






Im Anschluss daran sind wir dann noch eine ganze Weile durch Aker Brygge spaziert und haben unter anderem Blicke in teuere Restaurants, schicke Gallerien und unbezahlbare Wohnungsangebote geworfen. Aber irgendwann war uns der Nieselregen zu nervig und wir sind lieber für ein gutes Lachs-Abendessen nach Hause gefahren.
Mein Laptop hat eine Weile gezankt, aber irgendwann war er dann doch bereit, uns meine Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt DVD abzuspielen und mit der haben wir dann die Zeit bis Mitternacht überbrückt. Dann hieß es: Herzlichen Glückwunsch, du bist alt.

Sonntag, 13. November 2011

It's knitting time...!

Donnerstagabend, der 03. November ist's und mein Zimmer ist sehr sauber und aufgeräumt. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass ich Besuch bekomme. Und so ist es auch. Svea hat sich angekündigt über ihren Geburtstag dem Deutschland zu entfliehen und mir hier ein bißchen Gesellschaft zu leisten.
Aus diesem Grunde mache ich mich gegen 22 Uhr auf den Weg zum Bahnhof - man muss seinen Besuch ja auch abholen. Gut, zum Flughafen bin ich jetzt nicht gefahren, aber man muss mit seinem Geld ja auch ein bißchen haushalten.
Sehr hoch anrechnen muss man ihr ja, dass sie es tatsächlich geschafft hat, den Flytoget zu nehmen und nicht einen bösen Bus, der länger braucht und teurer ist. Da bin ich sehr stolz auf sie. Problematisch gestaltete sich nur, dass sie gerne wollte, dass ich ihr schon eine Wochenkarte kaufe und während ich also am Kiosk stand um die zu besorgen, schlich Svea hinter meinem Rücken vorbei. Ohne mich zu sehen. Ich ging daraufhin zum Gleis und wartete drei Züge ab. Langsam einen Fuß vor den anderen setzend bin ich das ganze Gleis abgelaufen um die Zeit zu vertreiben. Irgendwann war ich dann klug genug auf mein Handy zu schauen. Und ja, ich gebe zu, in Situationen wie diesen würde es helfen, wenn man seinen Ton anstellt, denn Svea hatte mir selbstverständlich schon geschrieben. Und mich angerufen.
Ich hab also schnell zurückgerufen und herausgefunden, dass sie schon eine ganze Weile auf mich wartet. So wie ich auf sie. Am Ende haben wir uns dann aber gefunden und alles war gut.
Mal ganz davon abgesehen, dass sie davon ausgegangen ist, dass ich mich irgendwo verstecke und sie dabei beobachte, wie sie durch den Bahnhof irrt und mich dadurch belustigt fühle. Soviel Boshaftigkeit lasse ich mir nur ungern unterstellen. Und dem war ja auch nicht so.
Auf jeden Fall durfte ich mir den Rest des Besuchs über anhören, dass ich sie da stehen lassen hätte, während ich konsequent damit konterte, dass sie ja auch einfach hätte am Gleis stehenbleiben können. Damit ich eine Chance habe, sie zu finden. Man kann ja nicht einfach anfangen umherzulaufen! Naja.
Wir haben uns schnell auf den Weg nach Hause gemacht und den nächsten Tag mit Ausschlafen und morgendlichem Stricken auf Sveas Seite verbracht. Was genau ich gemacht habe, kann ich nicht verraten, denn es handelt sich um Marlenes Weihnachtsgeschenk und das unterliegt größter Geheimhaltung. Wenn man mal von all den Leuten absieht, denen ich schon gezeigt habe, was es ist, weil ich so stolz auf das Endprodukt bin.
Im Allgemeinen zählt der November hier als der tristeste Monat. Es ist sehr nass, die Dunkelzeit beginnt und Sonne sieht man eher selten. Dementsprechend präsentierte sich auch das Wetter am Freitag. Natürlich haben Svea und ich uns trotzdem nicht davon abhalten lassen vor die Tür zu gehen und auf meinem Weg zur Uni fanden wir noch hübsche Überreste von Halloween.



Das da hinter mir ist übrigens die Uni, wie man sich vielleicht denken kann.
Ein kurzer Spaziergang über den Campus führte uns in Richtung Majorstuen und so sehr ich auch versuche, die Bilder mit mehr Kontrast ein bißchen aufzuhübschen, so richtig kann man den Nebel und die Grauheit nicht verstecken.




Endlich haben wir dann auch mal einen Abstecher in den Tjorven gemacht, einem Wollladen, der sich als offizieller Drops-Superstore bezeichnen darf, etwas, das es in Deutschland nicht gibt und Svea in den 7. Wollhimmel erhoben hat, weil sie all die schöne Wolle, die sie im Internet bestellt hat auch mal live sehen konnte und garantiert schon Pläne hat, welche Farben sie als nächstes kaufen muss. Wie man sich sicher denken kann, ist das dort eher ein teurer Spaß und wir sind mit leeren Händen herausgekommen.
Zum Vergleich waren wir noch in der Stadt in meinem Wollladen. Der hat zur Zeit ein paar schöne Angebote, weil sie aber nicht länger mit einem Wolllieferanten handeln wollen, kommt diese Angebotswolle auch nicht mehr nach und es sah ein bißchen ausgebombt aus.
Das war schon recht viel Aufregung für uns gemütliche Geister und wir beschlossen, nur noch fix in Grönland ein bißchen Grünes für's Essen einzukaufen und dann nach Hause zu flitzen, damit ich kochen kann und das Stricken bzw. Werkeln weitergehen konnte.
Svea hat ein paar Momente beim Gemüsehändler eingefangen und auch mit einem norwegischen Kind geflirtet.




Zu Hause gab es dann Granatapfel, weil Svea den so mag und ich den noch nicht gegessen hatte. Leider war der für mein zartes Gemüt viel zu sauer, was auch den Gesichtsausdruck erklärt. Aber in so dunklen Zeiten braucht man schon auch viele Vitamine und man darf sich nicht beschweren.



Dagens Låt: Straight Up And Down - The Brian Jonestown Massacre

Montag, 7. November 2011

Tull og tøys III

Heihei alle sammen,

ich weiß, dass ich in letzter Zeit leider etwas schreibfaul war.
Das lässt sich allerdings gut damit begründen, dass sehr viel für die Uni zu tun war und auch immer noch ist.
Außerdem hab ich Besuch von Svea gehabt. Das war ziemlich spontan eigentlich, wenn man bedenkt, dass der Flug erst neun Tage vor Ankunft gebucht wurde...
Bis Freitag muss ich noch eine Hausarbeit für Systemic Functional Grammar einreichen, aber danach gelobe ich Besserung und Aufarbeitung.
Bis dahin ist Geduld eine Tugend.

Samstag, 15. Oktober 2011

Kerstballen breien ist erst der Anfang...

Erinnert sich noch jemand an das Buch von Arne und Carlos, von dem ich in den niederländischen Schaufenstern so angetan war? Kerstballen breien?
Als Erinnerungshilfe:


Die beiden scheinen nicht nur in den Niederlanden bekannt zu sein, denn heute habe ich hier in einem Wollladen folgendes entdeckt:


Jaha! Arne und Carlos machen auch Strickpuppen!
Die beiden scheinen zu einem Rundumschlag in Richtung Weltherrschaft durch Wolle anzusetzen.
Ich bin gespannt, was da noch so kommt.
Ein bißchen Recherche hat ergeben, dass Arne (Norweger) und Carlos (Schwede) ein Wollmodelabel haben und Damensachen entwerfen. Ich werde die Augen aufhalten...

Ebenso positiv, aber etwas ernsthafter: Ich habe endlich meine Personennummer! 11 Ziffern, die mir viele Rechte zu Gute kommen lassen. Jetzt muss ich mich nur noch durch den Bürokratiedschungel kämpfen.
Änne war noch dabei um die Entdeckung der Nummer im Briefkasten zu dokumentieren:



So sieht es übrigens da aus, wo ich meine Post hole.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Wenn Pandas von Blitzen getroffen werden...

Am letzten Tag, den wir hier zusammen haben, müssen wir alles an Aktivitäten stopfen, die wir uns vorgenommen, aber noch nicht umgesetzt haben.
Das ist natürlich nicht ohne ein gutes Frühstück möglich, aber danach machen wir uns fix auf den Weg zum Munch Museum.


Wir hatten vorher extra geguckt, was man da so bezahlen muss und uns gefreut, dass es statt 95 Kronen nur 50 sind, weil wir studieren, aber als wir dann tatsächlich da waren, teilte uns ein großes Schild an der Tür mit, dass der Eintritt heute gratis ist. Das war natürlich doppelt gut.
Und das Museum ist wirklich schön. Wir haben zwar den Film verpasst, den man sich da angucken kann, aber dafür die Bilder um so mehr genossen. Die berühmtesten Werke von Munch hängen ja in der Nationalgallerie und nicht in diesem Museum. Deswegen ist das so aufgebaut, dass es einen Schwerpunkt auf nur ein paar wenige Gemälde legt und von denen die verschiedenen Stadien in der Entstehung zeigt. Von Skizze zu monumentaler Leinwand über Einzelausarbeitungen quasi.
Das fanden wir alle recht interessant. Ich bin froh, dass ich es dann doch endlich mal da hin geschafft habe.
Unterwegs erzählen wir Änne ganz viel Quatsch, den sie uns meistens glauben würde, wenn wir es drauf anlegten. Zum Beispiel: Wenn ein Panda vom Blitz getroffen wird, färben sich alle seine weißen Haare schwarz und seine schwarzen Haare weiß. Man nennt ihn dann einen Negativpanda. Wenn er ein zweites Mal vom Blitz getroffen wird, kehrt sich das wieder um und man nennt ihn Doppelnegativpanda oder Panda.
Änne: Aber wie unterscheidet man dann einen Doppelnegativpanda von einem Panda?
Jule: Na, der eine ist schwer traumatisiert von den Blitzeinschlägen und guckt ganz traurig und der andere ist ein glücklicher Panda.

Nachdem wir kurz geübt haben, wie die beiden morgen alleine zum Bussterminal kommen, haben wir uns die Oper angeschaut. Ich bin nach wie vor kein großer Fan von ihr, aber sie gehört ja dazu und irgendjemand hat mir neulich erklärt, dass die Akustik hier ganz hervorragend sein soll. Weltspitze. Ich hab nur vergessen, wer das war.



Im Anschluss sind wir mit dem Bus nach Bygdøy gefahren. Am Abend zuvor hatten wir eine große Telefonkonferenz via Skype mit Palme, Marlene, Paul, Svea und uns dreien. Da hat Paul erzählt, dass er sich in seiner Zeit in Norwegen fast ausschließlich von Kvikklunsj ernährt hat und nun wollten Änne und Kowa selbstverständlich wissen, was das eigentlich ist. Um hier keinen Cliffhanger zu lassen: Sowas wie KitKat.
Wir haben uns einen schönen Fleck gesucht und dort also unser Kvikklunsj verspeist. In den Verpackungen sind übrigens empfohlene Wanderrouten. Das find ich echt nicht schlecht, ein bißchen schade ist bloß, dass all diese Touren eher um Bergen rum sind als hier bei Oslo.





Der weitere Plan sah voraus, dass wir von Huk, dem Ende an dem wir uns befanden, zu den Museen spazieren und von dort aus die Fähre zurück in die Stadt nehmen, weil Kowa ganz gerne Boot fahren wollte. Wir haben auch erfolgreich den Weg gefunden. Aber leider fahren die Boote zu den Museen im Oktober nicht mehr. Das war mir leider nicht bekannt.






Also blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Bus zurückzufahren. An der Bushaltestelle trafen wir auf ein deutsches Mädchen, das heute in Oslo angekommen war und ein paar Tage Urlaub macht. Der konnten wir einige Tipps geben auf der halbstündigen Fahrt zurück in die Stadt.
Wir selbst sind am Storting ausgestiegen, denn Änne wollte gerne in den einen Laden zurück, in dem es wirklich schöne Keksdosen gab. Und jetzt hat sie eine.
Dann blieb eigentlich nur noch Grönland übrig. Zum einen, damit Änne Fotos von dem Schild machen konnte, zum anderen um günstig Gemüse für's Abendbrot zu kaufen.


Zum Abschluss gab es einen sehr guten Auflauf und Kaktusfrüchte, die einem fiese Splitterhärchen in der Haut hinterlassen, wenn man sie schält. Deswegen werde ich mir die wohl nicht allein kaufen. Änne und Kowa haben das Schälen übernommen.
Oh... und selbstverständlich stand auch wieder ein Schokokuchen parat.



Jede Menge Käse obendrauf ist der Erfolgsgarant für jeden Auflauf. Den Abend haben wir dann noch mit munterem Spielen verbracht. Und am nächsten Morgen mussten wir ganz früh aufstehen. Eigentlich musste nur ich das, weil ich mein Ganztagsseminar der Handelskammer hatte, aber Änne und Kowa wollten gerne nochmal mit mir zusammen frühstücken. Sehr lieb war das.
Und dann mussten wir uns auch leider schon verabschieden. Aber so gut, wie wir alles immer planen, sehen wir uns ja schon zu Silvester wieder!
Und die beiden haben mir ja Wagenladungen von gutem Zeug zu essen mitgebracht! Das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Tausend Dank nochmal dafür!
Und zu kurz war's für meinen Geschmack!


Dagens Låt: Capital Of Norway - My Little Pony