Freitag, 23. September 2011

Oh my God, the wings are on fire... - Freitag, 16. September

Ich sitze vergangenen Freitag in der Uni.
Meine Gedanken sind allerdings woanders. Von dem, was wir besprechen, verstehe ich nicht viel. Dafür steht zu Hause fertig gepackt mein Rucksack. Wenn ich doch bloß nicht fliegen müsste, wäre alles gut. Ich darf auf jeden Fall nicht vergessen, den Schokokuchen einzupacken...
Denn geplant ist die Dessertwoche der Dekadenz. Gut, Woche ist ein bißchen übertrieben, denn es werden wohl nur drei Tage sein, an denen wir das durchziehen können, aber diese besagen: Pro Tag einen Schokokuchen. Mein Beitrag ist selbstverständlich das Wunder aus Norwegen.

Nach dem Seminar gehe ich noch gemütlich in die Mensa und gehe dann nach Hause, um meine Sachen zu holen und mich so langsam Richtung Flughafen zu begeben.
Der Zug dorthin, der Flytog, ist ja sehr angenehm. So gut wie leer und innerhalb von 19 Minuten am Ziel. Sehr angenehm. Allerdings nicht gut für die Wehmut, dass ich doch noch fliegen soll... Ganz allein.
Am Flughafen läuft alles gut, wenn man bedenkt, dass ich falsch mache, was man falsch machen kann.
Ich stehe am Check-In für betreutes In-Checken, weil ich nicht weiß, dass man das bei Norwegian alleine an einem Automaten machen soll. Mein Gepäck kann ich nicht bei allen anderen aufgeben, sondern beim Sondergepäck und fürchte deswegen jetzt schon seinen Verlust und als ich durch den Sicherheitsrahmen gehe, piept's.
Ich muss meine Schuhe ausziehen. Großartig. Die habe ich nämlich mit Doppelknoten gesichert, damit sie nicht aufgehen. Somit brauche ich pro Schuh ungefähr 5 Minuten und mache mich verdächtig, fürchte ich.
Auf Socken geht's weiter bis mir meine Schuchen dann durch die Röntgenmaschine entgegenkommen. Eigentlich wollte ich in der verbleibenden Wartezeit etwas für die Uni machen... Doch ich bin zu nervös.
Die Zeit vergeht allerdings auch so und es geht an Bord. Ich habe einen Fensterplatz und in der Reihe sitzt sonst nur noch ein Mann am Gang. Somit ist zumindest zwischen uns Platz. Das finde ich gut. Bewaffnet mit Musik und meinem Buch harre ich der Dinge, die da kommen. Und eigentlich geht auch alles ziemlich fix und reibungslos. Ich genieße die Aussicht bei besten Flugbedingungen. Besonders interessant sehen Wolken von oben aus.
Als wir landen ist es dunkel und unterhalb der Wolkendecke sind tausende kleine orange Lichter zu sehen. Doch wir kurven noch eine halbe Stunde auf der Rollbahn herum, bevor wir endlich aus der fliegenden Sardinenbüchse aussteigen können...
Dann habe ich Probleme damit mein Gepäck zu finden. Es war da wo es sein sollte, aber ich war woanders.
Dadurch habe ich gelernt, in Flughäfen IMMER nach oben zu gucken. Denn da hängen die Schilder und wenn man auch nur ein Schild übersieht, ist man ganz schnell hilflos!
In der Ankunftshalle werden ich vom schick Ray-Ban-bebrillten Palme in Empfang genommen und wir gehen zum Zug nach Delft.
In den Niederlanden reden die Leute komisch und es fahren alle 5 Minuten Züge irgendwohin. Das sind die Hauptaspekte, die ich über das Land gelernt habe.
In Delft angekommen, steht uns noch ein ziemlicher Fussmarsch zu ihm nach Hause bevor und sowie wir dort angekommen sind, tätigt Palme einen Anruf und macht klar, wo wir den Rest des Abends verbringen werden: Wir treffen uns mit Freunden von ihm in der Stadt.
Um dort schnell hinzukommen, nehmen wir das Fahrrad. Davon gibt es nur eins. Und das hat keinen Gepäckträger. Also ist der Plan, dass ich auf dem Sitz sitze und schön balanciere, während Palme im Stehen fährt. Ähm. Ok.
Wie ich das so höre, kommen mir alle möglichen Verletzungen in den Sinn, die wir dabei davon tragen könnten... Doch ich kann ihn nicht umstimmen und wir versuchen es. Man mag es kaum glauben, aber es ist alles ohne Probleme von statten gegangen. Es war nur unglaublich anstrengend (für Palme das Treten, für mich Beine und Bauch ständig anzuspannen), aber mindestens genauso unterhaltsam. Besonders in Kurven.

In der Stadt treffen wir uns dann mit Jordan, Kirk und Kathrin, Freunden von Palme und ich merke schnell, dass er sich hier in bester Gesellschaft befindet.
So Geophysiker scheinen doch alle aus ähnlichem Holz geschnitzt zu sein. Der Abend ist sehr lustig, hört aber nicht all zu spät auf, weil die anderen bedeutend früher als wir mit dem Partymachen angefangen haben und langsam müde werden.
Und nach Hause geht es dann Gott sei Dank zu Fuss...

Dagens Låt: Dizzy - Vic Reeves And The Wonder Stuff

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