Was ist so passiert die letzten Tage?
Am Montag war ich in der Uni. Es fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer vom 22. Juli statt.
Ich hab das ja ein bisschen mit Pünktlichkeit und Zeitfenstern, deswegen war ich schon eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Beginn da. Ein wenig verwundert war ich schon, dass da noch nicht wirklich viele Leute zu sehen waren, denn der Chor war da und vier Redner sollten zu Wort kommen. Doch den Norwegern kann man definitiv keine Unpünktlichkeit vorwerfen, denn zwei Minuten bevor es losgehen sollte, füllte sich der Frederikkeplatz rasend schnell. Ich weiß nicht, wo die sich bis dahin alle versteckt haben und warum die hier so große Angst vor'm zu früh Kommen haben, aber am Ende waren es so viele Leute, dass ich die Zahl nur schwer einschätzen kann.
Bei der Angelegenheit Fotos zu machen, schien mir ein wenig unangebracht, es war doch sehr bewegend.
Im Anschluss hätte es auch noch Obst in der Bibliothek gegeben, aber die Veranstalter waren dann wohl auch von der Masse an Teilnehmern überrascht und die Leute haben nur portionsweise in den vorgesehenen Raum gepasst.
Ich habe mich von dem Ganzen abgeseilt und bin Richtung Majorstuen geschlendert.
Der Tag war so einer, wo das Wetter richtig nervt. Wenn die Sonne rauskommt, ist es im T-Shirt angenehm, allerdings sind viele Wolken unterwegs und wenn die sich in den Vordergrund schieben, ist es ohne Jacke zu kalt. Unvorhersehbare Regenschauer gab es auch. Ich befand mich also in einem unaufhörliche Jacke-aus/Jacke-an-Kreislauf. Außerdem sind mir, wo ich auch hingegangen bin, durch die Luft schwebende Federn begegnet. Ich habe ohne Witz jeden Moment damit gerechnet, dass Forrest Gump um die Ecke kommt. Wer weiß, wer da irgendwo ein Huhn geschlachtet hat...
Zu meiner Begeisterung habe ich aber in Majorstuen einen Wollladen entdeckt. Den ersten bisher. Drin war ich noch nicht (man muss ja sein Geld zusammen halten), aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.
Ich bin dann weiterspaziert bis ich zum Vigelandparken kam. Der war aufgrund des relativ guten Wetters vollgestopft mit unzähligen Touristen. Ich weiß nicht so richtig, wie wir das bisher immer gemacht haben, aber ich war schon oft in diesem Park und so voll habe ich ihn dann doch noch nicht erlebt.
Mein Hauptgrund für den Besuch, war ein Foto zu machen, das mir in Auftrag gegeben wurde und so aussieht:
Ich habe schnell die Flucht vor all den Leuten ergriffen und mich mit meinem Buch unter ein ruhig gelegenes Bäumchen verzogen. Dort habe ich lesend den Großteil des Nachmittags verbracht. Irgendwann wurde ich dann aber hungrig und mir war außerdem nach einem Szenenwechsel zu Mute.
Also hab ich mir ein bisschen was zu essen besorgt und bin rauf zum Sognsvann gefahren.
Neben gefühlten sämtlichen Einwohnern Norwegens, die dort zum Joggen unterwegs waren, habe ich auch zwei Leute beobachtet, die in Neoprenanzügen kreuz und quer durch den See geschwommen sind. Ich muss sagen, warum man sich sowas antut, verstehe ich nicht so richtig. Dass in dem See keine angenehmen Temperaturen herrschen können, sieht man ja allein schon daran, dass die da nur in Neoprenanzügen reingehen. Hinzu kommt, dass ich Süßwasser gegenüber generell skeptisch bin. Wasser ohne Salz drin ist merkwürdig. Außerdem gefällt mir der Gedanke nicht, dass das Wasser in einem See ja immer das gleiche Wasser ist... (abgesehen von Verdunstung und Regen). Das ist höchst dubios.
Auf dem Heimweg fiel mir dann auch auf, dass der See wohl doch weiter von meinem Wohnheim entfernt ist, als ich in Erinnerung hatte. Zwanzig Minuten Fußweg sind eher zutreffend. Aber ja an sich immer noch keine Entfernung.
Dieser recht schöne Tag voller Frischluft hat mir dann aber doch einen leichten Sonnenstich eingebrockt. Mein Kopf ist sehr empfindlich, was Licht angeht.
Da das Wetter sich hier aber von Tag zu Tag abzuwechseln scheint und dementsprechend am Folgenden der Regen dominierte, war ein gepflegtes zu Hause bleiben eine durchaus angenehme Abwechslung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen