Am letzten Tag, den wir hier zusammen haben, müssen wir alles an Aktivitäten stopfen, die wir uns vorgenommen, aber noch nicht umgesetzt haben.
Das ist natürlich nicht ohne ein gutes Frühstück möglich, aber danach machen wir uns fix auf den Weg zum Munch Museum.
Wir hatten vorher extra geguckt, was man da so bezahlen muss und uns gefreut, dass es statt 95 Kronen nur 50 sind, weil wir studieren, aber als wir dann tatsächlich da waren, teilte uns ein großes Schild an der Tür mit, dass der Eintritt heute gratis ist. Das war natürlich doppelt gut.
Und das Museum ist wirklich schön. Wir haben zwar den Film verpasst, den man sich da angucken kann, aber dafür die Bilder um so mehr genossen. Die berühmtesten Werke von Munch hängen ja in der Nationalgallerie und nicht in diesem Museum. Deswegen ist das so aufgebaut, dass es einen Schwerpunkt auf nur ein paar wenige Gemälde legt und von denen die verschiedenen Stadien in der Entstehung zeigt. Von Skizze zu monumentaler Leinwand über Einzelausarbeitungen quasi.
Das fanden wir alle recht interessant. Ich bin froh, dass ich es dann doch endlich mal da hin geschafft habe.
Unterwegs erzählen wir Änne ganz viel Quatsch, den sie uns meistens glauben würde, wenn wir es drauf anlegten. Zum Beispiel: Wenn ein Panda vom Blitz getroffen wird, färben sich alle seine weißen Haare schwarz und seine schwarzen Haare weiß. Man nennt ihn dann einen Negativpanda. Wenn er ein zweites Mal vom Blitz getroffen wird, kehrt sich das wieder um und man nennt ihn Doppelnegativpanda oder Panda.
Änne: Aber wie unterscheidet man dann einen Doppelnegativpanda von einem Panda?
Jule: Na, der eine ist schwer traumatisiert von den Blitzeinschlägen und guckt ganz traurig und der andere ist ein glücklicher Panda.
Nachdem wir kurz geübt haben, wie die beiden morgen alleine zum Bussterminal kommen, haben wir uns die Oper angeschaut. Ich bin nach wie vor kein großer Fan von ihr, aber sie gehört ja dazu und irgendjemand hat mir neulich erklärt, dass die Akustik hier ganz hervorragend sein soll. Weltspitze. Ich hab nur vergessen, wer das war.
Im Anschluss sind wir mit dem Bus nach Bygdøy gefahren. Am Abend zuvor hatten wir eine große Telefonkonferenz via Skype mit Palme, Marlene, Paul, Svea und uns dreien. Da hat Paul erzählt, dass er sich in seiner Zeit in Norwegen fast ausschließlich von Kvikklunsj ernährt hat und nun wollten Änne und Kowa selbstverständlich wissen, was das eigentlich ist. Um hier keinen Cliffhanger zu lassen: Sowas wie KitKat.
Wir haben uns einen schönen Fleck gesucht und dort also unser Kvikklunsj verspeist. In den Verpackungen sind übrigens empfohlene Wanderrouten. Das find ich echt nicht schlecht, ein bißchen schade ist bloß, dass all diese Touren eher um Bergen rum sind als hier bei Oslo.
Der weitere Plan sah voraus, dass wir von Huk, dem Ende an dem wir uns befanden, zu den Museen spazieren und von dort aus die Fähre zurück in die Stadt nehmen, weil Kowa ganz gerne Boot fahren wollte. Wir haben auch erfolgreich den Weg gefunden. Aber leider fahren die Boote zu den Museen im Oktober nicht mehr. Das war mir leider nicht bekannt.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Bus zurückzufahren. An der Bushaltestelle trafen wir auf ein deutsches Mädchen, das heute in Oslo angekommen war und ein paar Tage Urlaub macht. Der konnten wir einige Tipps geben auf der halbstündigen Fahrt zurück in die Stadt.
Wir selbst sind am Storting ausgestiegen, denn Änne wollte gerne in den einen Laden zurück, in dem es wirklich schöne Keksdosen gab. Und jetzt hat sie eine.
Dann blieb eigentlich nur noch Grönland übrig. Zum einen, damit Änne Fotos von dem Schild machen konnte, zum anderen um günstig Gemüse für's Abendbrot zu kaufen.
Zum Abschluss gab es einen sehr guten Auflauf und Kaktusfrüchte, die einem fiese Splitterhärchen in der Haut hinterlassen, wenn man sie schält. Deswegen werde ich mir die wohl nicht allein kaufen. Änne und Kowa haben das Schälen übernommen.
Oh... und selbstverständlich stand auch wieder ein Schokokuchen parat.
Jede Menge Käse obendrauf ist der Erfolgsgarant für jeden Auflauf. Den Abend haben wir dann noch mit munterem Spielen verbracht. Und am nächsten Morgen mussten wir ganz früh aufstehen. Eigentlich musste nur ich das, weil ich mein Ganztagsseminar der Handelskammer hatte, aber Änne und Kowa wollten gerne nochmal mit mir zusammen frühstücken. Sehr lieb war das.
Und dann mussten wir uns auch leider schon verabschieden. Aber so gut, wie wir alles immer planen, sehen wir uns ja schon zu Silvester wieder!
Und die beiden haben mir ja Wagenladungen von gutem Zeug zu essen mitgebracht! Das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Tausend Dank nochmal dafür!
Und zu kurz war's für meinen Geschmack!
Dagens Låt: Capital Of Norway - My Little Pony
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