Donnerstag, 1. September 2011

For eg bryr meg jo.

Die Tage ziehen ins Land. Morgen in zwei Wochen fliege ich schon nach Delft. Zum ersten Mal ganz alleine. Da darf ich gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst werde ich ganz aufgeregt.

Ich hatte heute mein drittes Seminar, Praktisches Deutsch und Stilistik. Es sind mal wieder vier Studenten. Zwei Norwegerinnen und zwei Deutsche. Die Norwegerinnen machen einen sehr netten Eindruck und auch der Kurs verspricht interessant zu werden und durchaus praktischer, als die bisherigen ausgerichtet zu sein.
Wir haben auch direkt als Übungsaufgabe eines Auszug aus einem Roman von Dag Solstad bekommen, den wir ins Deutsche übersetzen sollen. Das klingt nach einer spaßigen Aufgabe.
Das deutsche Mädchen, Ina, kann leider noch gar kein Norwegisch, deswegen wird der Kurs für sie wohl etwas schwieriger. Ihre Aufgabe ist deswegen, den Text zu lesen und so viel wie möglich davon zu verstehen.
Komischerweise studiert Ina Germanistik an der Uni Leipzig und hat sich ihr Empfehlungsschreiben für das Erasmussemester von Frau Dr. Poethe ausstellen lassen, wie ich es damals ebenfalls gemacht habe.
Um die Ironie noch zu toppen, verwenden wir mehrere Bücher und anderem eines aus der Reihe der Leipziger Skripten, verfasst von Frau Fix, Frau Poethe und Frau Yos. Alle Doktoren, selbstverständlich. Manchmal ist die Welt zu klein.

Dass wir wieder nur vier Studenten sind, zeigt ja ziemlich eindeutig den Mangel an norwegischen Studenten, die sich für Deutsch interessieren.
Dieser Umstand besorgt die deutsch-norwegische Handelskammer. Sie veranstaltet deswegen ein Seminar zum Thema "Deutsche Sprache und Kulturverständnis - wichtig für das norwegische Wirtschaftsleben". Torill hat mir davon erzählt und mir empfohlen, mich dort mal anzumelden. Aus diesem Grund werde ich am 12. Oktober nach Majorstuen fahren und mir anhören, was der Rektor der Uni, der norwegische Botschafter in Deutschland, der deutsche Botschafter in Norwegen, der Staatsrat, der Prodekan und noch viele andere wichtige Leute zu sagen haben.
Das ist wohl auch im Hinblick auf eine berufliche Zukunft keine schlechte Idee, sich in dieser Richtung mal etwas schlauer zu machen.

Außerdem gibt es demnächst noch diverse Infoveranstaltungen und Zukunftsmessen für neue Masterstudenten. Es gibt also viel zu tun.
Ich fühle mich auch jetzt schon so, als wäre ich mit meiner Lektüre hinterher... Darum wird jetzt direkt nochmal ein Lesenachmittag eingeschoben. Oder ich mache mich an die Übersetzung. Da hab ich noch mehr Lust zu.

Ich könnte vielleicht auch erwähnen, dass ich mir vorhin die polizeilichen Papiere abgeholt habe und somit eine offizielle Aufenthaltsgenehmigung für die nächsten 5 Jahre habe.
Das kann ich ja dann morgen im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums zelebrieren, bevor ich Samstagmorgen noch zur nationalen Registrierung muss. Ich kann die norwegische Personennummer schon fast riechen...

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