Samstag, 15. Oktober 2011

Kerstballen breien ist erst der Anfang...

Erinnert sich noch jemand an das Buch von Arne und Carlos, von dem ich in den niederländischen Schaufenstern so angetan war? Kerstballen breien?
Als Erinnerungshilfe:


Die beiden scheinen nicht nur in den Niederlanden bekannt zu sein, denn heute habe ich hier in einem Wollladen folgendes entdeckt:


Jaha! Arne und Carlos machen auch Strickpuppen!
Die beiden scheinen zu einem Rundumschlag in Richtung Weltherrschaft durch Wolle anzusetzen.
Ich bin gespannt, was da noch so kommt.
Ein bißchen Recherche hat ergeben, dass Arne (Norweger) und Carlos (Schwede) ein Wollmodelabel haben und Damensachen entwerfen. Ich werde die Augen aufhalten...

Ebenso positiv, aber etwas ernsthafter: Ich habe endlich meine Personennummer! 11 Ziffern, die mir viele Rechte zu Gute kommen lassen. Jetzt muss ich mich nur noch durch den Bürokratiedschungel kämpfen.
Änne war noch dabei um die Entdeckung der Nummer im Briefkasten zu dokumentieren:



So sieht es übrigens da aus, wo ich meine Post hole.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Wenn Pandas von Blitzen getroffen werden...

Am letzten Tag, den wir hier zusammen haben, müssen wir alles an Aktivitäten stopfen, die wir uns vorgenommen, aber noch nicht umgesetzt haben.
Das ist natürlich nicht ohne ein gutes Frühstück möglich, aber danach machen wir uns fix auf den Weg zum Munch Museum.


Wir hatten vorher extra geguckt, was man da so bezahlen muss und uns gefreut, dass es statt 95 Kronen nur 50 sind, weil wir studieren, aber als wir dann tatsächlich da waren, teilte uns ein großes Schild an der Tür mit, dass der Eintritt heute gratis ist. Das war natürlich doppelt gut.
Und das Museum ist wirklich schön. Wir haben zwar den Film verpasst, den man sich da angucken kann, aber dafür die Bilder um so mehr genossen. Die berühmtesten Werke von Munch hängen ja in der Nationalgallerie und nicht in diesem Museum. Deswegen ist das so aufgebaut, dass es einen Schwerpunkt auf nur ein paar wenige Gemälde legt und von denen die verschiedenen Stadien in der Entstehung zeigt. Von Skizze zu monumentaler Leinwand über Einzelausarbeitungen quasi.
Das fanden wir alle recht interessant. Ich bin froh, dass ich es dann doch endlich mal da hin geschafft habe.
Unterwegs erzählen wir Änne ganz viel Quatsch, den sie uns meistens glauben würde, wenn wir es drauf anlegten. Zum Beispiel: Wenn ein Panda vom Blitz getroffen wird, färben sich alle seine weißen Haare schwarz und seine schwarzen Haare weiß. Man nennt ihn dann einen Negativpanda. Wenn er ein zweites Mal vom Blitz getroffen wird, kehrt sich das wieder um und man nennt ihn Doppelnegativpanda oder Panda.
Änne: Aber wie unterscheidet man dann einen Doppelnegativpanda von einem Panda?
Jule: Na, der eine ist schwer traumatisiert von den Blitzeinschlägen und guckt ganz traurig und der andere ist ein glücklicher Panda.

Nachdem wir kurz geübt haben, wie die beiden morgen alleine zum Bussterminal kommen, haben wir uns die Oper angeschaut. Ich bin nach wie vor kein großer Fan von ihr, aber sie gehört ja dazu und irgendjemand hat mir neulich erklärt, dass die Akustik hier ganz hervorragend sein soll. Weltspitze. Ich hab nur vergessen, wer das war.



Im Anschluss sind wir mit dem Bus nach Bygdøy gefahren. Am Abend zuvor hatten wir eine große Telefonkonferenz via Skype mit Palme, Marlene, Paul, Svea und uns dreien. Da hat Paul erzählt, dass er sich in seiner Zeit in Norwegen fast ausschließlich von Kvikklunsj ernährt hat und nun wollten Änne und Kowa selbstverständlich wissen, was das eigentlich ist. Um hier keinen Cliffhanger zu lassen: Sowas wie KitKat.
Wir haben uns einen schönen Fleck gesucht und dort also unser Kvikklunsj verspeist. In den Verpackungen sind übrigens empfohlene Wanderrouten. Das find ich echt nicht schlecht, ein bißchen schade ist bloß, dass all diese Touren eher um Bergen rum sind als hier bei Oslo.





Der weitere Plan sah voraus, dass wir von Huk, dem Ende an dem wir uns befanden, zu den Museen spazieren und von dort aus die Fähre zurück in die Stadt nehmen, weil Kowa ganz gerne Boot fahren wollte. Wir haben auch erfolgreich den Weg gefunden. Aber leider fahren die Boote zu den Museen im Oktober nicht mehr. Das war mir leider nicht bekannt.






Also blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Bus zurückzufahren. An der Bushaltestelle trafen wir auf ein deutsches Mädchen, das heute in Oslo angekommen war und ein paar Tage Urlaub macht. Der konnten wir einige Tipps geben auf der halbstündigen Fahrt zurück in die Stadt.
Wir selbst sind am Storting ausgestiegen, denn Änne wollte gerne in den einen Laden zurück, in dem es wirklich schöne Keksdosen gab. Und jetzt hat sie eine.
Dann blieb eigentlich nur noch Grönland übrig. Zum einen, damit Änne Fotos von dem Schild machen konnte, zum anderen um günstig Gemüse für's Abendbrot zu kaufen.


Zum Abschluss gab es einen sehr guten Auflauf und Kaktusfrüchte, die einem fiese Splitterhärchen in der Haut hinterlassen, wenn man sie schält. Deswegen werde ich mir die wohl nicht allein kaufen. Änne und Kowa haben das Schälen übernommen.
Oh... und selbstverständlich stand auch wieder ein Schokokuchen parat.



Jede Menge Käse obendrauf ist der Erfolgsgarant für jeden Auflauf. Den Abend haben wir dann noch mit munterem Spielen verbracht. Und am nächsten Morgen mussten wir ganz früh aufstehen. Eigentlich musste nur ich das, weil ich mein Ganztagsseminar der Handelskammer hatte, aber Änne und Kowa wollten gerne nochmal mit mir zusammen frühstücken. Sehr lieb war das.
Und dann mussten wir uns auch leider schon verabschieden. Aber so gut, wie wir alles immer planen, sehen wir uns ja schon zu Silvester wieder!
Und die beiden haben mir ja Wagenladungen von gutem Zeug zu essen mitgebracht! Das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Tausend Dank nochmal dafür!
Und zu kurz war's für meinen Geschmack!


Dagens Låt: Capital Of Norway - My Little Pony

I am me. And you are you. And you are I. And I am too.

Und schon war es Montag. Wir haben selbstverständlich ausgeschlafen und uns nach einem Frühstücksfilm ein schönes tatsächliches Frühstück zur Stärkung für den Tag zubereitet.


So richtig weiß ich gar nicht, woran es lag (mal von dem Film und allgemeiner Trägheit abgesehen), aber wir haben sehr lange gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Martin hat mir unter anderem geholfen, die Pinnwand, die im Flur auf dem Boden stand, wieder an die Wand zu schrauben. Das wirkt allerdings zu falsch formuliert. Ich habe die Pinnwand gehalten, während er unter Aufbringung übermenschlicher Kräfte die Schrauben mit einem Messer in die Wand gedreht hat. Das klingt schon angemessener.
Durch unseren Mangel an Hektik haben wir gleichzeitig dem Wetter die Chance gegeben besser zu werden. Deswegen hat sich dann ein Ausflug nach Frognerseteren gelohnt. Ich wollte nämlich Ausblick bieten. Und den hat man bei fast 500 Metern über dem Meeresspiegel.





Wir sind dann das gleiche Stück spazieren gegangen wie noch im August, aber inzwischen gibt es direkt neben dem Holmenkollen einen Kletterpark, in dem man sich austoben kann. Das ist ziemlich anstrengend alles. Zumindest für Martin und mich. Änne flog über die Hindernisse wie ein
Federchen.




Da haben wir uns mit unseren Mentalitäten von 7-Jährigen natürlich ordentlich ausgetobt. Aber nebenbei hat Änne auch immerzu echt schöne Fotos gemacht, die ich nicht zurückhalten sollte. Hier eine kleine Auswahl:










So viel frische Luft und vor allem die Kälte machen einen dann schon schnell hungrig. Tatsächlich ist seit diesem Montag hier offiziell Winter. Höchsttemperaturen sind im Moment bei 9°. Das finde ich sehr angenehm, denn das Wetter dazu ist so gut. Eine perfekte Kombination.
Unsere Herumwanderungen trieben uns jedoch natürlich auch irgendwann nach Hause zurück. Und da wir gestern genug Fisch gemacht hatten, um auch noch am nächsten Tag davon zu essen, gab es wieder Lachs. Diesmal allerdings mit Rosmarin-Kartoffelspalten.



Dagens Låt: 40 Day Dream - Edward Sharpe & The Magnetic Zeros

Etter solskinn kommer regnvær...

Vom Sonntag haben wir leider keine Fotos, denn es hat in Strömen gegossen und da wollte Änne ihre großartige Kamera, von der all die schönen Fotos hier stammen, lieber nicht mitnehmen.
Trotz des Regens waren wir nämlich unterwegs.
Mein Plan ist ja, die Möbel in meinem Zimmer ein bißchen umzuräumen. Und ich hätte gerne einen bequemen Sessel zum drin Rumlümmeln und Lesen. Da hielt ich es für perfekt den zu besorgen, wenn ich starken Besuch da habe. Sehr eigennützig, ich weiß, aber manchmal muss man eben praktisch denken.


Wir sind also zu den Flohmärkten nach Grünerlökka gefahren. Zuerst waren wir im Blå. Das ist eigentlich ein Club zum Abends weggehen, aber sonntags haben die in der großen Halle nebenan immer einen Flohmarkt. Bisher war ich noch nicht dort. Wäre ich das gewesen, hätten wir uns bei diesem Wetter wohl den Weg gespart. Nicht, dass der Flohmarkt schlecht war, aber es gab weder Sessel, noch Keksdosen. Da war alles eher ein bißchen künstlerischer ausgelegt - mit viel selbstgemachtem Schmuck, Handschuhen, Mützen, Schals, etc... kurz gesagt, nichts, was wir uns nicht auch selber stricken könnten.
Daraus resultierte Birkelunden als zweiter Anlaufspunkt. Mit nur sehr wenigen Ständen zeigte der sich schon eher so, wie man sich einen klassischen Flohmarkt vorstellt. Es gab auch eine Sitzgelegenheit, die es mir sehr angetan hatte, allerdings verspürte ich nicht gerade große Lust sie zu kaufen, da sie nicht wirklich vor dem Regen geschützt war und ein komplett durchgeweichtes Polster aufwies. Naja. Viel schlimmer noch waren die Kisten von Büchern, die an einem anderen Stand ohne jeden Wetterschutz einfach so im Nass standen. Da ist einem wirklich das Herz gebrochen.
Da wir durchgeweicht waren, sind wir lieber nach Hause gefahren um einen schönen Film zu schauen und uns wiederum um ein gutes Abendessen zu kümmern. Heute auf dem Speiseplan: Lachs.




Ja, es gab Lachs mit Nudeln in Frischkäsesoße. Schlecht ging es uns kulinarisch nun wirklich nicht.

Dagens Låt: Definitiv die Musik aus Lars & The Real Girl

Wenn man Mahlzeiten im Voraus plant, wird man dann erwachsen?

Das Schöne am Besuch bekommen im Gegensatz zum selber Verreisen ist, dass man nicht Verkehrsmittel benutzen muss, denen man kein Vertrauen entgegen bringt. Vertrauen ist wichtig. Das habe ich auch letzten Freitag Kowa und Änne erklärt, als die beiden hier ankamen. Sie hatten den Flybuss genommen und nicht, wie von mir empfohlen, den billigeren und schnelleren Flytog. Aber darüber reden wir nicht, denn dann ärgern wir uns bloß...
Ja, am Freitag hat mich also mein erster richtiger Besuch von außerhalb erreicht. Hach, das war schon schön.
Ich stand vor der mir selbst auferlegten Herausforderung den beiden etwas anderes zu bieten, als das letzte Mal das sie hier waren. Und ich hoffe, es ist mir gelungen. Feedback muss man da wohl nicht von mir einholen.
Am Donnerstag bin ich extra nach Grönland gefahren (den Stadtteil hier, um Verwirrungen zu vermeiden). Dort gibt es jede Menge günstige Gemüsehändler und ich habe einen Rundumschlag an Vitaminen nach Hause geschleppt. Das ist wirklich eine super Alternative, von der ich schon immer wusste, die ich aber nie richtig genutzt habe - was sich nun ändern wird.
Deswegen war der Plan: Kürbissuppe kochen und die beiden danach ordentlich mit dem schon viel erwähnten Schokokuchen verführen. (Plus Schokomilch, um das Ganze abzurunden.)
Wie sich herausstellte haben wir hier sogar einen Pürierstab, der funktioniert. Das allerdings auch nur auf den ersten Blick... So richtig hat das nicht geklappt, aber der Stampfer hat dann die Situation gerettet.
Selbstverständlich waren die beiden hin und weg von dem Kuchen. Und die Suppe war auch nicht schlecht. Aber dann mussten die beiden sich ein bißchen von der Anreise erholen und erst am Samstag sollte es so richtig losgehen mit der Erkundung der Stadt.
Zum Frühstück gab's erstmal Avocado-Creme. Und selbstverständlich sind die beiden Kerne, die dabei raussprangen auch schon im Wasserbad, um mir mehr Zimmerpflanzen zu liefern. Sie heißen: Wot und Ewa.



Das Wetter war hervorragend, obwohl Martin sich über die Kälte beklagt hat. Aber das hat er ununterbrochen und egal, ob wir draußen oder drinnen waren, deswegen zählt seine Meinung da nur bedingt. Änne wollte gerne, dass wir ein bißchen durch die Stadt schlendern unter anderem, weil sie eine Keksdose für die kommende Weihnachtszeit für das perfekte Mitbringsel aus Oslo hielt.
Los ging's also.
Ein bißchen Tourismus muss ja auch sein, deswegen hab ich die beiden auch direkt mal zur Festung geschleppt. Dort waren wir bisher noch nicht. Und neben schöner Aussicht und gut aufgelegten Menschen, haben wir etwas sehr Spannendes entdeckt.



In der Mitte der Festung gibt es nämlich einen kleinen Tümpel Wasser, der wirklich alles andere als beeindruckend ist. Um das Ganze etwas aufzupeppen, fing ich also an, mir eine Geschichte auszudenken: Das ist der Festungssee. In der Mitte des Sees wohnt eine böse Ente. Die hat nämlich irgendwas Schreckliches verbrochen und muss jetzt dort leben und kann nicht zurück ans Festland schwimmen, weil dann das Seemonster Fessie kommt und sie auffrisst. Fessie ist nicht das typische Monster, denn der Tümpel ist nur 15cm tief ungefähr. Und dann rief Kowa plötzlich: Guck mal, da kommt Fessie und hat sogar noch Blut am Kopf.
Tatsächlich kam ein Koi-Karpfen angeschwommen. Die sind doch wahnsinnig teuer?! Und die schwimmen einfach so in diesem Tümpel? Da waren nämlich vier oder fünf. Ist denen das nicht zu
kalt? Ich war sehr fasziniert von diesen überraschend auftauchenden Fischen...





Nach Streifzügen durch diverse Läden war es zu 18 Uhr unser Ziel zum Gratiskonzert im Mono zu gehen. Wir waren etwas zu früh dran, aber im Mono kann man ja auch gut ein bißchen sitzen. Doch dort war es so voll, dass wir auf eine heiße Schokolade im Cafe Sør ausweichen mussten. Etwa eine Stunde später fanden wir uns dann aber doch noch zum Konzert von Sigrun And The Kitchen Band ein. Die klingen in etwa so:

Das war sehr angenehme Wohlfühlmusik. Da hat mich nicht mal die Stimme der Frau gestört.
Aber langsam nagte dann doch der Hunger an uns und wir sind nach Hause gefahren. Denn ich hatte schon geplant, was es heute geben sollte: Reis, jede Menge Gemüse und Garnelen.
Das sah dann etwa so aus.





Sehr gesund, oder?

Dagens Låt: Ist das ein Stückchen weiter oben von der sympathischen Sigrun und ihrer Band.