Es ist 7:30 Uhr als der Wecker klingelt.
Letzte Nacht haben wir vor dem Einschlafen noch ein bißchen Psychoville geguckt und es wurde damit doch später, als eigentlich geplant. Marlene ist gleich eingeschlafen danach und Palme tönte noch, dass er gar nicht müde sei und deswegen noch ein bißchen Musik hören werde. Sowie er aber die Kopfhörer seines mp3-Players platziert hat, höre ich allerdings auch schon massives Schnarchen neben mir. Das kommt recht überraschend, denn den Rest der Tage über war Palme zu unserer großen Überraschung ein stiller Schläfer.
Nicht aber heute. Als Pazifist versuche ich zunächst so einzuschlafen (ich muss bemerken, ich hatte Ohropax drin!), aber das stellte sich als erfolglos dar. Es war einfach zu laut. Also hab ich mit einem leichten Tritt angefangen. Aus dem wurde kräftige Tritte, schweres Rütteln und zum Abschluss sogar ein Foto von ihm mit Blitz um irgendeine Reaktion, bevorzugt Umdrehen oder Aufwachen, aus ihm herauszukriegen. Aber Pustekuchen. Nix. Wie ein Stein hat er einfach weitergeschlafen...
Deswegen bin ich erst so gegen halb drei eingeschlafen und fühle mich dementsprechend ein bißchen gerädert. Aber heute gilt es keine Schwäche vorzutäuschen, denn bevor um 17 Uhr Marlenes Zug geht und ich mich Richtung Flughafen aufmachen muss, wollen wir noch den Tag in Amsterdam verbringen.
Das Schöne an den Niederlanden sind die hervorragenden Zugverbindungen. Mit denen kommt man wirklich schnell rum.
Unser Gepäck haben wir sicher weggeschlossen und sind dann zu Fuß weiter gezogen. Einer der ersten Anblicke, der sich einem bietet, wenn man aus dem Bahnhof kommt, ist dieser:
Wir sind hauptsächlich unseren Fußspuren von vor ein paar Jahren gefolgt. Die Erinnerungen sind einfach zu gut, um sie nicht zu pflegen. Dementsprechend ließ sich ein Ausflug in den Desigual nicht vermeiden. Das ist der erste Laden, in dem Änne und ich jemals das rauschhafte Gefühl des Shoppens erlebt haben. Was Klamotten angeht, ist er bei mir auch heute noch der einzige.
Marlene und ich sind jedoch schnell fertig mit dem Durchgucken und konzentrieren uns lieber darauf Palme einzukleiden. Wir finden ihm die beste Hose der Welt, die ihm hervorragend steht und die er selbstverständlich kaufen muss. Ja, sie ist so gut, dass wir später noch einmal zurückgehen, damit Marlene sie sich auch holen kann.
Mein persönliches Hauptziel war der Waterstone's, ein britischer Buchladen. Doch der befindet sich momentan im Umbau und hat auch nicht die Bücher, die ich mir gewünscht hätte... Nach langem Suchen finde ich dann aber doch noch die Nummer 1 auf meiner Liste und verlasse den Laden sehr zufrieden mit meiner Neuerwerbung.
Selbstverständlich ist man nicht so richtig in Amsterdam gewesen, wenn man sich nicht auch das Rotlichtviertel anguckt. Hierbei bin ich recht skeptisch, denn es ist ja mitten am Tag und ich kann mir nicht vorstellen, dass da viel zu sehen ist. Doch Palme überzeugt mich vom Gegenteil und tatsächlich stehen auch tagsüber diverse Damen in ihren Fenstern. Allerdings nicht die erste Wahl, würde ich vermuten...
Ich würde ja ganz gerne die Oude Kerk sehen, aber wie auch schon in Delft kann man nicht in die Kirchen gehen, ohne Eintritt zu bezahlen. Ich finde ja, dass das eine Frechheit ist. Geld für eine Kirche? Sollte die nicht vielmehr Zufluchtsort für Jedermann sein? Böse Kapitalisten... überall sitzen sie.
Aber man kann sagen, was man will. Amsterdam ist mit den ganzen Grachten schon eine sehr schöne Stadt, die definitiv einen Besuch wert ist. Und die Holländer sind alle sehr nett. Vielleicht wollen die einem alle bloß was verkaufen, aber als wir zum Beispiel in einen Süßwarenladen stolpern, gibt uns die Frau hinter der Theke diverse Proben von ihren Eissorten... Die sind so gut, dass wir uns schnell davonstehlen müssen.
Unserem Budget entspricht da eher eine Mahlzeit bei Burgerking. Das entspricht auch eher der Tradition des vergangenen Amsterdamaufenthalts. So im Nachhinein stelle ich fest, dass wir nicht gerade gesund gelebt haben. Aber es war ja Urlaub und mein Blut bekommt hier schon noch genügend Zeit zum entfetten. Ich esse immerhin oft das Vegetarier-Essen in der Mensa...
Doch unsere Zeit ist irgendwann vorbei und wir spazieren langsam zum Bahnhof zurück... denn auch die schönsten paar Tage müssen ja mal zu Ende sein. Wir verabschieden also Marlene auf ihre lange Zugreise. Gott sei Dank hab ich das Wissen im Hinterkopf, dass sie ja schon in zwei Monaten herkommt...
Und so langsam machen auch wir uns auf den Weg zum verfluchten Flughafen Schiphol. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich schon aufgeschrieben habe. Spannungsbogen und so.
Dagens Låt: Freed From Desire - Gala
Sonntag, 25. September 2011
Loving lovely love - Dienstag, 20. September
Gut ausgeschlafen überlegen wir uns wie wir den Tag gestalten...
Palmes Freunde hatten einen Ausflug nach Den Haag geplant, bei dem wir eigentlich mit wollten, doch irgendwie wurde dieser Plan noch während der Geburtstagsfeier umgeschmissen und zu dem herzlich unattraktiven: Ein Tag im Zoo in Rotterdam umgemodelt. Hauptgrund dafür ist, dass eines der Mädchen aus Venezuela noch nie in einem Zoo war. Eine rührende Geschichte, aber für uns eher ein Anlass zum Abseilen.
Gestern haben wir aber auf unserem Streifzug durch die delft'schen Straßen einige Ausflugsziele entdeckt. Als allererstes steht das Vermeer-Museum auf dem Plan. Ich gebe zu ziemlich unwissend zu sein. Mir war nicht bekannt, dass Vermeer aus Delft kommt, ja, sein ganzes Leben nirgendwo anders verbracht hat. Aber man kann ja nicht alles wissen... Ich kannte auch nur ein Gemälde von ihm, den Klassiker, "Das Mädchen mit dem Perlenohrring". Auf jeden Fall hatten wir uns überlegt, dass uns ein bißchen Kultur ja nicht schaden kann. (Nur Palme war widerwillig, der hat nämlich den schönen Künsten endgültig zu Gunsten der Wissenschaft den Rücken gekehrt, der Stümper!)
Das Museum befindet sich passenderweise in dem Haus, in dem Vermeer gearbeitet hat und die Dame, bei der wir unsere Tickets kaufen, erklärt uns ganz genau, in welcher Reihenfolge wir das dreistöckige Museum anschauen sollen. Dabei fällt es sehr schwer ihr zuzuhören, sie hat nämlich derartig deformierte Zähne, wie ich sie noch nicht gesehen habe... und dann noch Englisch mit holländischem Akzent... das war schon anstrengend sich da erwachsen zu verhalten. Aber wir waren erfolgreich.
Ihrem Rat folgend haben wir im obersten Stockwerk angefangen. Dort bekommt man eine Einführung in die Symbolik die Vermeer verwendet. Das ist auf den ersten drei Tafeln noch ganz interessant, wird aber schnell lächerlich, da sich die meisten der Symbole ständig wiederholen (und somit auch ihre Erklärungstafeln) und prinzipiell hat ja alles mit Liebe zu tun.
Puuuh... als Mensch mit literaturhistorischer Bildung ist mir die Romantik ja nicht ganz fremd und auch ihr Symbolismus geht eben schwer in diese Richtung, aber diese Tafeln... Herr im Himmel. Die müssen von Frauen geschrieben worden sein, die unsterblich in Vermeer verliebt sind (oder aber seine Bildschirmperson in Form von Colin Firth). Man kann Sachen auch überinterpretieren... Aber wir nehmen es lustig und nutzen die Chance, ein Gemälde nachzustellen:
In der Etage darunter wird vorgestellt wie meisterlich Vermeer seine eigenen Farben mischte, mit Linien und Gesamtkompositionen umging und wie er das Licht nutzte. Zitat dazu: "Vermeer ist Licht." Alles klar.
Im Keller gibt es dann eine Filmvorführung, Reproduktionen mit köstlichen Bildbeschreibungen und diverse Möglichkeiten nachgestellten Gesprächen über Vermeer und seine Familie zuzuhören... Und immer nur Liebe, Liebe, Liebe... Das tut schon ein bißchen weh. Als wir rauskommen aus dem Haus, möchte ich am liebsten irgendwas kaputt machen oder zum Ausgleich einen Zombiefilm gucken. Doch wir finden Ablenkung in einem sehr schönen Strickladen, in dem wir uns allerdings nichts leisten können und in kindischen Frotzeleien:
Wenn man schon so gefragt wird... Hihihi.
Wir fliehen mal wieder in die Coffee Company. Zum szenigen Kaffee-trinkenden Jungvolk. Doch langsam kommt der Hunger und da kann auch der Kaffee nicht helfen. Schließlich entdecken wir eine recht günstige Pizzeria, die ziemlich gut aussieht und auch noch ein Angebot hat, bei dem man drei Pizzen für 15 Euro bekommt. Da müssen wir natürlich zuschlagen! Und da kann Palme ruhig öfter mal hingehen.
Gegessen wird selbstverständlich mal wieder an einer Gracht. Dort schwimmen immer recht viele Enten und Blässhühner drin. Die Blesshühner finde ich ziemlich gut. Die haben nämlich nicht nur diese komische weiße Platte vor'm Kopf, sondern auch riesige Füße. Ich stelle mal dar:
Die von denen in Delft sind sogar noch ein bisschen bunter!
Aber der Regen hängt uns über den Köpfen und Palme und Marlene wollen heute Abend noch zum Unikino. Ich würde auch gerne, habe aber beschlossen, die Zeit zu nutzen, um meine Stilanalyse zu schreiben, die ich noch am selbigen Abend abschicken muss. Ein bißchen Uni hier und da lässt sich als eifriger Student auch im Urlaub nicht vermeiden.
Also setze ich mich an Palmes Schreibtisch und kaue verbissen einen doofen Fussballbericht durch, während die anderen beiden Tekken spielen. Unikino war dann doch nicht, weil der Film in letzter Minute geändert wurde. Von einem animierten Kriegsfilm zu Ende der 80er Jahre Splatter. Und das ist dann doch nicht ganz Marlenes Genre.
Leider ist das schon unser letzter Abend in Delft, denn am Mittwoch ist Abreisetag, der zuvor in Amsterdam verbracht werden soll.
Also abschließend nochmal ein paar Delft Impressionen:
Dagens Låt: Zum Mittanzen! Superman Dance - Black Lace
Palmes Freunde hatten einen Ausflug nach Den Haag geplant, bei dem wir eigentlich mit wollten, doch irgendwie wurde dieser Plan noch während der Geburtstagsfeier umgeschmissen und zu dem herzlich unattraktiven: Ein Tag im Zoo in Rotterdam umgemodelt. Hauptgrund dafür ist, dass eines der Mädchen aus Venezuela noch nie in einem Zoo war. Eine rührende Geschichte, aber für uns eher ein Anlass zum Abseilen.
Gestern haben wir aber auf unserem Streifzug durch die delft'schen Straßen einige Ausflugsziele entdeckt. Als allererstes steht das Vermeer-Museum auf dem Plan. Ich gebe zu ziemlich unwissend zu sein. Mir war nicht bekannt, dass Vermeer aus Delft kommt, ja, sein ganzes Leben nirgendwo anders verbracht hat. Aber man kann ja nicht alles wissen... Ich kannte auch nur ein Gemälde von ihm, den Klassiker, "Das Mädchen mit dem Perlenohrring". Auf jeden Fall hatten wir uns überlegt, dass uns ein bißchen Kultur ja nicht schaden kann. (Nur Palme war widerwillig, der hat nämlich den schönen Künsten endgültig zu Gunsten der Wissenschaft den Rücken gekehrt, der Stümper!)
Das Museum befindet sich passenderweise in dem Haus, in dem Vermeer gearbeitet hat und die Dame, bei der wir unsere Tickets kaufen, erklärt uns ganz genau, in welcher Reihenfolge wir das dreistöckige Museum anschauen sollen. Dabei fällt es sehr schwer ihr zuzuhören, sie hat nämlich derartig deformierte Zähne, wie ich sie noch nicht gesehen habe... und dann noch Englisch mit holländischem Akzent... das war schon anstrengend sich da erwachsen zu verhalten. Aber wir waren erfolgreich.
Ihrem Rat folgend haben wir im obersten Stockwerk angefangen. Dort bekommt man eine Einführung in die Symbolik die Vermeer verwendet. Das ist auf den ersten drei Tafeln noch ganz interessant, wird aber schnell lächerlich, da sich die meisten der Symbole ständig wiederholen (und somit auch ihre Erklärungstafeln) und prinzipiell hat ja alles mit Liebe zu tun.
Puuuh... als Mensch mit literaturhistorischer Bildung ist mir die Romantik ja nicht ganz fremd und auch ihr Symbolismus geht eben schwer in diese Richtung, aber diese Tafeln... Herr im Himmel. Die müssen von Frauen geschrieben worden sein, die unsterblich in Vermeer verliebt sind (oder aber seine Bildschirmperson in Form von Colin Firth). Man kann Sachen auch überinterpretieren... Aber wir nehmen es lustig und nutzen die Chance, ein Gemälde nachzustellen:
In der Etage darunter wird vorgestellt wie meisterlich Vermeer seine eigenen Farben mischte, mit Linien und Gesamtkompositionen umging und wie er das Licht nutzte. Zitat dazu: "Vermeer ist Licht." Alles klar.
Im Keller gibt es dann eine Filmvorführung, Reproduktionen mit köstlichen Bildbeschreibungen und diverse Möglichkeiten nachgestellten Gesprächen über Vermeer und seine Familie zuzuhören... Und immer nur Liebe, Liebe, Liebe... Das tut schon ein bißchen weh. Als wir rauskommen aus dem Haus, möchte ich am liebsten irgendwas kaputt machen oder zum Ausgleich einen Zombiefilm gucken. Doch wir finden Ablenkung in einem sehr schönen Strickladen, in dem wir uns allerdings nichts leisten können und in kindischen Frotzeleien:
Wenn man schon so gefragt wird... Hihihi.
Wir fliehen mal wieder in die Coffee Company. Zum szenigen Kaffee-trinkenden Jungvolk. Doch langsam kommt der Hunger und da kann auch der Kaffee nicht helfen. Schließlich entdecken wir eine recht günstige Pizzeria, die ziemlich gut aussieht und auch noch ein Angebot hat, bei dem man drei Pizzen für 15 Euro bekommt. Da müssen wir natürlich zuschlagen! Und da kann Palme ruhig öfter mal hingehen.
Gegessen wird selbstverständlich mal wieder an einer Gracht. Dort schwimmen immer recht viele Enten und Blässhühner drin. Die Blesshühner finde ich ziemlich gut. Die haben nämlich nicht nur diese komische weiße Platte vor'm Kopf, sondern auch riesige Füße. Ich stelle mal dar:
Die von denen in Delft sind sogar noch ein bisschen bunter!
Aber der Regen hängt uns über den Köpfen und Palme und Marlene wollen heute Abend noch zum Unikino. Ich würde auch gerne, habe aber beschlossen, die Zeit zu nutzen, um meine Stilanalyse zu schreiben, die ich noch am selbigen Abend abschicken muss. Ein bißchen Uni hier und da lässt sich als eifriger Student auch im Urlaub nicht vermeiden.
Also setze ich mich an Palmes Schreibtisch und kaue verbissen einen doofen Fussballbericht durch, während die anderen beiden Tekken spielen. Unikino war dann doch nicht, weil der Film in letzter Minute geändert wurde. Von einem animierten Kriegsfilm zu Ende der 80er Jahre Splatter. Und das ist dann doch nicht ganz Marlenes Genre.
Leider ist das schon unser letzter Abend in Delft, denn am Mittwoch ist Abreisetag, der zuvor in Amsterdam verbracht werden soll.
Also abschließend nochmal ein paar Delft Impressionen:
Dagens Låt: Zum Mittanzen! Superman Dance - Black Lace
Samstag, 24. September 2011
Küchen, Krisen, Kuchen, Katastrophen - Montag, 19. September
Yay! Montag ist's!
Palme hat Geburtstag! Was für ein guter Tag. Oder...?
Hm. Eher nicht so.
Wie wäre es mit Brotaufstrich, der gruselig aussieht und kleine Explosionen im Mund macht? Sehr gern!
Aber ich fange am besten vorne an. Ich werde wach, als ich höre, dass Marlene und Palme miteinander konversieren. Widerwillig öffne ich also die Augen. Palme muss heute für zwei Stunden zur Uni und ist noch da, was für mich bedeutet, dass ich definitiv vor einer Zeit vernünftigen Ausschlafens wach geworden bin...
Mir wird schnell mitgeteilt, dass irgendwas mit dem Abfluss nicht stimmt. Das Waschbecken der Küche ist mit dem Abfluss von Dusche und Waschbecken im Bad verbunden und wenn man eines von letzteren beiden aufdreht, kommt aus der Dusche leider alles, was wir an den vorhergehenden Tagen abgewaschen haben...
Immerhin funktioniert die Toilette noch. Palme ruft die Duwo-Menschen an, die sich um die Spaceboxen kümmern, in denen er lebt und die versprechen, nachher jemanden vorbeizuschicken. Das ist gut. Marlene und ich sind ja da.
Der Vorbeikommende sieht aber schon beim Öffnen der Tür irgendwie zu jung für einen Klempner aus. Schnell stellt sich heraus, dass dieser Eindruck nicht täuscht. Er macht nämlich nicht mehr, als einmal um die Ecke zu schauen, sich den Schaden zu notieren und uns eine Telefonnummer von einer Klempnerfirma zu geben. Mit denen sollen wir einen Termin machen.
Selbstverständlich ist Palme bei seiner Rückkehr von diesen Neuigkeiten nicht all zu begeistert. Die Laune steigert sich auch nicht, als die Leute von der Firma ihm sagen, dass der früheste Termin am Mittwoch ist. Aber daran ändern können wir nichts. Oder?
Zunächst wische ich den ganzen Dreck aus der Küche. Dann schrauben wir den Abfluss auf und entfernen alles, was in unserer Reichweite zu entfernen ist. Natürlich liegt dort nicht das Problem... Also schrauben wir in der Küche den Abfluss auf und gestalten einen Kleiderbügel zum Reiniger um. Dabei werden eklige Sachen ans Licht gefördert, aber wirklich hilfreich ist auch das nicht.
Der letzte Ausweg: Ich rufe den Experten an - den Vater. Doch auch der rät uns, lieber auf professionelle Menschen zu warten.
Also waschen wir uns mit in einem Glas aufgefangenen Wasser vor der Tür die Hände und tüfteln ein Duschen-, Abwaschen- und alles mögliche andere System über einem Eimer aus, den man dann in der (Gott sei Dank nach wie vor funktionierenden) Toilette entleeren kann. Wie der Holländer sagen würde: Lekker.
Kein Wunder also, dass Palme so schnell wie möglich aufbrechen möchte. Muffig geht's in die Stadt. Und da essen meist gegen schlechte Laune hilft, besorgen wir uns erstmal eine Tüte Pommes und essen diese an einer Gracht.
Da habe ich auch einen Vogel gesehen, von dem keiner so richtig weiß, was er ist, aber ich finde den sehr schön. Deswegen habe ich ihn Birdram, Lieblingsvogel getauft.
Wichtiger war dann aber doch der dritte und letzte Schokoladenkuchen - der von Albert Heijn. Das ist eine Art Gedenktorte, denn das erste Mal haben wir die bei unserem unvergesslich-wunderbaren Amsterdam-Urlaub vor einigen Jahren gegessen. (Kowa hat mit seinen Fingern reingetatscht.)
Wir hatten die wärmsten Erinnerungen und mussten selbstverständlich testen, ob diese trügerisch waren und im Nachhinein glorifiziert wurden. Hier ist also das gute Stück:
Und wenige, genussvolle Minuten später: Zufriedene Gesichter!
(Die Reihenfolge war übrigens perfekt: Beginnen mit dem norwegischen Überkuchen, dann kleine Flaute mit der Daim-Torte und ein hervorragender Abschluss mit der Chocolate Mousse-Geburtstagsvariation, die wirklich ausgezeichnet ist.)
Wir sind dann noch ein bißchen durch die Gegend getingelt bevor wir zu 21 Uhr in der Stammkneipe der hiesigen Studenten einkehrten. Die liegt in einer schönen kleinen Seitengasse mit ganzjähriger Weihnachtsbeleuchtung.
Palme wollte hier seine Geburtstagsfeierlichkeiten halten und tat dies auch mit einer wirklich großen Anzahl internationaler Studenten. Spannend war's. Und sehr lustig, das kann man nicht anders sagen. Er hat da schon 'nen guten Haufen um sich. Details lasse ich dann aber doch aus. Der Humor liegt sicherlich nicht jedem.
Auf dem Heimweg haben wir dann noch ein schönes Kitschfoto gemacht.
Im wahrsten Sinne des Wortes herzallerliebst.
Dagens Låt: I Love The Smell - Vic Reeves & Bob Mortimer
Palme hat Geburtstag! Was für ein guter Tag. Oder...?
Hm. Eher nicht so.
Wie wäre es mit Brotaufstrich, der gruselig aussieht und kleine Explosionen im Mund macht? Sehr gern!
Aber ich fange am besten vorne an. Ich werde wach, als ich höre, dass Marlene und Palme miteinander konversieren. Widerwillig öffne ich also die Augen. Palme muss heute für zwei Stunden zur Uni und ist noch da, was für mich bedeutet, dass ich definitiv vor einer Zeit vernünftigen Ausschlafens wach geworden bin...
Mir wird schnell mitgeteilt, dass irgendwas mit dem Abfluss nicht stimmt. Das Waschbecken der Küche ist mit dem Abfluss von Dusche und Waschbecken im Bad verbunden und wenn man eines von letzteren beiden aufdreht, kommt aus der Dusche leider alles, was wir an den vorhergehenden Tagen abgewaschen haben...
Immerhin funktioniert die Toilette noch. Palme ruft die Duwo-Menschen an, die sich um die Spaceboxen kümmern, in denen er lebt und die versprechen, nachher jemanden vorbeizuschicken. Das ist gut. Marlene und ich sind ja da.
Der Vorbeikommende sieht aber schon beim Öffnen der Tür irgendwie zu jung für einen Klempner aus. Schnell stellt sich heraus, dass dieser Eindruck nicht täuscht. Er macht nämlich nicht mehr, als einmal um die Ecke zu schauen, sich den Schaden zu notieren und uns eine Telefonnummer von einer Klempnerfirma zu geben. Mit denen sollen wir einen Termin machen.
Selbstverständlich ist Palme bei seiner Rückkehr von diesen Neuigkeiten nicht all zu begeistert. Die Laune steigert sich auch nicht, als die Leute von der Firma ihm sagen, dass der früheste Termin am Mittwoch ist. Aber daran ändern können wir nichts. Oder?
Zunächst wische ich den ganzen Dreck aus der Küche. Dann schrauben wir den Abfluss auf und entfernen alles, was in unserer Reichweite zu entfernen ist. Natürlich liegt dort nicht das Problem... Also schrauben wir in der Küche den Abfluss auf und gestalten einen Kleiderbügel zum Reiniger um. Dabei werden eklige Sachen ans Licht gefördert, aber wirklich hilfreich ist auch das nicht.
Der letzte Ausweg: Ich rufe den Experten an - den Vater. Doch auch der rät uns, lieber auf professionelle Menschen zu warten.
Also waschen wir uns mit in einem Glas aufgefangenen Wasser vor der Tür die Hände und tüfteln ein Duschen-, Abwaschen- und alles mögliche andere System über einem Eimer aus, den man dann in der (Gott sei Dank nach wie vor funktionierenden) Toilette entleeren kann. Wie der Holländer sagen würde: Lekker.
Kein Wunder also, dass Palme so schnell wie möglich aufbrechen möchte. Muffig geht's in die Stadt. Und da essen meist gegen schlechte Laune hilft, besorgen wir uns erstmal eine Tüte Pommes und essen diese an einer Gracht.
Da habe ich auch einen Vogel gesehen, von dem keiner so richtig weiß, was er ist, aber ich finde den sehr schön. Deswegen habe ich ihn Birdram, Lieblingsvogel getauft.
Wichtiger war dann aber doch der dritte und letzte Schokoladenkuchen - der von Albert Heijn. Das ist eine Art Gedenktorte, denn das erste Mal haben wir die bei unserem unvergesslich-wunderbaren Amsterdam-Urlaub vor einigen Jahren gegessen. (Kowa hat mit seinen Fingern reingetatscht.)
Wir hatten die wärmsten Erinnerungen und mussten selbstverständlich testen, ob diese trügerisch waren und im Nachhinein glorifiziert wurden. Hier ist also das gute Stück:
Und wenige, genussvolle Minuten später: Zufriedene Gesichter!
(Die Reihenfolge war übrigens perfekt: Beginnen mit dem norwegischen Überkuchen, dann kleine Flaute mit der Daim-Torte und ein hervorragender Abschluss mit der Chocolate Mousse-Geburtstagsvariation, die wirklich ausgezeichnet ist.)
Wir sind dann noch ein bißchen durch die Gegend getingelt bevor wir zu 21 Uhr in der Stammkneipe der hiesigen Studenten einkehrten. Die liegt in einer schönen kleinen Seitengasse mit ganzjähriger Weihnachtsbeleuchtung.
Palme wollte hier seine Geburtstagsfeierlichkeiten halten und tat dies auch mit einer wirklich großen Anzahl internationaler Studenten. Spannend war's. Und sehr lustig, das kann man nicht anders sagen. Er hat da schon 'nen guten Haufen um sich. Details lasse ich dann aber doch aus. Der Humor liegt sicherlich nicht jedem.
Auf dem Heimweg haben wir dann noch ein schönes Kitschfoto gemacht.
Im wahrsten Sinne des Wortes herzallerliebst.
Dagens Låt: I Love The Smell - Vic Reeves & Bob Mortimer
Du olle Framboose, du! - Samstag & Sonntag, 17.-18. September
Am Samstag wachen wir in der Mitte des Vormittags auf und ich bereite erstmal den Gabentisch für Marlene vor, die heute ankommt.
Selbst wenn der Hauptanlass des Besuchs der Geburtstag von Palme ist, darf man nicht aus den Augen verlieren, dass Marlene schon Anfang August mit älter Werden dran war und immer noch keine Gabe von mir erhalten hat (da ich herausgefunden habe, dass jedes Päckchen nach Deutschland 30 Euro kostet - autsch).
Wir haben lange an dem perfekten Plan für unsere Schokokuchen gefeilt und sind uns einig, welchen wir wann essen wollen. Jetzt heisst es nur noch die zwei Übrigen zu besorgen. Für Sonntag steht die Ikea Daim-Torte auf dem Plan. Da man sonntags eher selten bei Ikea einkaufen kann, heisst das, dass wir uns jetzt zum schwedischen Möbelhaus begeben. Palme war bisher noch nicht zu Fuß da, ist aber optimistisch, dass er den Weg findet. Ich gebe zu, dass ich da skeptisch bin, aber was Orientierung angeht, ist sowas bei ihm wirklich absolut unnötig. Und der Weg bietet interessante Geschäfte.
Der Weg ist nicht ganz kurz und so richtig wach sind wir irgendwie auch nicht. Immerhin trotzen wir dem Regen in unseren 1A-Schöffeljacken. Im Ikea angekommen, kriege ich einen kurzen Preisschock. Alles ist so günstig! Wahnsinn!
Nur die Torte, die wir wollen, gibt es leider nicht. Zum Trost kaufen wir uns ein Softeis. Oder besser gesagt: Ich mir eins, Palme sich zwei.
Bis wir Marlene vom Zug holen ist noch ein bißchen Zeit und der Regen ist stärker geworden. Was bietet sich also mehr an, als in die Stadt zu wandern?
Wir müssen ja auch noch einkaufen, um heute Abend eine warme Mahlzeit zu haben und die Daim-Torte hoffentlich woanders einsacken zu können.
Und ich brauche Haardusch.
Und jetzt auch endlich mal ein, zwei Bilder von der Stadt:
Ja, die Holländer lieben ihre Fahrräder, kein Wunder in einem derartigen flachen Land. Der Kirchturm ist übrigens schief. Das sieht man hier nicht so gut. Aber ich hab noch bessere Fotos davon an anderer Stelle in der Hinterhand.
Wir holen also selbst gut durchgeweicht Marlene, die ewiglich im Zug-Stau stand vom Bahnhof ab, machen uns nach Hause und es gibt einen kuscheligen Abend mit Curry-Hühnchen, himmlischem norwegischen Schokokuchen und den Siedlern von Catan. Wir Spießer.
Sonntag sieht da schon ein bißchen aktiver aus. Wir spazieren eigentlich hauptsächlich durch die Stadt.
Sehr wichtig ist hierbei, dass wir Vla kaufen und auch Smoothies. Einer davon ist leider ziemlich eklig. Ich weiß gar nicht mehr so richtig, was drinne war. Mango und Pfefferminze vielleicht? Das war nahezu untrinkbar. Aber das Kaffeetrinken in der schicken Coffee Company hat das wieder ausgeglichen.
Oh, habe ich erwähnt, dass Jahrmarkt war? Was macht man auf einem Jahrmarkt? (Das gilt wohl nur für Leute, die sich nicht in die halsbrecherischen Karrusselverschnitte trauen...)
Ich muss sagen, dass ich von vielen der Schaufenster in Delft sehr beeindruckt war und deswegen übermäßig viele Fotos von denen zu bieten habe.
"Kerstballen breien met Arne & Carlos" ist allerdings mein absoluter Favourit.
Wieder zu Hause habe ich meine Haare gewaschen. Spannend, ich weiß.
Palmes Wasserdruck entspricht (mir fallen hier nur unapettitliche Beispiele ein) sehr wenig. Aus diesem Grund geschah das Ganze über seinem Küchenwaschbecken. Mit Genehmigung und Hilfe selbstfölgelich.
Und zur Daim-Torte bleibt zu sagen: Enttäuschend. Wirklich nicht besonders gut. Im Allgemeinen vielleicht ganz okay, aber im Vergleich mit meinem Mitbringsel sehr schwach.
Dagens Låt: Safety Dance, Literaly - Men Without Hats
Selbst wenn der Hauptanlass des Besuchs der Geburtstag von Palme ist, darf man nicht aus den Augen verlieren, dass Marlene schon Anfang August mit älter Werden dran war und immer noch keine Gabe von mir erhalten hat (da ich herausgefunden habe, dass jedes Päckchen nach Deutschland 30 Euro kostet - autsch).
Wir haben lange an dem perfekten Plan für unsere Schokokuchen gefeilt und sind uns einig, welchen wir wann essen wollen. Jetzt heisst es nur noch die zwei Übrigen zu besorgen. Für Sonntag steht die Ikea Daim-Torte auf dem Plan. Da man sonntags eher selten bei Ikea einkaufen kann, heisst das, dass wir uns jetzt zum schwedischen Möbelhaus begeben. Palme war bisher noch nicht zu Fuß da, ist aber optimistisch, dass er den Weg findet. Ich gebe zu, dass ich da skeptisch bin, aber was Orientierung angeht, ist sowas bei ihm wirklich absolut unnötig. Und der Weg bietet interessante Geschäfte.
Der Weg ist nicht ganz kurz und so richtig wach sind wir irgendwie auch nicht. Immerhin trotzen wir dem Regen in unseren 1A-Schöffeljacken. Im Ikea angekommen, kriege ich einen kurzen Preisschock. Alles ist so günstig! Wahnsinn!
Nur die Torte, die wir wollen, gibt es leider nicht. Zum Trost kaufen wir uns ein Softeis. Oder besser gesagt: Ich mir eins, Palme sich zwei.
Bis wir Marlene vom Zug holen ist noch ein bißchen Zeit und der Regen ist stärker geworden. Was bietet sich also mehr an, als in die Stadt zu wandern?
Wir müssen ja auch noch einkaufen, um heute Abend eine warme Mahlzeit zu haben und die Daim-Torte hoffentlich woanders einsacken zu können.
Und ich brauche Haardusch.
Und jetzt auch endlich mal ein, zwei Bilder von der Stadt:
Ja, die Holländer lieben ihre Fahrräder, kein Wunder in einem derartigen flachen Land. Der Kirchturm ist übrigens schief. Das sieht man hier nicht so gut. Aber ich hab noch bessere Fotos davon an anderer Stelle in der Hinterhand.
Wir holen also selbst gut durchgeweicht Marlene, die ewiglich im Zug-Stau stand vom Bahnhof ab, machen uns nach Hause und es gibt einen kuscheligen Abend mit Curry-Hühnchen, himmlischem norwegischen Schokokuchen und den Siedlern von Catan. Wir Spießer.
Sonntag sieht da schon ein bißchen aktiver aus. Wir spazieren eigentlich hauptsächlich durch die Stadt.
Sehr wichtig ist hierbei, dass wir Vla kaufen und auch Smoothies. Einer davon ist leider ziemlich eklig. Ich weiß gar nicht mehr so richtig, was drinne war. Mango und Pfefferminze vielleicht? Das war nahezu untrinkbar. Aber das Kaffeetrinken in der schicken Coffee Company hat das wieder ausgeglichen.
Oh, habe ich erwähnt, dass Jahrmarkt war? Was macht man auf einem Jahrmarkt? (Das gilt wohl nur für Leute, die sich nicht in die halsbrecherischen Karrusselverschnitte trauen...)
Ich muss sagen, dass ich von vielen der Schaufenster in Delft sehr beeindruckt war und deswegen übermäßig viele Fotos von denen zu bieten habe.
"Kerstballen breien met Arne & Carlos" ist allerdings mein absoluter Favourit.
Wieder zu Hause habe ich meine Haare gewaschen. Spannend, ich weiß.
Palmes Wasserdruck entspricht (mir fallen hier nur unapettitliche Beispiele ein) sehr wenig. Aus diesem Grund geschah das Ganze über seinem Küchenwaschbecken. Mit Genehmigung und Hilfe selbstfölgelich.
Und zur Daim-Torte bleibt zu sagen: Enttäuschend. Wirklich nicht besonders gut. Im Allgemeinen vielleicht ganz okay, aber im Vergleich mit meinem Mitbringsel sehr schwach.
Dagens Låt: Safety Dance, Literaly - Men Without Hats
Freitag, 23. September 2011
Oh my God, the wings are on fire... - Freitag, 16. September
Ich sitze vergangenen Freitag in der Uni.
Meine Gedanken sind allerdings woanders. Von dem, was wir besprechen, verstehe ich nicht viel. Dafür steht zu Hause fertig gepackt mein Rucksack. Wenn ich doch bloß nicht fliegen müsste, wäre alles gut. Ich darf auf jeden Fall nicht vergessen, den Schokokuchen einzupacken...
Denn geplant ist die Dessertwoche der Dekadenz. Gut, Woche ist ein bißchen übertrieben, denn es werden wohl nur drei Tage sein, an denen wir das durchziehen können, aber diese besagen: Pro Tag einen Schokokuchen. Mein Beitrag ist selbstverständlich das Wunder aus Norwegen.
Nach dem Seminar gehe ich noch gemütlich in die Mensa und gehe dann nach Hause, um meine Sachen zu holen und mich so langsam Richtung Flughafen zu begeben.
Der Zug dorthin, der Flytog, ist ja sehr angenehm. So gut wie leer und innerhalb von 19 Minuten am Ziel. Sehr angenehm. Allerdings nicht gut für die Wehmut, dass ich doch noch fliegen soll... Ganz allein.
Am Flughafen läuft alles gut, wenn man bedenkt, dass ich falsch mache, was man falsch machen kann.
Ich stehe am Check-In für betreutes In-Checken, weil ich nicht weiß, dass man das bei Norwegian alleine an einem Automaten machen soll. Mein Gepäck kann ich nicht bei allen anderen aufgeben, sondern beim Sondergepäck und fürchte deswegen jetzt schon seinen Verlust und als ich durch den Sicherheitsrahmen gehe, piept's.
Ich muss meine Schuhe ausziehen. Großartig. Die habe ich nämlich mit Doppelknoten gesichert, damit sie nicht aufgehen. Somit brauche ich pro Schuh ungefähr 5 Minuten und mache mich verdächtig, fürchte ich.
Auf Socken geht's weiter bis mir meine Schuchen dann durch die Röntgenmaschine entgegenkommen. Eigentlich wollte ich in der verbleibenden Wartezeit etwas für die Uni machen... Doch ich bin zu nervös.
Die Zeit vergeht allerdings auch so und es geht an Bord. Ich habe einen Fensterplatz und in der Reihe sitzt sonst nur noch ein Mann am Gang. Somit ist zumindest zwischen uns Platz. Das finde ich gut. Bewaffnet mit Musik und meinem Buch harre ich der Dinge, die da kommen. Und eigentlich geht auch alles ziemlich fix und reibungslos. Ich genieße die Aussicht bei besten Flugbedingungen. Besonders interessant sehen Wolken von oben aus.
Als wir landen ist es dunkel und unterhalb der Wolkendecke sind tausende kleine orange Lichter zu sehen. Doch wir kurven noch eine halbe Stunde auf der Rollbahn herum, bevor wir endlich aus der fliegenden Sardinenbüchse aussteigen können...
Dann habe ich Probleme damit mein Gepäck zu finden. Es war da wo es sein sollte, aber ich war woanders.
Dadurch habe ich gelernt, in Flughäfen IMMER nach oben zu gucken. Denn da hängen die Schilder und wenn man auch nur ein Schild übersieht, ist man ganz schnell hilflos!
In der Ankunftshalle werden ich vom schick Ray-Ban-bebrillten Palme in Empfang genommen und wir gehen zum Zug nach Delft.
In den Niederlanden reden die Leute komisch und es fahren alle 5 Minuten Züge irgendwohin. Das sind die Hauptaspekte, die ich über das Land gelernt habe.
In Delft angekommen, steht uns noch ein ziemlicher Fussmarsch zu ihm nach Hause bevor und sowie wir dort angekommen sind, tätigt Palme einen Anruf und macht klar, wo wir den Rest des Abends verbringen werden: Wir treffen uns mit Freunden von ihm in der Stadt.
Um dort schnell hinzukommen, nehmen wir das Fahrrad. Davon gibt es nur eins. Und das hat keinen Gepäckträger. Also ist der Plan, dass ich auf dem Sitz sitze und schön balanciere, während Palme im Stehen fährt. Ähm. Ok.
Wie ich das so höre, kommen mir alle möglichen Verletzungen in den Sinn, die wir dabei davon tragen könnten... Doch ich kann ihn nicht umstimmen und wir versuchen es. Man mag es kaum glauben, aber es ist alles ohne Probleme von statten gegangen. Es war nur unglaublich anstrengend (für Palme das Treten, für mich Beine und Bauch ständig anzuspannen), aber mindestens genauso unterhaltsam. Besonders in Kurven.
In der Stadt treffen wir uns dann mit Jordan, Kirk und Kathrin, Freunden von Palme und ich merke schnell, dass er sich hier in bester Gesellschaft befindet.
So Geophysiker scheinen doch alle aus ähnlichem Holz geschnitzt zu sein. Der Abend ist sehr lustig, hört aber nicht all zu spät auf, weil die anderen bedeutend früher als wir mit dem Partymachen angefangen haben und langsam müde werden.
Und nach Hause geht es dann Gott sei Dank zu Fuss...
Dagens Låt: Dizzy - Vic Reeves And The Wonder Stuff
Meine Gedanken sind allerdings woanders. Von dem, was wir besprechen, verstehe ich nicht viel. Dafür steht zu Hause fertig gepackt mein Rucksack. Wenn ich doch bloß nicht fliegen müsste, wäre alles gut. Ich darf auf jeden Fall nicht vergessen, den Schokokuchen einzupacken...
Denn geplant ist die Dessertwoche der Dekadenz. Gut, Woche ist ein bißchen übertrieben, denn es werden wohl nur drei Tage sein, an denen wir das durchziehen können, aber diese besagen: Pro Tag einen Schokokuchen. Mein Beitrag ist selbstverständlich das Wunder aus Norwegen.
Nach dem Seminar gehe ich noch gemütlich in die Mensa und gehe dann nach Hause, um meine Sachen zu holen und mich so langsam Richtung Flughafen zu begeben.
Der Zug dorthin, der Flytog, ist ja sehr angenehm. So gut wie leer und innerhalb von 19 Minuten am Ziel. Sehr angenehm. Allerdings nicht gut für die Wehmut, dass ich doch noch fliegen soll... Ganz allein.
Am Flughafen läuft alles gut, wenn man bedenkt, dass ich falsch mache, was man falsch machen kann.
Ich stehe am Check-In für betreutes In-Checken, weil ich nicht weiß, dass man das bei Norwegian alleine an einem Automaten machen soll. Mein Gepäck kann ich nicht bei allen anderen aufgeben, sondern beim Sondergepäck und fürchte deswegen jetzt schon seinen Verlust und als ich durch den Sicherheitsrahmen gehe, piept's.
Ich muss meine Schuhe ausziehen. Großartig. Die habe ich nämlich mit Doppelknoten gesichert, damit sie nicht aufgehen. Somit brauche ich pro Schuh ungefähr 5 Minuten und mache mich verdächtig, fürchte ich.
Auf Socken geht's weiter bis mir meine Schuchen dann durch die Röntgenmaschine entgegenkommen. Eigentlich wollte ich in der verbleibenden Wartezeit etwas für die Uni machen... Doch ich bin zu nervös.
Die Zeit vergeht allerdings auch so und es geht an Bord. Ich habe einen Fensterplatz und in der Reihe sitzt sonst nur noch ein Mann am Gang. Somit ist zumindest zwischen uns Platz. Das finde ich gut. Bewaffnet mit Musik und meinem Buch harre ich der Dinge, die da kommen. Und eigentlich geht auch alles ziemlich fix und reibungslos. Ich genieße die Aussicht bei besten Flugbedingungen. Besonders interessant sehen Wolken von oben aus.
Als wir landen ist es dunkel und unterhalb der Wolkendecke sind tausende kleine orange Lichter zu sehen. Doch wir kurven noch eine halbe Stunde auf der Rollbahn herum, bevor wir endlich aus der fliegenden Sardinenbüchse aussteigen können...
Dann habe ich Probleme damit mein Gepäck zu finden. Es war da wo es sein sollte, aber ich war woanders.
Dadurch habe ich gelernt, in Flughäfen IMMER nach oben zu gucken. Denn da hängen die Schilder und wenn man auch nur ein Schild übersieht, ist man ganz schnell hilflos!
In der Ankunftshalle werden ich vom schick Ray-Ban-bebrillten Palme in Empfang genommen und wir gehen zum Zug nach Delft.
In den Niederlanden reden die Leute komisch und es fahren alle 5 Minuten Züge irgendwohin. Das sind die Hauptaspekte, die ich über das Land gelernt habe.
In Delft angekommen, steht uns noch ein ziemlicher Fussmarsch zu ihm nach Hause bevor und sowie wir dort angekommen sind, tätigt Palme einen Anruf und macht klar, wo wir den Rest des Abends verbringen werden: Wir treffen uns mit Freunden von ihm in der Stadt.
Um dort schnell hinzukommen, nehmen wir das Fahrrad. Davon gibt es nur eins. Und das hat keinen Gepäckträger. Also ist der Plan, dass ich auf dem Sitz sitze und schön balanciere, während Palme im Stehen fährt. Ähm. Ok.
Wie ich das so höre, kommen mir alle möglichen Verletzungen in den Sinn, die wir dabei davon tragen könnten... Doch ich kann ihn nicht umstimmen und wir versuchen es. Man mag es kaum glauben, aber es ist alles ohne Probleme von statten gegangen. Es war nur unglaublich anstrengend (für Palme das Treten, für mich Beine und Bauch ständig anzuspannen), aber mindestens genauso unterhaltsam. Besonders in Kurven.
In der Stadt treffen wir uns dann mit Jordan, Kirk und Kathrin, Freunden von Palme und ich merke schnell, dass er sich hier in bester Gesellschaft befindet.
So Geophysiker scheinen doch alle aus ähnlichem Holz geschnitzt zu sein. Der Abend ist sehr lustig, hört aber nicht all zu spät auf, weil die anderen bedeutend früher als wir mit dem Partymachen angefangen haben und langsam müde werden.
Und nach Hause geht es dann Gott sei Dank zu Fuss...
Dagens Låt: Dizzy - Vic Reeves And The Wonder Stuff
Morgens, 4 Uhr in Oslo, die Frisur sitzt.
Donnerstagmorgen, 4.00 Uhr: Ich komme bei mir zu Hause an. Dreieinhalb Stunden nach der geplanten Ankunft.
Was war passiert?
19:30 Uhr, Flughafen Schiphol, Amsterdam: Palme bringt mich nach dem Check-In noch zur Sicherheitskontrolle und verabschiedet sich. Alle Flüge müssen selbstverständlich durch die gleiche Sicherheitsschleuse und das dauert einige Zeit. Gegen 20 Uhr sitze ich an meinem Gate. In 45 Minuten soll es ins Flugzeug gehen. 21:25 Uhr ist dann die geplante Abflugszeit.
Ich mache es mir gemütlich und bringe meine Übersetzung für meinen morgigen Stilistikkurs ins Reine. Die Boardingzeit naht, aber es ist noch kein Flugzeug zu sehen. Ich erinnere mich an den Herflug. Man kann hier schon mal eine Weile warten, bis man als Flugzeug tatsächlich ans Flughafengebäude vorgelassen wird. Schiphol ist ein großer Flughafen mit viel Verkehr. Kurz nach 21 Uhr kommt die Maschine dann. Die Boardingpässe wurden bereits kontrolliert, es müssen nur noch alle schnell einsteigen. Ich freue mich auf meinen Sitz am Gang und bin nach ein paar Minuten noch mehr begeistert, denn ich stelle fest, dass ich meine gesamte Dreiersitzreihe für mich selbst habe. Platz!
Doch das Flugzeug startet und startet einfach nicht. Nach einer Weile kommt dann die Durchsage des Kapitäns: Das Flugzeug neben uns, auch ein Norwegian-Flug, sollte eigentlich nach Kopenhagen weiterfliegen, aber die Landungsbrücke wurde gegen die Tür gerammt, hat diese kaputt und das Flugzeug damit flugunfähig gemacht. Wir möchten uns bitte kurz gedulden, es wird debattiert, ob wir die Passagiere nicht bei uns mit an Bord nehmen und über Kopenhagen fliegen sollen.
Nach einer ganzen Menge Geduld erfahren wir das Ergebnis: Die Leute sind auf dem Weg in unser Flugzeug. Wir sollen so gut Platz machen wie möglich und nicht all zu böse sein.
Nach ein paar weiteren Minuten ist das Flugzeug rappelvoll. Das Verstauen des Handgepäcks erweist sich als schwierig, Leute, die wenig haben (so wie ich), müssen es sich an die Füße stellen. Und mit massig Verspätung fliegen wir also nach Kopenhagen.
Dort werden die Leute und das Gepäck so schnell wie möglich entladen, damit wir fix weiter können. Endlich habe ich meine Reihe für ich zurück und da ich ja weiß, dass ich allein bleiben werde, rutsche ich zum Fenster rüber. Immerhin gibt es Wasser (das gute Isklar sogar!) und Kaffee umsonst.
Ich mache mir meine Musik wieder auf die Ohren und versuche ein bißchen überzuschlafen. Doch diese gute Absicht wird schnell von Turbulenzen unterbrochen, die vielleicht nicht so schlimm waren, definitiv aber die heftigsten, die ich auf meinen 6 (bzw. 7) Flügen miterlebt habe. Heftiger Wind. Doch der Pilot beruhigt uns, wir nähern uns Oslo und je tiefer wir kommen, desto weniger wird es mit dem Schütteln.
Ich wundere mich, was der Flügel da für eine komische Fahne hinter sich herzieht... ob das wohl Wolken sind? Bei der Landung wird mir bewusst: Es ist Wasser, denn selbstverständlich regnet es stark in Oslo.
Wir landen 1:30 Uhr (und nicht 23:10 Uhr). Der Flughafen ist so gut wie verlassen, was bedeutet, dass es immerhin mit dem Gepäck fix geht. Ich mache mich so schnell wie möglich auf den Weg zu den Zügen, um festzustellen, dass der nächste um 5.25 Uhr fährt.
An dieser Stelle muss ich abwägen, ob ich lieber in Gardermoen bleibe, dort schlafe und früh in die Stadt fahre oder jetzt noch versuche, nach Hause zu kommen.
Ich bin sehr müde und hätte wirklich gerne mein Bett und zum Glück gibt es noch einen Bus, der die Flugbegleiterinnen nach Oslo bringt und die willigen Passagiere des späten Flugs auch mitnimmt. Nach 40 Minuten Busfahrt bin ich am Busterminal in Oslo.
Ich marschiere geschwind zum Hauptbahnhof um zu sehen, wann der nächste Nachtbus kommt und stelle erschrocken fest, dass die Nachtbusse nur am Wochenende fahren. Es ist 2:30 Uhr.
Da ein Taxi nicht in Frage kommt, schlüpfe ich in meine Regenjacke und werfe meinem Rucksack seinen Wetterschutz über, sattle auf und mache mich zu Fuß auf den Heimweg. Mir fällt spontan keine bessere Strategie ein, als der Straßenbahnlinie 18 zu folgen, die bis zur Uni fährt. Von da aus, kenn ich ja eine Abkürzung zu mir durch die Wohngebiete.
Je weiter ich gehe, desto mehr lässt die Dichte an Taxen und Regen nach. Und wenn ich nicht so müde wäre und mein Gepäck nicht so schwer, könnte man die 6km lange Wanderung mit Steigung (ich wohne ja auf einem der Berge) durch das stille, dunkle Oslo sicherlich genießen... Die letzten Meter den finalen Anstieg hoch sind die schwierigsten. Aber nach 1 1/2 Stunden Marsch bin ich zu Hause, lasse schweißgebadet meinen Rucksack fallen und schmeiße mich ins Bett.
Bis um 11 kann ich schlafen. Theoretisch. Praktisch ist das schwer umzusetzen, da ab um 8 unter meinem Fenster Rasen gemäht wird.
Doch war die Reise solche Strapazen wert?
Die nächsten Blogeinträge sollen dem geneigten Leser einen Eindruck verschaffen.
Dagens Låt: Level - The Raconteurs
Was war passiert?
19:30 Uhr, Flughafen Schiphol, Amsterdam: Palme bringt mich nach dem Check-In noch zur Sicherheitskontrolle und verabschiedet sich. Alle Flüge müssen selbstverständlich durch die gleiche Sicherheitsschleuse und das dauert einige Zeit. Gegen 20 Uhr sitze ich an meinem Gate. In 45 Minuten soll es ins Flugzeug gehen. 21:25 Uhr ist dann die geplante Abflugszeit.
Ich mache es mir gemütlich und bringe meine Übersetzung für meinen morgigen Stilistikkurs ins Reine. Die Boardingzeit naht, aber es ist noch kein Flugzeug zu sehen. Ich erinnere mich an den Herflug. Man kann hier schon mal eine Weile warten, bis man als Flugzeug tatsächlich ans Flughafengebäude vorgelassen wird. Schiphol ist ein großer Flughafen mit viel Verkehr. Kurz nach 21 Uhr kommt die Maschine dann. Die Boardingpässe wurden bereits kontrolliert, es müssen nur noch alle schnell einsteigen. Ich freue mich auf meinen Sitz am Gang und bin nach ein paar Minuten noch mehr begeistert, denn ich stelle fest, dass ich meine gesamte Dreiersitzreihe für mich selbst habe. Platz!
Doch das Flugzeug startet und startet einfach nicht. Nach einer Weile kommt dann die Durchsage des Kapitäns: Das Flugzeug neben uns, auch ein Norwegian-Flug, sollte eigentlich nach Kopenhagen weiterfliegen, aber die Landungsbrücke wurde gegen die Tür gerammt, hat diese kaputt und das Flugzeug damit flugunfähig gemacht. Wir möchten uns bitte kurz gedulden, es wird debattiert, ob wir die Passagiere nicht bei uns mit an Bord nehmen und über Kopenhagen fliegen sollen.
Nach einer ganzen Menge Geduld erfahren wir das Ergebnis: Die Leute sind auf dem Weg in unser Flugzeug. Wir sollen so gut Platz machen wie möglich und nicht all zu böse sein.
Nach ein paar weiteren Minuten ist das Flugzeug rappelvoll. Das Verstauen des Handgepäcks erweist sich als schwierig, Leute, die wenig haben (so wie ich), müssen es sich an die Füße stellen. Und mit massig Verspätung fliegen wir also nach Kopenhagen.
Dort werden die Leute und das Gepäck so schnell wie möglich entladen, damit wir fix weiter können. Endlich habe ich meine Reihe für ich zurück und da ich ja weiß, dass ich allein bleiben werde, rutsche ich zum Fenster rüber. Immerhin gibt es Wasser (das gute Isklar sogar!) und Kaffee umsonst.
Ich mache mir meine Musik wieder auf die Ohren und versuche ein bißchen überzuschlafen. Doch diese gute Absicht wird schnell von Turbulenzen unterbrochen, die vielleicht nicht so schlimm waren, definitiv aber die heftigsten, die ich auf meinen 6 (bzw. 7) Flügen miterlebt habe. Heftiger Wind. Doch der Pilot beruhigt uns, wir nähern uns Oslo und je tiefer wir kommen, desto weniger wird es mit dem Schütteln.
Ich wundere mich, was der Flügel da für eine komische Fahne hinter sich herzieht... ob das wohl Wolken sind? Bei der Landung wird mir bewusst: Es ist Wasser, denn selbstverständlich regnet es stark in Oslo.
Wir landen 1:30 Uhr (und nicht 23:10 Uhr). Der Flughafen ist so gut wie verlassen, was bedeutet, dass es immerhin mit dem Gepäck fix geht. Ich mache mich so schnell wie möglich auf den Weg zu den Zügen, um festzustellen, dass der nächste um 5.25 Uhr fährt.
An dieser Stelle muss ich abwägen, ob ich lieber in Gardermoen bleibe, dort schlafe und früh in die Stadt fahre oder jetzt noch versuche, nach Hause zu kommen.
Ich bin sehr müde und hätte wirklich gerne mein Bett und zum Glück gibt es noch einen Bus, der die Flugbegleiterinnen nach Oslo bringt und die willigen Passagiere des späten Flugs auch mitnimmt. Nach 40 Minuten Busfahrt bin ich am Busterminal in Oslo.
Ich marschiere geschwind zum Hauptbahnhof um zu sehen, wann der nächste Nachtbus kommt und stelle erschrocken fest, dass die Nachtbusse nur am Wochenende fahren. Es ist 2:30 Uhr.
Da ein Taxi nicht in Frage kommt, schlüpfe ich in meine Regenjacke und werfe meinem Rucksack seinen Wetterschutz über, sattle auf und mache mich zu Fuß auf den Heimweg. Mir fällt spontan keine bessere Strategie ein, als der Straßenbahnlinie 18 zu folgen, die bis zur Uni fährt. Von da aus, kenn ich ja eine Abkürzung zu mir durch die Wohngebiete.
Je weiter ich gehe, desto mehr lässt die Dichte an Taxen und Regen nach. Und wenn ich nicht so müde wäre und mein Gepäck nicht so schwer, könnte man die 6km lange Wanderung mit Steigung (ich wohne ja auf einem der Berge) durch das stille, dunkle Oslo sicherlich genießen... Die letzten Meter den finalen Anstieg hoch sind die schwierigsten. Aber nach 1 1/2 Stunden Marsch bin ich zu Hause, lasse schweißgebadet meinen Rucksack fallen und schmeiße mich ins Bett.
Bis um 11 kann ich schlafen. Theoretisch. Praktisch ist das schwer umzusetzen, da ab um 8 unter meinem Fenster Rasen gemäht wird.
Doch war die Reise solche Strapazen wert?
Die nächsten Blogeinträge sollen dem geneigten Leser einen Eindruck verschaffen.
Dagens Låt: Level - The Raconteurs
Mittwoch, 14. September 2011
For hjertet er livet enkelt.
Hach...
Ich schiebe mal eine kleine Buchempfehlung ein. Unmittelbar nach dem ich hier Ende Juli angekommen bin, habe ich mir "Min Kamp I" von Karl Ove Knausgård gekauft, habe aber erst jetzt richtig angefangen, es zu lesen.
Zunächst ist zu sagen, dass der Titel recht kontrovers ist, denn er würde sich direkt mit "Mein Kampf" übersetzen, wie man vielleicht vermuten kann. Das hat hier in Norwegen schon einiges an Diskussionen ausgelöst und ist in Deutschland schlicht und ergreifend nicht machbar, deswegen heisst das Buch dort "Sterben".
Karl Ove Knausgård hat sich vorgenommen, die Geschichte seines Lebens zu erzählen. Allerdings folgt er nicht dem standardisierten Schema einer Biografie, sondern hat seinen sehr eigenen Stil. Insgesamt gibt es sechs Bücher in dieser Reihe und das Thema des ersten ist der Tod seines Vaters.
Marlene und ich hatten ja die große Freude den Mann auf der Leipziger Buchmesse zu sehen und waren sehr von ihm begeistert. Umso froher macht es mich, dass mir das Buch nun tatsächlich so gut gefällt.
Es ist radikal ehrlich geschrieben und mir gefallen viele der Gedanken, die so im Kopfe des Herrn Knausgård vorgehen. Viele kleine Sachen, die einem zunächst unbedeutend erscheinen, füllt er mit viel Gewicht und Seitenumfang. Das sagt mir sehr zu, ich fühle mich in solchen Momenten immer liebevoll an die diverse Seiten anhaltende Beschreibung der Röcke der Großmutter in der Blechtrommel zurückerinnert...
Ansonsten gibt es nicht all zu viel neues. Mein rechtes Ohr lässt momentan aufgrund der Erkältung keine Geräusche durch. Da hoffe ich, dass der Luftdruck im Flugzeug am Freitag eventuell was dran ändern kann.
Außerdem habe ich im Seminar am Montag die Meinung meines Professors mit meinen Ansichten entkräftet. Das hat sich ziemlich gut angefühlt...
Und heute war dann auch tatsächlich mal wieder Sonnenschein. Das hab ich ja dank des wunderbaren Wetterdienstes auf der Aftenpostenhomepage vorhergesehen und mich deswegen ein bißchen in der Stadt umhergetrieben.
Momentan ziehe ich allerdings ernsthaft in Erwägung, mir ein gebrauchtes Fahrrad und eine Regenhose zuzulegen... Mal sehen, ob sich da gute Angebote finden lassen.
Desweiteren hat mir Mirjam gestern von einer Stellenausschreibung zur Hausaufgabenhilfe für Deutsch in einer Schule erzählt, die sie entdeckt hat, aber nicht wirklich nutzen kann, da man schon auch norwegisch sprechen sollte.
Da werde ich mir mal einen Lebenslauf basteln und sehen, was daraus wird.
Zunächst warten aber noch diverse Seiten Systemic Functional Grammar und eine Textanalyse auf mich...
Und aus sich näherndem Anlass ist das Lied des Tages: Fly Away von Jarle Bernhoft.
Ich schiebe mal eine kleine Buchempfehlung ein. Unmittelbar nach dem ich hier Ende Juli angekommen bin, habe ich mir "Min Kamp I" von Karl Ove Knausgård gekauft, habe aber erst jetzt richtig angefangen, es zu lesen.
Zunächst ist zu sagen, dass der Titel recht kontrovers ist, denn er würde sich direkt mit "Mein Kampf" übersetzen, wie man vielleicht vermuten kann. Das hat hier in Norwegen schon einiges an Diskussionen ausgelöst und ist in Deutschland schlicht und ergreifend nicht machbar, deswegen heisst das Buch dort "Sterben".
Karl Ove Knausgård hat sich vorgenommen, die Geschichte seines Lebens zu erzählen. Allerdings folgt er nicht dem standardisierten Schema einer Biografie, sondern hat seinen sehr eigenen Stil. Insgesamt gibt es sechs Bücher in dieser Reihe und das Thema des ersten ist der Tod seines Vaters.
Marlene und ich hatten ja die große Freude den Mann auf der Leipziger Buchmesse zu sehen und waren sehr von ihm begeistert. Umso froher macht es mich, dass mir das Buch nun tatsächlich so gut gefällt.
Es ist radikal ehrlich geschrieben und mir gefallen viele der Gedanken, die so im Kopfe des Herrn Knausgård vorgehen. Viele kleine Sachen, die einem zunächst unbedeutend erscheinen, füllt er mit viel Gewicht und Seitenumfang. Das sagt mir sehr zu, ich fühle mich in solchen Momenten immer liebevoll an die diverse Seiten anhaltende Beschreibung der Röcke der Großmutter in der Blechtrommel zurückerinnert...
Ansonsten gibt es nicht all zu viel neues. Mein rechtes Ohr lässt momentan aufgrund der Erkältung keine Geräusche durch. Da hoffe ich, dass der Luftdruck im Flugzeug am Freitag eventuell was dran ändern kann.
Außerdem habe ich im Seminar am Montag die Meinung meines Professors mit meinen Ansichten entkräftet. Das hat sich ziemlich gut angefühlt...
Und heute war dann auch tatsächlich mal wieder Sonnenschein. Das hab ich ja dank des wunderbaren Wetterdienstes auf der Aftenpostenhomepage vorhergesehen und mich deswegen ein bißchen in der Stadt umhergetrieben.
Momentan ziehe ich allerdings ernsthaft in Erwägung, mir ein gebrauchtes Fahrrad und eine Regenhose zuzulegen... Mal sehen, ob sich da gute Angebote finden lassen.
Desweiteren hat mir Mirjam gestern von einer Stellenausschreibung zur Hausaufgabenhilfe für Deutsch in einer Schule erzählt, die sie entdeckt hat, aber nicht wirklich nutzen kann, da man schon auch norwegisch sprechen sollte.
Da werde ich mir mal einen Lebenslauf basteln und sehen, was daraus wird.
Zunächst warten aber noch diverse Seiten Systemic Functional Grammar und eine Textanalyse auf mich...
Und aus sich näherndem Anlass ist das Lied des Tages: Fly Away von Jarle Bernhoft.
Sonntag, 11. September 2011
Tull og tøys II
Es ist 1:24 Uhr und unter meinem Fenster stehen alle Bewohner des Hauses auf der anderen Wegseite. Denn der Feueralarm lärmt.
Inzwischen ist die Feuerwehr da und es ist auch nichts außer ein bißchen Rauch.
Lärmlärmlärm.
Mein erster Feueralarm hier. Wie konnte ich die nur vergessen...
Inzwischen ist die Feuerwehr da und es ist auch nichts außer ein bißchen Rauch.
Lärmlärmlärm.
Mein erster Feueralarm hier. Wie konnte ich die nur vergessen...
Samstag, 10. September 2011
Og bris blei til sterk vind...
Ich habe gerade mal geschaut, was zu diesem Zeitpunkt vor zwei Jahren passiert ist und es stellt sich heraus, dass ich dort gerade Besuch von Änne, Kowa, Palme, Marlene und Svea hatte und wir den Tag am Sognsvann verbrachten.
Zur Erinnerung behelfsmäßig zusammengeflickt:
Hach... das war ein guter Tag.
Ich habe eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, weil ich durch meine Erkältung beschlossen habe, heute lieber einen ruhigen Samstag zu machen und viel zu lesen.
Also eigentlich zu öde, um darüber zu schreiben. Ich mache ja aufgrund meiner Vertrautheit mit der Stadt die Special Events nicht mit, sondern konzentriere mich lieber auf die Uni, für die es einiges zu tun gibt.
Im Übrigen habe ich herausgefunden, dass ich die einzige Person in meinem Jahrgang bin, die deutsche Sprachwissenschaft als Master studiert. Soviel also zu den Studienkollegen und dem mysteriös-kargen Kursangebot.
Aber zu einem anderen Thema. Ich bin sehr froh, dass ich Europäer bin. Das ist mir mal wieder besonders deutlich geworden, als ich das Waschsystem meiner asiatischen und afrikanischen Mitbewohner studierte.
Um kurz eine Hintergrundsituation zu schaffen: Die Waschmaschinen befinden sich nicht im Haus, sondern nur an bestimmten Stellen im Studentendorf. Die Wäscherei, die uns am nächsten ist, liegt auf der anderen Seite des Weges ungefähr 50m bergab.
Aber weder Alpen noch Joke benutzen die Wäscherei.
Die hauen das, was sie waschen wollen zusammen mit ein bißchen Pulver in einen Eimer. Den stellen sie dann in die Dusche. Der Eimer steht da so ein, zwei Tage, bis viel von dem Wasser verdunstet ist und dann werden die Sachen aufgehängt.
Das ist ein Prinzip, bei dem ich graue Haare kriegen könnte...
Vor allem mit Alpen. Der hat neulich Handtücher gewaschen. Und weil zwischen seinem und dem Zimmer von Lasse, der übrigens vom Erdboden verschluckt worden zu sein scheint, so viel Platz ist, steht dort immer sein Wäschtrockner.
Wer schon mal Handtücher lange Zeit über nass gelassen hat, weiß, dass sie ganz furchtbar stinken. Und diesen Duft darf man nun jedesmal genießen, wenn man zur Toilette will. Denn er nimmt die Wäsche auch nicht ab, wenn sie trocken ist. Sie bleibt dort so lange hängen, bis er sie wieder benutzt.
Oder neulich... Da geh ich morgens in die Küche, um mir Frühstück zu machen und das Gefrierfach steht auf. Sperrangelweit.
Okay, nicht wirklich, eigentlich nur 'nen Spalt. Das sperrangelweit war eine komödiantische Übertreibung. Aber selbstverständlich tropfte es. Das hat mich relativ kalt gelassen, weil ich nur fünf Fischstäbchen in meinem Fach hatte. Ich habe aber lange überlegt, ob ich den anderen Bescheid sagen sollte oder aber einen Zettel an die Tür klebe, auf dem steht, dass alles über Nacht abgetaut ist...
Dann ist mir aber eingefallen, dass das recht sinnlos wäre, denn die würden eh nichts anderes machen, als das wieder einzufrieren. Deswegen hab ich nur die Tür zugemacht und es auf sich beruhen lassen.
Aber bevor das hier so klingt, als würde ich mich nur beschweren: Es gibt auch Sachen, die mir an der Wohnung gefallen. Und dabei handelt es sich nicht um das verstaubte Bild vom kleinen Prinzen, das auf dem Klo hängt, nein.
Ich mag unseren Lichtschalter in der Küche. Auf dem ist nämlich Chewbacca drauf. Und mit Star Wars (den guten drei Filmen, nicht den neuen) kann man bei mir immer Punkten.
Dagens Låt: To Be By Your Side von Nick Cave. Und ja, es ist schon wieder Nick Cave... aber ich habe das Lied erst heute entdeckt und es ist so schön, aber auf keinem meiner 14 Alben... Deswegen verdient es Hervorhebung.
Zur Erinnerung behelfsmäßig zusammengeflickt:
Hach... das war ein guter Tag.
Ich habe eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, weil ich durch meine Erkältung beschlossen habe, heute lieber einen ruhigen Samstag zu machen und viel zu lesen.
Also eigentlich zu öde, um darüber zu schreiben. Ich mache ja aufgrund meiner Vertrautheit mit der Stadt die Special Events nicht mit, sondern konzentriere mich lieber auf die Uni, für die es einiges zu tun gibt.
Im Übrigen habe ich herausgefunden, dass ich die einzige Person in meinem Jahrgang bin, die deutsche Sprachwissenschaft als Master studiert. Soviel also zu den Studienkollegen und dem mysteriös-kargen Kursangebot.
Aber zu einem anderen Thema. Ich bin sehr froh, dass ich Europäer bin. Das ist mir mal wieder besonders deutlich geworden, als ich das Waschsystem meiner asiatischen und afrikanischen Mitbewohner studierte.
Um kurz eine Hintergrundsituation zu schaffen: Die Waschmaschinen befinden sich nicht im Haus, sondern nur an bestimmten Stellen im Studentendorf. Die Wäscherei, die uns am nächsten ist, liegt auf der anderen Seite des Weges ungefähr 50m bergab.
Aber weder Alpen noch Joke benutzen die Wäscherei.
Die hauen das, was sie waschen wollen zusammen mit ein bißchen Pulver in einen Eimer. Den stellen sie dann in die Dusche. Der Eimer steht da so ein, zwei Tage, bis viel von dem Wasser verdunstet ist und dann werden die Sachen aufgehängt.
Das ist ein Prinzip, bei dem ich graue Haare kriegen könnte...
Vor allem mit Alpen. Der hat neulich Handtücher gewaschen. Und weil zwischen seinem und dem Zimmer von Lasse, der übrigens vom Erdboden verschluckt worden zu sein scheint, so viel Platz ist, steht dort immer sein Wäschtrockner.
Wer schon mal Handtücher lange Zeit über nass gelassen hat, weiß, dass sie ganz furchtbar stinken. Und diesen Duft darf man nun jedesmal genießen, wenn man zur Toilette will. Denn er nimmt die Wäsche auch nicht ab, wenn sie trocken ist. Sie bleibt dort so lange hängen, bis er sie wieder benutzt.
Oder neulich... Da geh ich morgens in die Küche, um mir Frühstück zu machen und das Gefrierfach steht auf. Sperrangelweit.
Okay, nicht wirklich, eigentlich nur 'nen Spalt. Das sperrangelweit war eine komödiantische Übertreibung. Aber selbstverständlich tropfte es. Das hat mich relativ kalt gelassen, weil ich nur fünf Fischstäbchen in meinem Fach hatte. Ich habe aber lange überlegt, ob ich den anderen Bescheid sagen sollte oder aber einen Zettel an die Tür klebe, auf dem steht, dass alles über Nacht abgetaut ist...
Dann ist mir aber eingefallen, dass das recht sinnlos wäre, denn die würden eh nichts anderes machen, als das wieder einzufrieren. Deswegen hab ich nur die Tür zugemacht und es auf sich beruhen lassen.
Aber bevor das hier so klingt, als würde ich mich nur beschweren: Es gibt auch Sachen, die mir an der Wohnung gefallen. Und dabei handelt es sich nicht um das verstaubte Bild vom kleinen Prinzen, das auf dem Klo hängt, nein.
Ich mag unseren Lichtschalter in der Küche. Auf dem ist nämlich Chewbacca drauf. Und mit Star Wars (den guten drei Filmen, nicht den neuen) kann man bei mir immer Punkten.
Dagens Låt: To Be By Your Side von Nick Cave. Und ja, es ist schon wieder Nick Cave... aber ich habe das Lied erst heute entdeckt und es ist so schön, aber auf keinem meiner 14 Alben... Deswegen verdient es Hervorhebung.
Mittwoch, 7. September 2011
Tull og tøys I
Ich führe jetzt mal die Tull og tøys-Kategorie ein, für Sachen, die keinen eigenen Blog-Eintrag verdienen, sondern mehr so kurze Einwürfe sind.
Zum Beispiel hält mein einer Professor mich jetzt schon für merkwürdig. Er hat am Montag nämlich die Hausarbeitsthemen vorgestellt und im Anschluss gefragt, ob sich schon jemand für etwas entscheiden möchte.
Ich wusste SOFORT welches Thema ich bearbeiten will, denn es war das einzige, das meiner Meinung nach eine sinnvolle Hausarbeit abgeben kann. Deswegen schreibe ich jetzt über "Probleme der Graphematik".
Er schaute mich recht verwirrt an und sagte, dass er im Leben nicht damit gerechnet hätte, dass dieses Thema als erstes weggeht. Tja. Ich bin der Überraschungsbär.
Außerdem habe ich ein paar schöne neue Worte gelernt.
1. DØDSBO - das bedeutet Nachlass
2. HOPPESLOTT - das bedeutet Hüpfburg.
Und zum Thema Hüpfburg bin ich gezwungen, folgenden Link einzubauen:
Zum Beispiel hält mein einer Professor mich jetzt schon für merkwürdig. Er hat am Montag nämlich die Hausarbeitsthemen vorgestellt und im Anschluss gefragt, ob sich schon jemand für etwas entscheiden möchte.
Ich wusste SOFORT welches Thema ich bearbeiten will, denn es war das einzige, das meiner Meinung nach eine sinnvolle Hausarbeit abgeben kann. Deswegen schreibe ich jetzt über "Probleme der Graphematik".
Er schaute mich recht verwirrt an und sagte, dass er im Leben nicht damit gerechnet hätte, dass dieses Thema als erstes weggeht. Tja. Ich bin der Überraschungsbär.
Außerdem habe ich ein paar schöne neue Worte gelernt.
1. DØDSBO - das bedeutet Nachlass
2. HOPPESLOTT - das bedeutet Hüpfburg.
Und zum Thema Hüpfburg bin ich gezwungen, folgenden Link einzubauen:
Chi-Cha-Chomsky
Im strömenden Regen habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, den großen Vortrag von Noam Chomsky zu hören...
Da meine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel abgelaufen ist und ich recht überraschend an den Automaten keine neue kaufen kann, musste ich mir sogar ein Ticket ziehen, was den Vortrag von gratis auf 27 Kronen erhöht hat. Aber das ist noch eine Summe, die ich gerne investiere.
Leider hat aber auch das Stück in der T-Ban nicht mehr viel retten können. Selbstverständlich hat mich meine großartige Regenjacke sehr gut geschützt, aber meine Hose und auch meine Schuhe waren quitsche-quatsche nass. Deswegen hatte ich beschlossen, so lange wie möglich noch unten im warmen Teil des Chateau Neufs zu stehen und zu versuchen, anzutrocknen. Denn erfahrungsgemäß ist es im Storsalen ziemlich kalt.
So konnte ich auch noch den ein oder anderen interessanten Menschen beobachten. Zum Beispiel diesen hier:
Die Rückenaufschrift heisst soviel wie "Von der Welt gehasst, von deiner Mutter geliebt". Das fand ich ganz lustig und hat mich ein bißchen an die Schulzeitpunks in Bergen erinnert...
Aber dann war es auch an der Zeit seinen Platz zu suchen. Alle Leute sollten theoretisch eine halbe Stunde vor Beginn des Vortrags im Saal sein. Natürlich hat das nicht geklappt, aber bis 19 Uhr hatten sich dann doch alle versammelt und Professor Chomsky kam zum Podium.
Die Qualität meiner Bilder ist nicht so gut, aber das liegt daran, dass das Licht ein bißchen ungünstig für Fotos war und man nur ohne Blitz fotografieren durfte.
Nach zwei kurzen Einführungen begann Chomsky seinen politisch geprägten Vortrag (ich hab es ja prophezeit).
Zunächst gab es ein paar Probleme mit dem Mikrofon, aber Chomsky beruhigte uns schnell, denn er arbeitet ja am MIT, dem Zentrum moderner Technologie quasi, aber er hat noch nie eine große Veranstaltung erlebt, bei der die Mikrofonanlage nicht ausgefallen wäre, was wohl besonders bei den Diplomübergaben hilfreich wäre, weil da die meisten Reden sowieso langweilig sind.
Es ging im Groben um die Veränderung der Weltordnung, besonders des Mächteverhältnisses und des kontinuierlichen Abstiegs der USA. Dieser begann laut Chomsky bereits 1949. Im Großen und Ganzen ist er der Meinung, dass man allerdings nicht von einer Verschiebung der Macht nach China oder aber Indien ausgehen kann. Vor diesen Ländern müssen wir keine Angst haben, es gibt zu viele Faktoren, die gegen sie sprechen. Was die genau sind, konnte er leider aus Zeitknappheit nicht erläutern. Auch wenn China eine bedeutende Industrienation ist, wird sie nie mit dem Status, den früher einmal England und im Anschluss die USA inne hatten, vergleichbar sein.
Interessant waren auch seine Erläuterungen, warum die USA so gerne Diktatoren unterstützen und dass Präsident Obamas Beliebtheit im Moment geringer ist, als die von George Bush jemals war, während der Präsidentschaftskandidat aus Texas überzeugt ist, dass es keinen Klimawandel gibt und außerdem so religiös ist, dass er auf die Rückkehr von Jesus wartet, die höchstwahrscheinlich noch zu seinen Lebzeiten stattfinden wird. Da muss man sich mit Klima ja nicht aufhalten.
Umso erschreckender ist es, dass 1/3 der amerikanischen Bevölkerung diesem Mann vertrauen und ein mindestens ebenso großer Anteil der Meinung ist, dass man den Dingen, die in der Bibel stehen, wörtlich Folge leisten sollte...
Das wäre ganz lustig, wenn es sich nicht gerade um das mächtigste Land der Welt handeln würde...
Chomskys hielt seinen Vortrag etwa eine Stunde lang. Danach waren 10 Minuten Pause, in denen man Fragen an ihn notieren konnte, die dann in einem zweiten Block beantwortet wurden. Zu Beginn war es etwas schwierig, da der Mann einfach so viel weiß, dass es problematisch wird, kurze Antworten zu geben. Aber er hatte sich schnell auf ein Level eingepegelt, mit dem auch die Organisatoren leben konnten.
Also auch ohne linguistische Inhalte ein sehr, sehr spannender Abend mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Man sieht immerhin nicht alle Tage einen der großen Intellektuellen.
Nur auf meinem Rückweg sind meine in der Zwischenzeit getrockneten Hosen leider wieder komplett durchgeweicht. Aber ich war ja schon lange nicht mehr erkältet.
Da meine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel abgelaufen ist und ich recht überraschend an den Automaten keine neue kaufen kann, musste ich mir sogar ein Ticket ziehen, was den Vortrag von gratis auf 27 Kronen erhöht hat. Aber das ist noch eine Summe, die ich gerne investiere.
Leider hat aber auch das Stück in der T-Ban nicht mehr viel retten können. Selbstverständlich hat mich meine großartige Regenjacke sehr gut geschützt, aber meine Hose und auch meine Schuhe waren quitsche-quatsche nass. Deswegen hatte ich beschlossen, so lange wie möglich noch unten im warmen Teil des Chateau Neufs zu stehen und zu versuchen, anzutrocknen. Denn erfahrungsgemäß ist es im Storsalen ziemlich kalt.
So konnte ich auch noch den ein oder anderen interessanten Menschen beobachten. Zum Beispiel diesen hier:
Die Rückenaufschrift heisst soviel wie "Von der Welt gehasst, von deiner Mutter geliebt". Das fand ich ganz lustig und hat mich ein bißchen an die Schulzeitpunks in Bergen erinnert...
Aber dann war es auch an der Zeit seinen Platz zu suchen. Alle Leute sollten theoretisch eine halbe Stunde vor Beginn des Vortrags im Saal sein. Natürlich hat das nicht geklappt, aber bis 19 Uhr hatten sich dann doch alle versammelt und Professor Chomsky kam zum Podium.
Die Qualität meiner Bilder ist nicht so gut, aber das liegt daran, dass das Licht ein bißchen ungünstig für Fotos war und man nur ohne Blitz fotografieren durfte.
Nach zwei kurzen Einführungen begann Chomsky seinen politisch geprägten Vortrag (ich hab es ja prophezeit).
Zunächst gab es ein paar Probleme mit dem Mikrofon, aber Chomsky beruhigte uns schnell, denn er arbeitet ja am MIT, dem Zentrum moderner Technologie quasi, aber er hat noch nie eine große Veranstaltung erlebt, bei der die Mikrofonanlage nicht ausgefallen wäre, was wohl besonders bei den Diplomübergaben hilfreich wäre, weil da die meisten Reden sowieso langweilig sind.
Es ging im Groben um die Veränderung der Weltordnung, besonders des Mächteverhältnisses und des kontinuierlichen Abstiegs der USA. Dieser begann laut Chomsky bereits 1949. Im Großen und Ganzen ist er der Meinung, dass man allerdings nicht von einer Verschiebung der Macht nach China oder aber Indien ausgehen kann. Vor diesen Ländern müssen wir keine Angst haben, es gibt zu viele Faktoren, die gegen sie sprechen. Was die genau sind, konnte er leider aus Zeitknappheit nicht erläutern. Auch wenn China eine bedeutende Industrienation ist, wird sie nie mit dem Status, den früher einmal England und im Anschluss die USA inne hatten, vergleichbar sein.
Interessant waren auch seine Erläuterungen, warum die USA so gerne Diktatoren unterstützen und dass Präsident Obamas Beliebtheit im Moment geringer ist, als die von George Bush jemals war, während der Präsidentschaftskandidat aus Texas überzeugt ist, dass es keinen Klimawandel gibt und außerdem so religiös ist, dass er auf die Rückkehr von Jesus wartet, die höchstwahrscheinlich noch zu seinen Lebzeiten stattfinden wird. Da muss man sich mit Klima ja nicht aufhalten.
Umso erschreckender ist es, dass 1/3 der amerikanischen Bevölkerung diesem Mann vertrauen und ein mindestens ebenso großer Anteil der Meinung ist, dass man den Dingen, die in der Bibel stehen, wörtlich Folge leisten sollte...
Das wäre ganz lustig, wenn es sich nicht gerade um das mächtigste Land der Welt handeln würde...
Chomskys hielt seinen Vortrag etwa eine Stunde lang. Danach waren 10 Minuten Pause, in denen man Fragen an ihn notieren konnte, die dann in einem zweiten Block beantwortet wurden. Zu Beginn war es etwas schwierig, da der Mann einfach so viel weiß, dass es problematisch wird, kurze Antworten zu geben. Aber er hatte sich schnell auf ein Level eingepegelt, mit dem auch die Organisatoren leben konnten.
Also auch ohne linguistische Inhalte ein sehr, sehr spannender Abend mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Man sieht immerhin nicht alle Tage einen der großen Intellektuellen.
Nur auf meinem Rückweg sind meine in der Zwischenzeit getrockneten Hosen leider wieder komplett durchgeweicht. Aber ich war ja schon lange nicht mehr erkältet.
Montag, 5. September 2011
Ting og tang, bøtter og spann
Mir flusen gerade jede Menge Dinge im Kopf herum...
Die muss ich jetzt mal mehr oder weniger ordnen und in die Tasten hauen.
#1 : Ein neuer Mitbewohner.
Als ich am Freitag nach dem Granittrock nach Hause kam, saß jemand in der Küche, den ich noch nicht kannte. Das passiert hier für meinen Geschmack zu häufig, aber diesmal war ich sehr angenehm überrascht. Der junge Mann stellte sich als Lasse vor. Er ist ein Freund von Simon, der jetzt in Tromsø studiert und wohnt von nun an in seinem Zimmer. Er hat schon einen Bachelor als Ingenieur und studiert jetzt noch einmal Design. Dabei ist er in einem Programm, das ihn recht fix herum führt, denn (und hier lauert die schlechte Nachricht) in Oslo ist er nur für einen Monat. Danach geht's nach Polen, Deutschland, Frankreich und so weiter...
Das ist wirklich sehr schade muss ich sagen. Denn mit Lasse kann man sich sehr leicht unterhalten. Und er ist der Meinung, dass mein Norwegisch sehr gut wäre. Das zweifel ich nach wie vor leicht an. Aber das zu hören, ist schon auch nicht schlecht.
Auf jeden Fall hat er mir vor dem Hintergrund, dass mir der Prekestolen so gut gefallen hat, vorgeschlagen, mal zum Gaustatoppen in der Telemark zu fahren. Er hat mir auch direkt ein paar Fotos von seinem Familienausflug dahin gezeigt und das sieht echt super aus und steht von jetzt an auf der To-Do-Liste.
#2 : Nachtrag zum Putzen
Während meines Wohnungsputzes bin ich in der Wohnung wild auf und ab gelaufen. Wie man das so macht. Oder wie ich das so mache. Ich wusste, dass der Mensch aus Nepal und Joke nicht da waren. Und weil ich nicht jedesmal der Mensch aus Nepal schreiben möchte, nenne ich ihn von jetzt an als Freund des Anagramms Alpen.
Doch nach diversen Stunden absoluter Stille kam dann der Junge aus Maggies Zimmer heraus. Blöderweise zum gleichen Zeitpunkt, zu dem ich aus meinem Zimmer trat. Er versteckte sich also sofort wieder und ward nicht mehr gesehen.
Damit kann ich eindeutig den Preis für den merkwürdigsten Mitbewohner an das Phantom (so wird er von jetzt an heißen) abgeben.
#3 : Wahltag
Irgendwie bin ich immer hier, wenn gerade Wahl ist. Interessanterweise hat nach den bisherigen Umfragen die Arbeiterpartei, die durch den Umgang mit den Anschlägen vom 22. Juli großes Lob bekommen hat, keine Mehrheit.
Dennoch sind die allgemeinen Ergebnisse der Vorumfragen beruhigender, als die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, an denen ich brieflich teilgenommen habe. 6% für die NPD? Das ist erschreckend.
Was mich aber am meisten fasziniert, war dieser Wahlstand:
So eine schöne Oslo-Holzkonstruktion und wenn man ein Türchen aufmacht, kommen Wahlprogramme raus.
#4 : Noch mehr Politik und Bildung.
Am Samstag habe ich meine erforderlichen Stempel bekommen. Demnächst liegt dann meine norwegische Personennummer im Briefkasten und ich kann dann machen, was andere Norweger auch können. Ein Konto eröffnen zum Beispiel.
Sehr positiv war außerdem, dass ich herausgefunden habe, dass es ganz hervorragend ist, am Samstag in die Bibliothek zu gehen. Es war nämlich herrlich leer. Und ich bin ja großer Fan dieser grünen Lampen. Die sind aber auch schön.
Lediglich an die allgemeinen Öffnungszeiten muss ich mich noch gewöhnen. Denn in Leipzig hatten wir eine Bibliothek, die immer offen war. Rund um die Uhr. Gut, die hab ich nicht genutzt. Aber ich kenne Leute, die das tun.
Und die, in der ich mich aufgehalten habe, hatte auch bis 22 Uhr geöffnet. Hier wird die Hauptbibliothek um 19:45 Uhr dicht gemacht. Und am Samstag schon um 15 Uhr. Andererseits ist es sicherlich auch nicht verkehrt, seine Studenten zu sehr in den Lernwahnsinn zu treiben. Und es ist schöner ins Grüne zu schauen.
#5 : NOAM CHOMSKY.
Ich stand vorhin eine Stunde lang in einer Schlange, um ein Ticket für die morgige Vorlesung von Noam Chomsky abzugreifen. Die Veranstaltung an sich ist kostenlos, aber da unglaublich großer Andrang besteht, wird man nur hereingelassen, wenn man ein Ticket vorzuweisen hat. Und jeder in der Schlange durfte nur ein einziges haben. Der Saal, in dem der Herr spricht, fasst 1000 Menschen. Außerdem wird sein Vortrag über Videoleinwand in die anderen Räume der Studentenvereinigung übertragen.
Warum der Aufriss? Wer ist dieser Noam Chomsky?
Ach, es handelt sich nur um den bedeutendsten Sprachwissenschaftler der Welt. Chomsky ist der Begründer der generativen Grammatik und hat mit seinen Arbeiten nicht nur die Linguistik, sondern auch Kognitionswissenschaften und Psychologie bedeutend vorangetrieben. Es gibt auch heftige Kritik an seinen Erkenntnissen, aber das tut seiner Bedeutsamkeit keinen Abbruch. Inzwischen ist er außerdem als politischer Aktivist bekannt, der starke Kritik an der Außen- und Wirtschaftspolitik seines Heimatlandes, den USA, übt.
Ich bin sehr gespannt und freue mich auf morgen Abend.
Deswegen stand ich also eine halbe Stunde vor Beginn der Ticketvergabe in einer noch recht überschaubaren Schlange. So dachte ich zumindest. Doch als ich nach 10 Metern dann im Gebäude war, musste ich erschrocken feststellen, dass auf dem gesamten untersten Stockwerk noch ein ausgeklügeltes Schlängelsystem zu bewältigen war. Aber ich bin ja geduldig.
Als ich aus dem Samfundet kam, war die Schlange übrigens immer noch so lang:
So. Ich glaub, das war erstmal alles, was mir im Kopf rumschwirrt.
Bleibt nur noch eins zu sagen: Von Marlenes Blog möchte ich im Folgenden die Kategorie "Lied des Tages", also dagens låt, klauen.
dagens låt: Get Ready For Love von Nick Cave & The Bad Seeds.
Die muss ich jetzt mal mehr oder weniger ordnen und in die Tasten hauen.
#1 : Ein neuer Mitbewohner.
Als ich am Freitag nach dem Granittrock nach Hause kam, saß jemand in der Küche, den ich noch nicht kannte. Das passiert hier für meinen Geschmack zu häufig, aber diesmal war ich sehr angenehm überrascht. Der junge Mann stellte sich als Lasse vor. Er ist ein Freund von Simon, der jetzt in Tromsø studiert und wohnt von nun an in seinem Zimmer. Er hat schon einen Bachelor als Ingenieur und studiert jetzt noch einmal Design. Dabei ist er in einem Programm, das ihn recht fix herum führt, denn (und hier lauert die schlechte Nachricht) in Oslo ist er nur für einen Monat. Danach geht's nach Polen, Deutschland, Frankreich und so weiter...
Das ist wirklich sehr schade muss ich sagen. Denn mit Lasse kann man sich sehr leicht unterhalten. Und er ist der Meinung, dass mein Norwegisch sehr gut wäre. Das zweifel ich nach wie vor leicht an. Aber das zu hören, ist schon auch nicht schlecht.
Auf jeden Fall hat er mir vor dem Hintergrund, dass mir der Prekestolen so gut gefallen hat, vorgeschlagen, mal zum Gaustatoppen in der Telemark zu fahren. Er hat mir auch direkt ein paar Fotos von seinem Familienausflug dahin gezeigt und das sieht echt super aus und steht von jetzt an auf der To-Do-Liste.
#2 : Nachtrag zum Putzen
Während meines Wohnungsputzes bin ich in der Wohnung wild auf und ab gelaufen. Wie man das so macht. Oder wie ich das so mache. Ich wusste, dass der Mensch aus Nepal und Joke nicht da waren. Und weil ich nicht jedesmal der Mensch aus Nepal schreiben möchte, nenne ich ihn von jetzt an als Freund des Anagramms Alpen.
Doch nach diversen Stunden absoluter Stille kam dann der Junge aus Maggies Zimmer heraus. Blöderweise zum gleichen Zeitpunkt, zu dem ich aus meinem Zimmer trat. Er versteckte sich also sofort wieder und ward nicht mehr gesehen.
Damit kann ich eindeutig den Preis für den merkwürdigsten Mitbewohner an das Phantom (so wird er von jetzt an heißen) abgeben.
#3 : Wahltag
Irgendwie bin ich immer hier, wenn gerade Wahl ist. Interessanterweise hat nach den bisherigen Umfragen die Arbeiterpartei, die durch den Umgang mit den Anschlägen vom 22. Juli großes Lob bekommen hat, keine Mehrheit.
Dennoch sind die allgemeinen Ergebnisse der Vorumfragen beruhigender, als die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, an denen ich brieflich teilgenommen habe. 6% für die NPD? Das ist erschreckend.
Was mich aber am meisten fasziniert, war dieser Wahlstand:
So eine schöne Oslo-Holzkonstruktion und wenn man ein Türchen aufmacht, kommen Wahlprogramme raus.
#4 : Noch mehr Politik und Bildung.
Am Samstag habe ich meine erforderlichen Stempel bekommen. Demnächst liegt dann meine norwegische Personennummer im Briefkasten und ich kann dann machen, was andere Norweger auch können. Ein Konto eröffnen zum Beispiel.
Sehr positiv war außerdem, dass ich herausgefunden habe, dass es ganz hervorragend ist, am Samstag in die Bibliothek zu gehen. Es war nämlich herrlich leer. Und ich bin ja großer Fan dieser grünen Lampen. Die sind aber auch schön.
Lediglich an die allgemeinen Öffnungszeiten muss ich mich noch gewöhnen. Denn in Leipzig hatten wir eine Bibliothek, die immer offen war. Rund um die Uhr. Gut, die hab ich nicht genutzt. Aber ich kenne Leute, die das tun.
Und die, in der ich mich aufgehalten habe, hatte auch bis 22 Uhr geöffnet. Hier wird die Hauptbibliothek um 19:45 Uhr dicht gemacht. Und am Samstag schon um 15 Uhr. Andererseits ist es sicherlich auch nicht verkehrt, seine Studenten zu sehr in den Lernwahnsinn zu treiben. Und es ist schöner ins Grüne zu schauen.
#5 : NOAM CHOMSKY.
Ich stand vorhin eine Stunde lang in einer Schlange, um ein Ticket für die morgige Vorlesung von Noam Chomsky abzugreifen. Die Veranstaltung an sich ist kostenlos, aber da unglaublich großer Andrang besteht, wird man nur hereingelassen, wenn man ein Ticket vorzuweisen hat. Und jeder in der Schlange durfte nur ein einziges haben. Der Saal, in dem der Herr spricht, fasst 1000 Menschen. Außerdem wird sein Vortrag über Videoleinwand in die anderen Räume der Studentenvereinigung übertragen.
Warum der Aufriss? Wer ist dieser Noam Chomsky?
Ach, es handelt sich nur um den bedeutendsten Sprachwissenschaftler der Welt. Chomsky ist der Begründer der generativen Grammatik und hat mit seinen Arbeiten nicht nur die Linguistik, sondern auch Kognitionswissenschaften und Psychologie bedeutend vorangetrieben. Es gibt auch heftige Kritik an seinen Erkenntnissen, aber das tut seiner Bedeutsamkeit keinen Abbruch. Inzwischen ist er außerdem als politischer Aktivist bekannt, der starke Kritik an der Außen- und Wirtschaftspolitik seines Heimatlandes, den USA, übt.
Ich bin sehr gespannt und freue mich auf morgen Abend.
Deswegen stand ich also eine halbe Stunde vor Beginn der Ticketvergabe in einer noch recht überschaubaren Schlange. So dachte ich zumindest. Doch als ich nach 10 Metern dann im Gebäude war, musste ich erschrocken feststellen, dass auf dem gesamten untersten Stockwerk noch ein ausgeklügeltes Schlängelsystem zu bewältigen war. Aber ich bin ja geduldig.
Als ich aus dem Samfundet kam, war die Schlange übrigens immer noch so lang:
So. Ich glaub, das war erstmal alles, was mir im Kopf rumschwirrt.
Bleibt nur noch eins zu sagen: Von Marlenes Blog möchte ich im Folgenden die Kategorie "Lied des Tages", also dagens låt, klauen.
dagens låt: Get Ready For Love von Nick Cave & The Bad Seeds.
Abonnieren
Posts (Atom)














