Dienstag, 30. August 2011

Uvavu

Am Freitag hatte ich meinen zweiten Kurs.
Der heisst "Systemic Functional Grammar" und ist, wie der Name eventuell vermuten lässt, auf Englisch.
Der Kurs setzt sich aus Bachelor- und Masterstudenten zusammen, die dann jeweils mit anderen Aufgaben bestückt werden und hat - Achtung - um die 20 Teilnehmer!
Die meisten davon sind Norweger, die hier Englisch studieren, doch es gibt auch Leute aus anderen Sprachen, da man das Prinzip nicht nur auf das Englische anwenden kann. Neben mir, als Vertreter für Deutsch, finden sich noch Französisch, Japanisch und irgendwas, das ich vergessen habe.
Ich glaube, dass dieser Kurs der schwierigste sein wird. Vor allem, weil er meiner sprachwissenschaftlichen Grundeinstellung widerspricht. Ich bin ja der Meinung, dass man Sätze und Texte über die Form analysieren sollte und dass alles durch Regeln erklärbar ist. Wenn es für etwas keine Regel gibt, dann nur, weil noch niemand sie entdeckt hat. Da ist sie. Irgendwo.
Dieser Kurs versucht die Analyse eher über die Bedeutung. Das beinhaltet Kontext, Sprecherabsicht, etc., eben den ganzen Semantikkram, der mir generell etwas zu schwammig ist. Aber wir machen das angeblich sehr akkurat. Ich bin also gespannt. Und wer weiß? Vielleicht bin ich am Ende des Semesters ja zur Semantik konvertiert.


Inzwischen hat sich auch die Mitbewohnersituation verändert.
Simon ist ja schon vor einiger Zeit ausgezogen und sein Zimmer steht jetzt leer. Der unfreundliche Typ, den ich nur einmal überhaupt gesehen habe, ist auch weg. In seinem Zimmer wohnt jetzt Joke (ausgesprochen [dʒɔ’kɛ]). Sie ist aus Afrika und macht einen sehr ruhigen und netten Eindruck. Aus Maggies Zimmer kam neulich jemand mit langen dunklen Haaren, als er aber gehört hat, dass ich meine Tür aufgemacht habe, ist er in das Zimmer zurück. Maggie hab ich seit einer Weile nicht gesehen. Das führt mich zu der Vermutung, dass sie aus- und er eingezogen ist. Aber genaues weiß man nicht. Im letzten Zimmer wohnt ja der Inder, dessen Namen ich nicht mehr weiß und der auch gar kein Inder ist, sondern aus Nepal kommt. Er wohnt dort zusammen mit seiner Freundin. Zuerst habe ich gedacht, dass sie nur zu Besuch wäre, inzwischen glaube ich aber, dass die zwei dauerhaft auf ihren 13qm leben.
So richtig schön kann das auch nicht sein, besonders, wenn das Zimmer nebenan frei ist. Die könnten dann sogar ein Schlaf- und ein Wohnzimmer haben... Aber dann müsste man auch zweimal Miete zahlen.

Und zum Abschluss: Gestelltes Selbststudium. In seiner Darstellung korrekt, da auch ungestelltes Selbststudium so aussieht.

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