Dienstag, 30. August 2011

Waffenfund an der HF

Am Freitag bin ich in den Keller des Sophus Bugges Hus der Humanistischen Fakultät gegangen, weil dort die Toiletten sind.
Auf dem Weg dorthin geht man durch ein paar Reihen von Schließfächern und als ich um die Ecke bog, saß dort ein Student auf einem Stuhl. Um ihn herum standen mehrere Polizisten.
Ich war natürlich verwundert, aber man kann bei so einer Situation ja schlecht hingehen und die Polizisten fragen, was die denn da machen.
Deswegen bin ich also weitergegangen. Auf meinem Rückweg ging ich hinter zwei Mädchen, die ebenfalls fragend die Polizisten beäugten, doch auch nicht wirklich wussten, warum die da sind.

Vorhin habe ich dann eine eMail erhalten, die mitteilt, dass am Freitag an eben dieser Stelle in einem unabgeschlossenen Schließfach ein Gewehr vom Typ AG3 gefunden wurde. Es war wohl nicht funktionstüchtig, da ein Teil der Waffe fehlte, nichts desto trotz nehmen die Behörden den Fund eines Gewehrs in der Universität sehr ernst. Es gibt keine Anzeichen, dass ein Amoklauf an der Uni geplant war und der Fund wird auch als isolierter Fall betrachtet und mit nichts anderem in Verbindung gebracht. Die Untersuchungen laufen momentan und viele Leute werden befragt.
Der universitäre Alltag wird ohne Störung fortgesetzt.
Das ist momentan besonders gut zu wissen, da die Uni Oslo am Freitag ihren 200. Geburtstag feiert und ein dementsprechendes Programm auffährt.

Ich mache mir deswegen keine Sorgen, auch wenn es schon ein recht merkwürdiges Gefühl ist. Besonders, wenn ich bedenke, dass ich mich gefragt habe, ob der Student auf dem Stuhl vielleicht irgendwie krank und die Leute um ihn herum wohl doch eher Sanitäter sind...

Uvavu

Am Freitag hatte ich meinen zweiten Kurs.
Der heisst "Systemic Functional Grammar" und ist, wie der Name eventuell vermuten lässt, auf Englisch.
Der Kurs setzt sich aus Bachelor- und Masterstudenten zusammen, die dann jeweils mit anderen Aufgaben bestückt werden und hat - Achtung - um die 20 Teilnehmer!
Die meisten davon sind Norweger, die hier Englisch studieren, doch es gibt auch Leute aus anderen Sprachen, da man das Prinzip nicht nur auf das Englische anwenden kann. Neben mir, als Vertreter für Deutsch, finden sich noch Französisch, Japanisch und irgendwas, das ich vergessen habe.
Ich glaube, dass dieser Kurs der schwierigste sein wird. Vor allem, weil er meiner sprachwissenschaftlichen Grundeinstellung widerspricht. Ich bin ja der Meinung, dass man Sätze und Texte über die Form analysieren sollte und dass alles durch Regeln erklärbar ist. Wenn es für etwas keine Regel gibt, dann nur, weil noch niemand sie entdeckt hat. Da ist sie. Irgendwo.
Dieser Kurs versucht die Analyse eher über die Bedeutung. Das beinhaltet Kontext, Sprecherabsicht, etc., eben den ganzen Semantikkram, der mir generell etwas zu schwammig ist. Aber wir machen das angeblich sehr akkurat. Ich bin also gespannt. Und wer weiß? Vielleicht bin ich am Ende des Semesters ja zur Semantik konvertiert.


Inzwischen hat sich auch die Mitbewohnersituation verändert.
Simon ist ja schon vor einiger Zeit ausgezogen und sein Zimmer steht jetzt leer. Der unfreundliche Typ, den ich nur einmal überhaupt gesehen habe, ist auch weg. In seinem Zimmer wohnt jetzt Joke (ausgesprochen [dʒɔ’kɛ]). Sie ist aus Afrika und macht einen sehr ruhigen und netten Eindruck. Aus Maggies Zimmer kam neulich jemand mit langen dunklen Haaren, als er aber gehört hat, dass ich meine Tür aufgemacht habe, ist er in das Zimmer zurück. Maggie hab ich seit einer Weile nicht gesehen. Das führt mich zu der Vermutung, dass sie aus- und er eingezogen ist. Aber genaues weiß man nicht. Im letzten Zimmer wohnt ja der Inder, dessen Namen ich nicht mehr weiß und der auch gar kein Inder ist, sondern aus Nepal kommt. Er wohnt dort zusammen mit seiner Freundin. Zuerst habe ich gedacht, dass sie nur zu Besuch wäre, inzwischen glaube ich aber, dass die zwei dauerhaft auf ihren 13qm leben.
So richtig schön kann das auch nicht sein, besonders, wenn das Zimmer nebenan frei ist. Die könnten dann sogar ein Schlaf- und ein Wohnzimmer haben... Aber dann müsste man auch zweimal Miete zahlen.

Und zum Abschluss: Gestelltes Selbststudium. In seiner Darstellung korrekt, da auch ungestelltes Selbststudium so aussieht.

Donnerstag, 25. August 2011

Takk for at du rydder...

Ich sitze hier gerade ganz strebsam in meinem Zimmer und beschäftige mich mit meinen Lehrbüchern, damit ich auch ja alle Texte lese, die auf meinem Programm stehen.
Selbstverständlich mache ich mir sogar ordentliche Notizen. Es ist nahezu unglaublich, wie gut meine Absichten sind.
Das Konzentrieren fällt mir allerdings weitestgehend schwer, denn momentan wird auf der anderen Seite eine Wohneinheit von alten Möbeln befreit. Die Zimmer sind ganz oben und da die werten SiO-Angestellten nicht die Muße haben, 500 Mal auf und ab zu laufen, schmeißen sie kurzerhand den Großteil aus dem Fenster...
Teppiche, Matratzen, Schränke, Lattenroste, Drucker, Computer... Alles fliegt. Ich hab mal ein paar Fotos von Gegenständen im Flug.





Das scheint ziemlichen Spaß zu machen. Vielleicht ein Job, den ich in Betracht ziehen sollte!
Die erste Fuhre wurde gerade abgefahren, aber es geht noch weiter...
Na, ich steck meine Nase doch lieber wieder ein bisschen in die Bücher...


Dienstag, 23. August 2011

Så du snakker norsk?

Aiaiai, gestern war es endlich so weit.
Mein erster richtiger Tag in der Uni als Masterstudent. Wie aufregend.
Dieses Semester belege ich dank verwirrendem Kursangebot:

- Schriftlinguistik
- Praktisches Deutsch und Stilistik
- Systemic Functional Grammar

Los ging's gestern mit Schriftlinguistik.
Was ist das?
Tja... wenn man normalerweise Sprache untersucht, dann liegt der Fokus auf dem Gesprochenen. In der Schriftlinguistik geht es aber um das Geschriebene. So viel mehr weiß ich dann aber auch noch nicht darüber. Ich lass mich überraschen.

Der Kurs war auf jeden Fall bescheiden besucht. Es gibt vier Teilnehmer. Drei davon (inklusive meiner Person) sind aus Deutschland. Dabei handelt es sich um Theresa und Clara, die beide hier Erasmusstudenten sind. Dann gibt es aber noch Torill. Die ist, genau wie ich, Masterstudentin. Außerdem ist sie Rentnerin.
Das ist also unsere illustre Kurszusammensetzung. Der Professor, der die Veranstaltung gibt, ist übrigens ebenfalls Deutscher, aber schon seit 14 Jahren in Norwegen.
Da war ich natürlich erstmal leicht enttäuscht ob des Norwegermangels, andererseits sind die anderen drei wirklich nett und kann man sich 'ne bessere Lernsituation als mit vier Studenten vorstellen?
Als der Dozent uns dann allerdings auch noch mit "Sie" ansprach, war ich schon ein wenig ernüchtert.
Doch nach dem Kurs bin ich mit Torill und den anderen ins Gespräch gekommen und wir waren dann zusammen in der Mensa Mittag essen. Jeder hat ein bisschen von sich erzählt und als Torill dann gehört hat, dass ich auch ganz reguläre Studentin hier bin und auch schon mal an der Uni war, wollte sie natürlich wissen, ob ich nicht auch Norwegisch spreche. Von diesem Moment an haben wir uns dann in zwei Gruppen gespalten, denn Torill wollte sehr gerne mit mir Norwegisch reden. Das haben wir dann auch für eine Stunde etwa gemacht und sie war ganz begeistert davon, wie fließend ich das doch kann.
Ich glaube, dass sie das hauptsächlich gesagt hat, um nett zu sein, aber nach meinen Selbstzweifeln bei der Lesung, tat das schon gut.
Ich habe zu ihr gesagt, dass ich mich gerne bei dem Tandem-Projekt anmelden möchte, um jemanden zu finden, mit dem ich mein Norwegisch verbessern kann. Da wartet man aber teilweise sehr lange, bis man jemanden zugeordnet kriegt. Deswegen hat sie mir direkt ihre Adresse und Telefonnummer gegeben, weil sie sich freuen würde, so was in der Art mit mir zu machen. Da hab ich vielleicht sogar zwei Tandempartner bald!
Unter anderem haben wir uns über Literatur unterhalten und als ich erwähnte, dass ich gerne Tarjei Vesaas lese, da aber nicht so fix vorankomme, weil es auf Nynorsk geschrieben ist, hat sie direkt offenbart, dass sie mit dem Sohn von Herrn Vesaas befreundet ist. Unglaublich!
Ein weiterer Beweis dafür, dass Norwegen doch ein sehr kleines Land ist...

Das war auf jeden Fall ein großer Spaß!
Die Uhr näherte sich aber langsam der sechs und es sollte an diesem Abend noch ein Special Events Meeting geben, zu dem ich gerne wollte. Unvorteilhafterweise fand zum gleichen Zeitpunkt ein Treffen der internationalen Studentenzeitung, das ich auch gerne besucht hätte, statt.
Aus diesem Grund haben Clara und ich uns aufgeteilt und beschlossen, uns die Ergebnisse jeweils so detailgetreu wie möglich vorzulegen.
Ich hab die Special Events bekommen. Das Angebot ist im Prinzip identisch mit dem von 2009 und die Bilder der Fjaerland- und Gletscherwanderungen haben sowohl großartige Erinnerungen, als auch heftige Schmerzen in meinen Beinen hervorgerufen. Das waren Zeiten damals...
Dieses Jahr werde ich allerdings auf den kostenintensiven Trip verzichten und mich eher den bezahlungsfreien Museumstouren anschließen. Ich hab ja einige hier in Oslo noch nicht gesehen.
Während dieses Treffens stieß zufälligerweise Mirjam zu mir und fragte mich, ob ich nicht Lust habe, danach noch mit zu einem Treffen ihrer Mitstudenten zu kommen. Bei denen handelt es sich um Master in Wirtschaft. Bah. Ein bisschen kräulten sich meine Fussnägel beim Gedanken an zwanzig Wirtschaftsstudenten schon nach oben, aber ich habe mir ja vorgenommen sozial zu sein und außerdem sind dort immerhin Norweger dabei.
Tatsächlich habe ich dort mit denen einen ganz gemütlichen Abend verbracht. Die Norweger, Franzosen, Iren und Deutschen bildeten eine bunte Zusammensetzung, die einiges an Humor zu bieten hatte.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mir wiederum als einziger Geisteswissenschaftler und so vielen Leuten, die später in Banken arbeiten werden, komisch vorkam. Aber das ist ja ein Gefühl, an das ich mich inzwischen gewöhnt habe und das deswegen nur noch wenig Kummer bereitet. Einer der Herren hat zum Beispiel tatsächlich für die Lehman Brothers gearbeitet bis es zu der großen Pleite kam. Damit konnte ich sogar ausnahmsweise etwas anfangen...

Ein sehr schöner, kommunikativer Auftaktstag also, der mich noch mehr dazu motiviert, mein bestmögliches zu geben.

Erlend Loerdag

Am Samstagabend war ich bei einer Lesung im Chateau Neuf, dem großen Veranstaltungsgebäude der norwegischen Studentenvereinigung.
Es las aus seinem neuen Buch: Erlend Loe.

Das ist ein Autor, von dem hab ich schon so einiges gelesen.
Unter anderem die schönen Kinderbücher über Kurt den Truckfahrer, Naiv. Super, Fakta om Finland, Doppler, L, Muleum und Stille Dager i Mixing Part.

Ich orientiere mich ja an meinen Mitmenschen und habe deswegen beschlossen, nicht wie sonst schon eine Stunde früher da zu sein, sondern diesmal auch einfach kurz vor Beginn der Veranstaltung aufzutauchen.
Als ich also da rein marschiere, sitzt vor dem Raum der Lesung der werte Autor und wartet auf den Beginn. Im Raum an sich war es dann doch überraschend voll. Ich musste mir sogar einen Stuhl von draußen holen, um mich noch gemütlich dazu gesellen zu können, es gab allerdings auch einige Leute, die stehen mussten. Von daher war mein Timing wohl ziemlich perfekt.


Meine Situierung war es allerdings nicht. Ich saß nämlich nahe der Eingangstür, die sehr oft auf und zu ging und da außerhalb des Raumes eine Bar war, ertönte bei jeder Öffnung laute Musik. Zu dem las Herr Loe sehr schnell. Und er nuschelte. Und er ist ursprünglich aus Trondheim, wenn ich mich richtig erinnere. Alles Tatsachen, die nicht gerade zu besserer Verständlichkeit führen. Doch was soll man machen. Man will da ja nicht sitzen und doof aussehen, also lacht man schön mit, auch wenn man vielleicht nicht den Witz mitgekriegt hat...
Ganz vor verschlossenen Türen stand ich dann auch nicht, der groben Handlung konnte ich schon folgen, aber das ganze hat ein mulmiges Gefühl hinterlassen, weil ich mir doch mehr Verstehen von mir selber erhofft hätte.
Ein bisschen Erleichterung verschaffte mir dann die sich anschließende Fragerunde, da musste der Herr nämlich über seine Antworten nachdenken und hat auch in normalem Tempo gesprochen. Puh. Also doch nicht alles hoffnungslos.


Freitag, 19. August 2011

Wat schod ihm denn?

Als ich neulich unterwegs war, musste ich mit Empörung feststellen, dass das Unaussprechliche eingetreten ist.
Ich bin mir sicher, vermutet hätte es niemand wirklich. Doch jemand hat mir meinen Stil geklaut!


Sitzt der einfach da.
Und strickt!
Während er meinen Pullover trägt!
Unfassbar.

Gut, ich kann das Stricken als Handarbeit an sich jetzt nicht komplett für mich vereinnahmen, das sehe ich ja ein.
Und zugegebenermaßen ist der H&M Pulli, der so charmant rasch jedwede Form verliert, ursprünglich ein Produkt der Männerabteilung...
Aber ich kam mir doch arg kopiert vor. Vielleicht ist mein "Stil" in Oslo ja angesagter, als man glaubt...

Bli kjent med UiO.

Ein neuer 15. August, eine neue Buddygroup.
Am Montag habe ich mich in strömendem Regen morgens auf den Weg zur Uni gemacht. Es war der erste offizielle Tag. Das bedeutet, dass man sich sein Willkommenspaket abholt und dann auf einer Wiese die Leute sucht, mit denen man zusammen in eine Buddy Group eingeteilt wurde. Der eigentliche Buddy ist ein Student der Universität Oslo und soll den Neuen zeigen, wo alles so ist und ihnen helfen, sich schnell einzuleben. Auf den T-Shirts der Buddies wird das schön zusammengefasst mit "Jeg er alt du trenger" (Ich bin alles, was du brauchst).
Das letzte Mal hatte ich nicht besonders viel Glück mit meinen Buddies und deswegen habe ich mir dieses Jahr gedacht, dass ich einfach vom Schlimmsten ausgehe, denn dann hält sich ja bekanntlich die Enttäuschung in Grenzen. Trotz des Regens habe ich schnell die Leute gefunden, zu denen ich gehöre und bin auch fix mit ein paar von ihnen ins Gespräch gekommen. Meine Buddygroup besteht noch aus internationalen Studenten, auf die Leute, mit denen ich dann tatsächlich studiere, werde ich erst nächste Woche treffen.
Meine Grundeinstellung sollte sich auch als sehr passend herausstellen, da einer unserer Buddies schon mal überhaupt nicht auftauchte. Der andere, Sisay, zeigt sich bis heute nur mittelmäßig motiviert, hat Probleme mit Pünktlichkeit und nicht gerade das beste Englisch. Unsere Buddy-Aushilfe Jonas jedoch war ziemlich nett. Aber niemand wusste so richtig, was man mit uns anstellen sollte, deswegen haben wir nach einer kurzen Führung über den Campus die nächsten Stunden in der Cafeteria verbracht, um uns gegenseitig kennenzulernen.
Danach stand die Einführungsveranstaltung an. Es wäre sicherlich klug gewesen, dort ein bißchen früher hinzufahren, aber wir haben es so gemacht, wie ALLE anderen auch und haben uns kurz vorher auf den Weg gemacht. So kam es, dass die T-Ban vor Studenten beinahe auseinander platzte.
Die Einführungsveranstaltung vor der Jurafakultät in der Karl-Johans Gate war sehr schön. Motivierende Reden gab's und auch Musik. Das Stück, das das Orchester gespielt hat, kam mir sehr bekannt vor, aber ich kann es leider nicht einordnen. Ich meine, es ist aus irgendeinem Film... Oder aber klassische Musik, die zu Filmmusik verwurstet wurde.
Am lockersten war der Bürgermeister von Oslo, ein sehr sympathischer und humorvoller Mann.
Das beste an dieser Zeremonie war aber, dass es danach umsonst Essen gab. Einen selbstgemachten frischen Hamburger, Obstsalat und Wasser.
Auf dem Platz hat dann eine Funkband angefangen zu spielen, aber die haben mich nicht wirklich mitreißen können und irgendwann hat sich unsere Gruppe dann aufgelöst und jeder ist so seinen Weg gegangen. Meiner führte mich auf ein paar Schlendereien durch die Stadt.

Am Dienstag sollten dann Spiele auf der Wiese stattfinden. Schöner Plan und auch das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein ein Unterstützer dieses Vorhabens.
Es kamen dann von ursprünglich 20 Leuten nur noch 7 und unser Buddy war nicht da. Eine halbe Stunde später tauchte er dann auf, um mit uns ein bißchen Cricket zu spielen (gut, dass jemand anderes von uns wusste, wie man das macht, denn er kannte die Regeln nicht). Bei all den anderen Gruppen sah das mehr so aus, als würden sie mit noch weiteren Gruppen zusammenspielen, aber wir blieben aus unerfindlichen Gründen unter uns.
Nach einer Weile wurde dann aber ein Kubb-Spiel für uns frei. Das macht ja großen Spaß. (Für Leute, denen die Regeln von Kubb nicht bekannt sind: wikipedia hilft)
Man schmeißt also im Prinzip mit Holzstöckern um sich. Das macht nicht nur kleinen Jungs, sondern auch Studenten Freude. Aber damit hatte sich dann auch die Buddy Group Aktivität für den Dienstag erledigt.

Am Mittwoch war ein Orientierungstreffen für Self Financing Master Students. Das war ganz interessant. Die meisten Informationen stehen so zwar auch schon in unseren Broschüren und haben deswegen nicht unbedingt viel Aufschluss gegeben, aber die Leiterin der Studentenannahme hat mit einigen interessanten Zahlen um sich geschmissen.
Sie hat uns nämlich gratuliert, dass wir angenommen wurden. Insgesamt haben sich 5746 Studenten auf einen Masterplatz an der UiO beworben. Genommen wurden davon aber nur 5.9%, was so ungefähr 340 Studenten aus 94 verschiedenen Ländern macht. Ziemlich multikulturelles auf-die-Schulter-Klopfen also!
Ein paar von meinen Bekannten haben sich dann mal wieder einer anderen Buddy-Group angeschlossen, um am Abend von Pub zu Pub zu ziehen.
Ich habe mich da ganz gekonnt abgeseilt und mich zur Korrekturlesung von Palmes Bachelorarbeit in die Bibliothek verzogen.


Nach einem hervorragenden Mittag in der Mensa habe ich mich dann zum Physikerhügel aufgemacht, weil dort gratis zwei Konzerte stattfinden sollten. Die waren allerdings nicht so gut besucht, wie man unschwer erkennen kann.


Deswegen bin ich dann doch lieber in die Stadt gefahren, um dort dem Gratisauftaktskonzert der Filharmoni (das schreibt man im Norwegischen so) beizuwohnen. Sogar Königin Sonja gab sich die Ehre. Als sie sich ihren Platz suchte, mussten wir uns alle erheben. Danach saß sie dann einfach so zwischen all den Normalsterblichen.
Es wurde übrigens Beethovens 9. Symphonie gespielt. Das war so mit vollem Orchester und Gesang schon ziemlich beeindruckend.


Ansonsten habe ich nun meine Kurse gewählt und warte darauf, dass es nächste Woche losgeht. So langsam stellt sich ein Alltag ein. Das ist sehr angenehm.
Und außerdem hab ich meine erste Post bekommen, nämlich eine Postkarte von Svea! Zusammen mit einem Bescheid über meine erste Monatsmiete, aber da die Postkarte weiter unten lag, zählt sie definitiv als zuerst da gewesen!

Ich habe bisher viel mit Leuten zu tun, die entweder Wirtschaft oder Politik studieren. Da kommt man sich schon ein bißchen belächelt vor, wenn man dann sagt, dass man selber Sprachwissenschaftler ist. Ich glaube, dass alles, was keinen enorm rentablen Job abwirft, als Luxusstudiengang abgekantet wird. Aber so schnell lasse ich mich nicht mit Kunst, etc. über einen Kamm scheren!
Fest eingeplant habe ich in Zukunft den Dienstag als Bibliothekstag. Da werde ich mich belesen, damit ich a) besonders schlau werde und b) schnell ein Thema für meine Masterarbeit finde. Mal sehen, wie lange die guten Vorsätze halten...


Sonntag, 14. August 2011

Statusoppdatering II

Die ürbigen Tage habe ich mit diversen Streifzügen durch die Stadt verbracht. Oft war ich dabei mit meinem Buch bewaffnet und habe mir schöne Flecken zum Lesen gesucht.
Selbstverständlich hat es mich dabei auch nach Grünerlökka gezogen. Da kann man schön Menschen beobachten. Unter anderem habe ich das Gespräch eines kleinen Jungen mit seiner Mutter überhört. Der Kleine hatte ein Spielzeugauto, das leider nicht mehr richtig funktioniert hat, weswegen er seine Mutter fragte, ob er es ins Klo werfen könnte.
Leider hat seine Mutter das nicht gestattet. Schade eigentlich.
Diese Woche über fand außerdem das Øya-Festival statt. Angeregt von Marlenes Sehnsucht Pulp zu sehen, habe ich mich Anfang des Jahres dort als freiwilliger Helfer beworben. Die meisten norwegischen Festivals bestreiten so die Logistik. Unzählige Freiwillige, die als Wächter, Müllleute, Barmenschen, etc. arbeiten, werden herangeschafft und können zum Ausgleich an den Tagen, an denen sie nicht arbeiten müssen, gratis zum Festival gehen.
Ich hatte sehr auf einen Platz als Bändchenumleger gehofft, wurde aber als Barmädchen an der Hauptbar eingeteilt. Ich war mir von vorneherein ziemlich sicher, dass ich das Ganze eigentlich nicht unbedingt möchte, aber der Gedanke, das mit Marlene zusammen durchzuziehen, hatte schon seinen Reiz. Leider ist dieser Beweggrund ja entfallen und als ich dann gesehen habe, dass eine Schicht dort tatsächlich zwölf Stunden lang ist, beschloss ich im Glanze meiner Feigheit einen Rückzieher zu machen. Ich war lange genug im Dienstleistungsservice.

Nichtsdestotrotz (ein Wort, das ausgeschrieben sehr komisch aussieht, muss ich sagen) traten auf diesem Festival am Donnerstag die Herren Kaizer auf, um das zweite Album ihrer großen Violeta Violeta Trilogie uraufzuführen.
Das schöne am Øya-Festival ist, dass es wirklich mitten in der Stadt statt findet und nicht auf irgend einem weit abgelegenen Feld, von dem man sonst noch nie gehört hat. Durch diese geographische Begünstigung kann man auch ohne Inhaber eines Tickets zu sein das Festivalgelände recht gut einsehen.



Das einzige Problem bildet dabei die Hauptbühne, die recht ausladend von Bäumen verdeckt wird. Selbstverständlich spielten die Herren Kaizer als Headliner auf eben dieser Bühne. Doch das hat mich nicht abgeschreckt und mit einer beachtlichen Anzahl anderer ticketloser stand ich auf einer Straße im Ausbau um ab 21.30 Uhr gebannt auf eine Leinwand zu schauen.
Es lag durchaus eine recht merkwürdige Konzertsituation vor, da das Publikum normalerweise ja alle Lieder kennt und inbrünstig mitgröhlt. Doch hier war alles neu und spannend. Und überraschend gut. Nicht, dass ich schlechtes von der Band meines Vertrauens erwartet hätte, aber mit neuer Musik tue ich mich meist ein wenig schwer. Die braucht bei mir drei bis fünf Durchläufe, bis ich sie vollständig wertschätzen kann, aber was an diesem Abend präsentiert wurde, war auch "kalt" ein absoluter Spaß.

Jetzt sitze ich hier und bin hibbelig. Ich freue mich sehr darauf, dass es morgen endlich losgeht und dass ich dann bestimmt einige meiner Sorgen über Bord werfen kann. Ich gebe mir auch große Mühe, nett zu allen zu sein und vielleicht ein paar Bekanntschaften zu machen, für die es an der Zeit ist.
Ich sehne mich sehr danach, endlich wieder sowas wie einen Alltag zu haben, der eine gewissen Vorausschaubarkeit bietet... Nur noch einmal schlafen.

Statusoppdatering I

Was ist so passiert die letzten Tage?
Am Montag war ich in der Uni. Es fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer vom 22. Juli statt.
Ich hab das ja ein bisschen mit Pünktlichkeit und Zeitfenstern, deswegen war ich schon eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Beginn da. Ein wenig verwundert war ich schon, dass da noch nicht wirklich viele Leute zu sehen waren, denn der Chor war da und vier Redner sollten zu Wort kommen. Doch den Norwegern kann man definitiv keine Unpünktlichkeit vorwerfen, denn zwei Minuten bevor es losgehen sollte, füllte sich der Frederikkeplatz rasend schnell. Ich weiß nicht, wo die sich bis dahin alle versteckt haben und warum die hier so große Angst vor'm zu früh Kommen haben, aber am Ende waren es so viele Leute, dass ich die Zahl nur schwer einschätzen kann.
Bei der Angelegenheit Fotos zu machen, schien mir ein wenig unangebracht, es war doch sehr bewegend.
Im Anschluss hätte es auch noch Obst in der Bibliothek gegeben, aber die Veranstalter waren dann wohl auch von der Masse an Teilnehmern überrascht und die Leute haben nur portionsweise in den vorgesehenen Raum gepasst.
Ich habe mich von dem Ganzen abgeseilt und bin Richtung Majorstuen geschlendert.
Der Tag war so einer, wo das Wetter richtig nervt. Wenn die Sonne rauskommt, ist es im T-Shirt angenehm, allerdings sind viele Wolken unterwegs und wenn die sich in den Vordergrund schieben, ist es ohne Jacke zu kalt. Unvorhersehbare Regenschauer gab es auch. Ich befand mich also in einem unaufhörliche Jacke-aus/Jacke-an-Kreislauf. Außerdem sind mir, wo ich auch hingegangen bin, durch die Luft schwebende Federn begegnet. Ich habe ohne Witz jeden Moment damit gerechnet, dass Forrest Gump um die Ecke kommt. Wer weiß, wer da irgendwo ein Huhn geschlachtet hat...


Zu meiner Begeisterung habe ich aber in Majorstuen einen Wollladen entdeckt. Den ersten bisher. Drin war ich noch nicht (man muss ja sein Geld zusammen halten), aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.
Ich bin dann weiterspaziert bis ich zum Vigelandparken kam. Der war aufgrund des relativ guten Wetters vollgestopft mit unzähligen Touristen. Ich weiß nicht so richtig, wie wir das bisher immer gemacht haben, aber ich war schon oft in diesem Park und so voll habe ich ihn dann doch noch nicht erlebt.
Mein Hauptgrund für den Besuch, war ein Foto zu machen, das mir in Auftrag gegeben wurde und so aussieht:


Ich habe schnell die Flucht vor all den Leuten ergriffen und mich mit meinem Buch unter ein ruhig gelegenes Bäumchen verzogen. Dort habe ich lesend den Großteil des Nachmittags verbracht. Irgendwann wurde ich dann aber hungrig und mir war außerdem nach einem Szenenwechsel zu Mute.
Also hab ich mir ein bisschen was zu essen besorgt und bin rauf zum Sognsvann gefahren.



Neben gefühlten sämtlichen Einwohnern Norwegens, die dort zum Joggen unterwegs waren, habe ich auch zwei Leute beobachtet, die in Neoprenanzügen kreuz und quer durch den See geschwommen sind. Ich muss sagen, warum man sich sowas antut, verstehe ich nicht so richtig. Dass in dem See keine angenehmen Temperaturen herrschen können, sieht man ja allein schon daran, dass die da nur in Neoprenanzügen reingehen. Hinzu kommt, dass ich Süßwasser gegenüber generell skeptisch bin. Wasser ohne Salz drin ist merkwürdig. Außerdem gefällt mir der Gedanke nicht, dass das Wasser in einem See ja immer das gleiche Wasser ist... (abgesehen von Verdunstung und Regen). Das ist höchst dubios.

Auf dem Heimweg fiel mir dann auch auf, dass der See wohl doch weiter von meinem Wohnheim entfernt ist, als ich in Erinnerung hatte. Zwanzig Minuten Fußweg sind eher zutreffend. Aber ja an sich immer noch keine Entfernung.
Dieser recht schöne Tag voller Frischluft hat mir dann aber doch einen leichten Sonnenstich eingebrockt. Mein Kopf ist sehr empfindlich, was Licht angeht.
Da das Wetter sich hier aber von Tag zu Tag abzuwechseln scheint und dementsprechend am Folgenden der Regen dominierte, war ein gepflegtes zu Hause bleiben eine durchaus angenehme Abwechslung.

Sonntag, 7. August 2011

Home is where the heart is...

Diesmal wohne ich also in Sogn.
Das ist kein einzelnes, dreieckiges Gebäude, das die gesamte Stadt überschaut, wie Bjerke damals. Sogn ist ein ganzes Studentendorf, um genau zu sein das Grösste in Oslo.
Es liegt im Nordwesten der Stadt, nahe des Ullevål-Stadions und zu Fuß nur etwa 10 Minuten vom Sognsvann entfernt.
Das ist jetzt nicht unbedingt im pulsierenden Zentrum der Stadt, aber auch nicht furchtbar weit entfernt. Man kann beispielsweise am Stadion in die T-Ban steigen (und es fahren hier ganze drei Linien vorbei, weswegen man nie besonders lange warten muss) und ist nur vier Stationen weiter am Nationaltheatret.
Weiterhin sehr schön ist, dass man zu Fuß nur ungefähr 10 bis 15 (also 10 für normale Leute, 15 für mich) Minuten bis zur Uni braucht. Und zur Uni hin geht es auch nur bergab. Herrlich.
Sogn besteht aus drei Etagen hohen Reihen von Backsteingebäuden und einem gelblichen Hochhaus. Ich bin am Montag in die zweite Etage (oder aber das erste Obergeschoss) eines solchen Backsteinhäuschens gezogen. Mein Zimmer ist abgesehen von denen, die im Hochhaus zu haben gewesen wären, das Billigste.
Und so sah es akut nach dem Türöffnen aus:



Es gibt hier renovierte und unrenovierte Wohneinheiten. Ich habe auf Grund des Preises die letzteren erwischt. Zunächst fand ich das Ganze nicht gerade prickelnd, besonders da ich weiß, dass die renovierten Wohnungen echt schön sind. Am schlimmsten war die Küche. Die war nämlich einfach nur ekelhaft. Aber gestern hab ich das nicht mehr ausgehalten und mir meine Putzutensilien geschnappt und in der Küche die schlimmsten Stellen bereinigt. Der Herd war da noch meine leichteste Übung. Was ich alles aus dem Fach mit den Mülleimern herausgeholt, kratzt und schrubbt habe, möchte bestimmt niemand wissen.
Auch in meinem Zimmerchen habe ich es mir schnell gemütlich gemacht. Ich glaube, wenn hier noch ein Waschbecken drin wäre, wäre das Ganze perfekt. Aber so geht es schon auch. Ich hab dank vollbeladenem Auto alles mit dabei, was ich gerne haben wollte. Und mit Hilfe des billigsten Ikea-Stoffs habe ich nun auch Vorhänge. Und ich konnte leider nicht Palmes schöne Buchstaben mitnehmen, aber dafür ist die Hindenburg dabei!





Apropos Ikea...
Da gibt es ja diese Stationen, wo man sein Zeug selber einscannt und dann mit Karte bezahlt. Ich hab da so eine genommen, weil ich wahnsinnig gerne mit der Scannerpistole spiele. Und es lief auch alles gut, aber als ich mit dem Bezahlen fertig war, kam keine Quittung aus dem Gerät und ich hatte irgendwie Angst, dass ich nicht bezahlt habe. Aber das Aufsichtsmädchen dort stand direkt neben mir und hat nichts gesagt. Ich hab dann ganz langsam mein Zeug zusammengepackt und bin im Schneckentempo Richtung Ausgang marschiert, weil ich ihr noch so viel Zeit wie möglich geben wollte, um mich zurückzuholen... Doch es kam niemand und ich bin nach Hause gefahren.
Inzwischen habe ich auf mein Konto geschaut und es ist alles ganz normal davon abgegangen. Aber ich hatte schon ein ziemlich schlechtes Gewissen durch meinen beinahe Diebstahl.

Zurück zu meinen Wohnverhältnissen.
Wenn man die Wohnung aufschließt, befindet man sich in einem großen Flur. Gleich hinter der Tür rechts ist mein Zimmer, linker Hand befindet sich die Küche (ehemals Zentrum des Ekels). Links und rechts sind dann jeweils noch zwei Zimmer. Geradeaus befinden sich Toilette und Dusche.
Wir wohnen hier also zu fünft.
In den hinteren beiden Zimmern leben zwei Menschen von nahöstlicher Herkunft. Beide hab ich am Tag meines Einzugs gesehen. Der eine war sehr nett und hat sich vorgestellt, aber ich habe seinen Namen leider sofort wieder vergessen. Er meinen höchstwahrscheinlich auch. Der andere hat "Hei" gesagt und ist in seinem Zimmer verschwunden. Er ward seit dem nicht mehr gesehen. Allerdings stürme ich auch nicht gerade aus meinem Zimmer, wenn ich draußen Geräusche höre.
Im Zimmer neben mir wohnt Maggie aus den USA. Sie hat gerade noch Besuch von einer Freundin. Die beiden waren hier auf der Sommerschule und sie wird hier Medizin studieren. Sie macht bisher einen sehr netten Eindruck und ist Gott sei Dank ein weiteres Mädchen.
Der letzte Mitbewohner ist Simon. Und man mag es kaum glauben, aber Simon ist Norweger und mit Simon unterhält man sich auch auf Norwegisch. Juhu!
Schnell musste ich feststellen, dass meine Mitbewohner allesamt große Fans von Madame Chauchat sind.
(Für den Fall, dass diese Thomas Mann Anspielung zu nerdig ist: Madame Chauchat ist Hans Castorps Liebesinteresse im Zauberberg. Ihr Markenzeichen: Sie schmeisst mit Türen. Das tun hier alle. Immer.)
Auch draußen vor meinem Fenster ist es recht laut, aber ich glaube, dass ich mich inzwischen langsam daran gewöhne.
Aber mitmachen werde ich nicht. Türen haben immerhin ihre Griffe nicht umsonst.

Samstag, 6. August 2011

Gedankenstütze.

Ich habe gerade etwas herausgefunden, das mich sehr zum Lachen bringt und das gleichzeitig ein wunderbares Hilfsmittel für jeden ist, dem mal die Adresse dieses Blogs entfallen sollte.

Es hilft: Der Googleman. Wie so oft.
Man begebe sich also einfach zur Seite der bekannten Suchmaschine und gibt folgenden Begriff ein:

" Raupe mit Eidechsenkopf "

Dann ignoriert man einfach den ersten Wikipedia-Link und der zweite führt einen direkt zu diesem Blog... Großartig.

Sonnenwochenende

Ich merke jetzt schon, dass ich faul bin, was den Blog angeht.
Und das ist nicht gut so. Also werde ich jetzt mal ein wenig meine Tasten verhauen.

Letztes Wochenende war ich noch mit Eltern unterwegs. Hach, das waren ein paar schöne und entspannende Tage - wenn man mal davon absieht, dass es in so einer Campingplatzhütte keine Toilette gibt, sondern man um selbige aufzusuchen in ein extra Haus gehen muss. In diesem gibt es dann nicht mal die Auswahl zwischen Toilette oder Dusche, nein, da ist alles Toilette UND Dusche, gepackt in so genannte Kombiräume. Das hat durchaus Vorteile, kann man sagen, aber doof ist es in jedem Fall, wenn man nur mal schnell auf die Toilette will, aber 10 Leute vor einem stehen um zu duschen.
Schön anzuschauen, waren all die Birken, die auf dem Campingplatz (und auch sonst überall) hier stehen. Aber auch diese bergen einen versteckten Nachteil. Denn Birken verlieren so kleine Birkendingsis.
So genau weiß ich nicht, was die sind. Ich hoffe sie dienen der Birke nicht, um neue Birken auszusähen, denn es gibt davon Millionen! Und die fliegen überall rum. Gerne auch ins Essen, wenn man zum Grillen gemütlich draußen sitzt. Und die kleben auch auf der Haut. Besonders wenn es über 30° sind und man das ganze noch durch Schweiß begünstigt.

Aber zum Wochenende zurück. Wir haben einige Unternehmungen gemacht, ohne uns dabei abzuhetzen. Und wie eigentlich immer, spielte Kaffee trinken eine große Rolle.
Am Samstag waren wir hauptsächlich in der Stadt, haben der Mutter ein paar neue Klamotten besorgt und uns einen generellen Überblick verschafft, ob noch alles beim Alten ist.
Wir waren auch am Dom, aber über alles, was damit im Zusammenhang steht, möchte ich nochmal einzeln schreiben.
Deswegen lieber ein paar Impressionen.




Am Sonntag sind wir dann in den Norden der Stadt aufgebrochen. Unser eigentliches Ziel war die neue Holmenkollen-Schanze. Die ist aber vom Bogstad Campingplatz aus nicht direkt zu erreichen. Also sind wir zunächst mit dem Bus bis nach Røa gefahren, in Røa dann in die T-Ban gestiegen, um bis Majorstuen zu kommen. Dort steigt man normalerweise in eine andere T-Ban, da aber an diesem Wochenende (und wie sich später herausstellen sollte NUR an diesem Wochenende) dort gebaut wurde, mussten wir einen Bus nehmen - einen Bus, der bei 33° und vollbepackt mit Touristen bergan eine Viertelstunde bis zum Holmenkollen fährt. Wir hingegegen sind eine halbe Stunde gefahren, weil wir zum Frognerseteret wollten.
Da sieht es so aus:

Und der Ausblick ist in etwa so:
Kurz gesagt: Nicht schlecht.
Nur leider ist das Holz so stark geteert da oben, dass es auch so riecht. Ich glaube in dem Restaurant würde ich es nicht besonders lange aushalten, wenn ich auch noch was essen sollte. Außerdem heizt sich so ein Tisch auf der Terasse da auch ganz schön auf... Vorsicht mit den Armen, wenn man die gerne mal ablegt.

Von dort oben sind wir dann ganz gemütlich Richtung Holmenkollen herunter spaziert. Wenn man mich fragt, ist runter immer eine gute Richtung.

Gut, man mag wissen, dass ich nicht der größte Anhänger von so genanntem Sport bin, deswegen hielt sich mein Interesse in überschaubaren Grenzen. Aber da oben ist es wirklich sehr schön. Bombastische Aussicht inklusive.
Und irgendwie komisch ist diese neue Schanze ja auch, so komplett ohne hintere Stütze...

Als wir dort so über das Gelände streiften, fiel mir eine Statue ins Auge, die nicht etwa von einem berühmten Skispringer war, sondern von einem Hund. Ich hab mal sicherheitshalber ein Foto von der Bikkja i Bakken gemacht und mir vorgenommen das mal zu recherchieren.
Dabei herausgekommen ist, dass man wohl schon seit 50 Jahren in den Pausen des Skispringens zur großen Freude des Publikums einen Hund vorführt. Das finden hier alle so gut, dass man da direkt mal ne Statue gegossen hat, die nun in der Nähe der königlichen Loge weilt. Aha. Können wohl nur Hundemenschen verstehen, sowas.

Dann wollten wir gerne auf die Schanze. Wir ist hierbei ein sehr euphemistischer Ausdruck, denn ich hatte da eigentlich keine große Lust drauf, weil es a) ziemlich teuer ist, b) meine Eltern schon oben auf der alten Schanze waren und c) man eine halbe Stunde warten muss, bis man nach oben kommt.
Da andere Stimmen aber der Meinung waren, dass das mit der halben Stunde da nur so steht und dass sich oben eine Bar befindet, haben wir uns in die Schlange eingegliedert und keine halbe, sondern eine Dreiviertelstunde gewartet.
Selbstverständlich gab es oben keine Bar, aber für den Ausblick hat es sich dann doch gelohnt.
Ich bin leider ein bißchen zu doof mit meiner Kamera Panoramaaufnahmen zu machen, aber das kann ich ja noch ein bißchen üben.





Bei der ganzen in-der-Schlange-Steherei haben wir das Skispringmuseum eigentlich links liegen lassen. Doch beim Hinausgehen habe ich dann doch den Freund eines jeden Wilbur-Sympathisanten entdeckt:
Ein SCHNEEBIEST!

Im Anschluss wollten wir eigentlich noch im Holmenkollenrestaurant einen Kaffee trinken. Hier lag aber ein ähnliches Problem wie bei der T-Ban vor. Das Restaurant macht erst am 1. August wieder auf. Es war aber leider der 31. Juli.
Aber gegen einen Kaffee in Aker Brygge kann man ja im Allgemeinen auch nichts sagen...