Donnerstag, 26. November 2009

Husk å pusse!!!

Ja, schon Karius und Baktus verbreiteten bereits für die Jüngsten diese Botschaft: Zähne puzten nicht vergessen!
Nicht, dass ich das vergessen hätte, ich denke nur äußerst ungern an die Konsequenzen... und den fiesen Zahnarzt, der meist an diesen dranhängt.
Das ist so eine böse, grundlegende Angst, die mir der eher unsanfte Dr. Porthun über die Jahre (im allerwahrsten Sinne des Wortes) schmerzhaft eingebläut hat...
Vielleicht tue ich damit einem Großteil der Zahnärzte Unrecht, weil das eigentlich furchtbar nette und besorgte Menschen sind, aber das ist mir egal. Wer sich einen Beruf aussucht, bei dem anderen Menschen konstant Schmerzen zufügt, mit dem stimmt was nicht! Davon bin ich überzeugt. Und auch das "Aber danach geht es einem doch viel besser"-Argument lasse ich nicht gelten. Im Mittelalter sind die ja auch irgendwie ohne sterile Räume und Bohrmaschinen in Mundnähe klargekommen...

Aber vom kleinen Pamphlet zurück zur Gegenwart. Neulich hatte ich Zahnschmerzen. Am Anfang hab ich es so gehandhabt wie alles Unangenehme: Versuchen zu vergessen. Ich habe also den Schmerz zwei Tage lang stillschweigend ertragen und weitestgehend versucht, ihn zu verdrängen... Doch er nahm überhand. Also erzählte ich Marlenen davon, die mir den weisen Rat gab, gefälligst zum Zahnarzt zu gehen... Das hatte ich auch tatsächlich vor, aber dann wurde es wieder besser.
Nur um einen Tag später wieder schlimmer zu werden. Diesmal musste ich auch Zahl davon berichten. Und meiner Mutti. Die gab mir einen gepflegten virtuellen Tritt in den Hintern und ich versprach ihr ganz artig am nächsten Tag zum Zahnarzt zu gehen.
Und Versprechen muss man halten. Also nahm ich am vorletzten Freitag all meinen Mut zusammen und marschierte zum Zahnarzt auf der anderen Straßenseite.
Mit der Frau dort sprach ich Englisch und sie erklärte mir, dass sie keine Zeit für mich haben, sie aber mal schnell in der Klinik ein paar Meter weiter anrufen könnte. So nett war die Gute, dass ich dieses Angebot natürlich dankend annahm. Und schwupps: Ich hatte meinen Termin.
Pünktlich um 14.00 Uhr stand ich also auf der Matte der Zahnärzte des Aarvoll Sentrum. All meinen Mut zusammenraffend ging ich auf die Sprechstundenhilfe zu: Eine indische Einwanderin, die kein Englisch sprach. Die Zukunft meines Gebisses lag von nun an in den Händen meiner norwegischen Sprachkenntnisse. Aber so ein Formular ist ja schnell ausgefüllt und während ich mit immer feuchter werdenden Händen im Wartezimmer schmore, gehen viele zufrieden aussehende Menschen aus der Praxis heraus... Hm... So schlimm kann das ja wohl nicht werden...
Dann kommt mein Arzt. Auch er ist indischer Einwanderer. Also weiterhin Konversation paa norsk. Na, dafür bin ich ja hier.
Fix verschafft er sich einen Überblick und macht sich ans Werk meine Gusche zu röntgen. Danach werd ich auf dem Terrorstuhl hochgefahren und bekomme ein Gerät in den Mund gehängt, das konstant Luft in den selbigen pustet. Helferinnen gibt es hier nicht. Dafür merkwürdige Technik. Vielleicht ist das ja auch in Deutschland inzwischen Standard, ich weiß es nicht. Zu lange habe ich mich vor einem solchen Besuch gedrückt...
Auf jeden Fall rennt der Mann aus dem Raum. Ich warte zehn Minuten mit offenem, gut ventilierten Mund und dann geht die Arbeit los. Gott sei Dank unter Betäubung, immerhin bin ich ein ausgeprägter Feigling und wenn man den Schmerz betäuben kann, sehr gern! Ich bin dabei!
Nach einer ganzen Weile Werkelei, bei der ich auf "Eheh" und "Eha" als Antworten beschränkt bin, starrt er mir auf einmal ganz entsetzt in den Mund, springt auf und verlässt den Raum! Was ist passiert? Hat er irgendwas wichtiges kaputtgemacht?! Verblute ich gerade in meinem Mund? Werde ich bald merken wie sich meine Mundhöhle mit warmen Blut anfüllt? Wenn der wiederkommt, spuck ich dem ins Gesicht!
Ja, Stress und Einsamkeit haben schon immer meine besten Gedanken hervorgebracht. Irgendwann kommt er jedenfalls wieder, grinst und sagt, dass ich fertig bin. Woraufhin er den Bohrer nimmt, noch ein bißchen nachjustiert und mir dann aber versichert, dass ich jetzt wirklich fertig bin!
Na danke auch.
Er würde mich gerne wiedersehen. Ich ihn nicht. Nachdem ich ihm erkläre, dass ich ein Student bin und kein Geld verdiene, schränkt sich auch sein Wunsch merklich ein. Dann soll ich mich lieber in Deutschland weiterbehandeln lassen, da ist das billiger. Und das ist es tatsächlich, denn als die Zahnarzthelferin mir die stolze Summe von 1377 Kronen entgegennuschelt, kippe ich fast aus den Latschen.
Aber der Schmerz ist weg und als ich die Praxis verlasse, hat sich eine seichte Schneedecke ausgebreitet, die in den weiteren Stunden dicker und dicker wird. Morgen sollen mich Zahl und Marco besuchen kommen und ich hoffe, dass der Schnee bis dahin liegen bleibt (dramaturgischer Spoiler: Er tut es nicht.).
Naja, immerhin habe ich jetzt das Gesundheitswesen hier auch mal kennen gelernt und als ich in meinen Kursen davon erzählte, erntete ich entgeisterte Blicke, denn selbst die deutschen Studenten, die komplett hierher ausgewandert sind und schon seit 3 bis 5 Jahren hier leben, gehen immernoch in Deutschland zum Zahnarzt...
Allerdings bin ich auch ganz froh, dass ich wenigstens im Land bleiben konnte, denn Andi musste zur Behandlung seines Tinitus nach Deutschland fliegen.
Offensichtlich gibt es hier nicht sowas wie eine Notaufnahme in jedem Krankenhaus, nein, man muss in die Innenstadt zur "Legevakten" (siehe Bild) und dort sein Leid klagen. Die Leute dort sagen einem dann, wo man hin muss. Und der Ohrenarzt, bei dem Andi war, der hätte sich frühestens in ein paar Wochen (oder waren es gar Monate?) um ihn kümmern können... Da war es dann doch sicherer mal fix in die Heimat zu huschen...
Es ist eben nicht alles perfekt.
Obwohl die hier ganz dicht dran sind.

Vintersju.

Mittwoch, 25. November 2009

Jeg kan spise meg selv kanskje!?

(Kostprobe bei Klick auf Überschrift!)

Die Prüfungen rücken näher und näher und ich lege natürlich ganz besonders viel Wert auf meine praktischen Norwegisch-Kenntnisse. Wenn ich auch sonst nichts kriege, Hauptsache das ist gut. Um die Sprache zu verbessern, ist es enorm hilfreich viel von der Sprache zu hören...
Vor einigen Wochen war ich mal mit Andi in unserem Studentersamfunnet und dort konnte man seine Lieblingsyoutubevideos in eine Liste eintragen und sie wurden dann auf großer Leinwand allen vorgeführt. Dabei lief ein Video von den "Raske Menn", den schnellen Männern, die die Geschichte der Welt (aus leicht eingenorwegischter Perspektive) innerhalb von 5 Minuten erzählten...
Das ging mir damals einen Zacken zu schnell, ich habe zwar Bruchteile verstanden und konnte auch lachen, aber insgesamt war ich mit meiner Hör-Verstehns-Leistung unzufrieden. Um mal zu überprüfen, ob ich Fortschritte gemacht habe, sah ich mir neulich das Video nochmal an: Und siehe da! Tatsächlich verstand ich schon eine ganze Menge mehr. Und dieses Trio war mir auch sehr sympathisch...
Normalerweise finde ich ja Sketche und Stand-Up Comedy eher nicht so ansprechend. All die Mario Barths und Michael Mittermeyers dieser Welt können mir herzlich gern gestohlen bleiben... und auch die Bullyparade habe ich früher zwar gerne geguckt, aber so richtig zum Lachen gebracht hat die mich auch nur in Ausnahmesituationen...
Aber ich habe mich durch diverse Videos der Raske Menn geklickt und bin hellauf begeistert...!

Mit kurzen Hosen und Kniestrümpfen bewaffnet machen sich Anders Hoff, Oyvind Rafto und Calle Hellevang-Larsen in ihrer Sendung "Snabb Grabbar" über alles, was nicht niet- und nagelfest ist lustig! Dazu gehören Blinde, Nachrichtensprecher, Märchen, Fliegen, Dänen, Schweden, sämtliche andere Norweger, gerne auch mal Bären und vor allem Hitler.
In unglaublichem Halbdeutsch/Halbnorwegisch (z.B. "Können wir nicht den Kindern aus dem Vindu gekastet?" = Können wir nicht die Kinder aus dem Fenster werfen?)erfährt man wieso Hitler seinen Schnurrbart so trug, wie er sich morgens aus den Federn schälte, was er von dem norwegischen Nazi-Parteiführer Quisling hielt und was der eigentliche Grund für den Zweiten Weltkrieg war...
Der Humor dieser drei Herren spricht mich enorm an und bis auf die mit Wortspielen gespickten Nachrichten, kommt auch das Verständnis nicht allzu kurz!

Und wie das so ist, wenn man in der norwegischen Hauptstadt wohnt, ist man ständig mit Versuchungen konfrontiert. Denn die guten Herren spielen hier des öfteren ihre neue Live-Show im Christiania Theater. Ich bin versucht hinzugehen. Ich bin enorm versucht hinzugehen. Einziges Problem: Hält sich das Preis-Verständnis-Verhältnis die Balance? Denn was gut ist, ist leider nicht billig...
Bei der Überlegung hilft Gott sei Dank das gute Youtube.

Vintersju.

"You look like Magnum P.I.!" -"This is going nowhere... I´m bringing back the moustache!"

Das, was vor wenigen Monaten noch die Hornbrille war, ist dieser Tage auf Oslos Straßen der Schnurrbart.
Nicht, dass die Hornbrille ihre Macht als Statussymbol verloren hätte, nein, viel häufiger trifft man eine Kombination aus beidem an. Männliche Hornbrillenträger lassen sich also vermehrt einen Schnurrbart stehen. Sie kommen in allen Farben und Formen und vor allem auch an den jüngsten Mitbürgern dieser Stadt, die Gesichtsbehaarung aufweisen. Es ist höchst merkwürdig...
Worin liegt die Erklärung für dieses Phänomen?
Ich persönlich habe mir zwei Theorien erdacht.
Nummer 1: Popkultur. Mit der Veröffentlichung von Quentin Tarantinos Inglourious Basterds haben viele junge, beeinflussbare Menschen Brad Pitt einen Schnurrbart durch das Frankreich des Zweiten Weltkrieges tragen sehen und sich vielleicht gedacht, dass sie auch gerne so aussehen würden wie frisch aus den 40ern gefallen.

Nummer 2: Retro. Es ist ja so, dass mehr und mehr Vertreter der Weiblichkeit sich letzthin klamottentechnisch stark an den 80ern orientieren. Alles ist grell oder glitzert. Schon oft erfüllte es mich mit Schrecken, wenn mir eine lebende Diskokugel auf dünnen Beinchen entgegengestelzt kam... Vielleicht ist es also den Männern ein Bedürfnis angemessen beschissen auszusehen und sie lassen sich aus diesem Grund einen Oberlippenbart stehen...
Mir missfällt dieser Trend in den meisten Fällen. Eigentlich darf nur Howard Moon einen Schnurrbart tragen und selbst der versprüht eine leicht pädophile Aura.

Andererseits befinden wir uns ja auch in der Dunkelzeit und es wird kalt. Vielleicht friert der Norweger, der trotz Minusgraden gerne noch zum Kaffee oder Weinchentrinken draußen sitzt, ja nur an der Oberlippe und muss diese deswegen schützen.
So oder so ist der Schnurrbartspuck hoffentlich im Frühjahr vorbei...

Vintersju.

Mittwoch, 18. November 2009

Gåsehud betyr at det er ting på ferde

Trondheim, ZAHL

Es ist eine Weile her, dass ich mit den Franzosen und den beiden italienischen Mädchen unterwegs war.
Wir treffen uns alle an der Bushaltestelle in Moholt und wollen zu Max fahren, der mit anderen Medizinern am anderen Ende der Stadt in einem Holzhaus wohnt.
Die Mädchen sind unglaublich hübschgemacht, die Jungs tragen Plastiktüten mit Bier und Schnaps und ich bekomme während der Busfahrt enormes Nasenbluten, was ich später, beim Entdecken des Nordlichtes am selben Abend, mit den starken Auswirkungen des Erdmagnetfelds auf meinen Kopf in Verbindung setze...
Der Bus hält unweit des Weststrandes der Stadt. Wir gehen durch ein idyllisch, nächtlich erleuchtetes Gründerzeitviertel, was dem Herbst alle Ehre macht.
Hereingelassen werden wir von Romain, Max' französischem Mitbewohner, der von Hans aufgrund dessen magerer Französischkenntnisse nur Romeng genannt wird.


Wir wundern uns alle, warum Romain diese Aussprache so leicht hinnimmt und sich nicht wie wir alle lustig macht über Hans, bis wir erfahren, dass er aus einer Gegend in Frankreich stammt, wo der Name tatsächlich als Romeng ausgesprochen wird.
Auf wessen Seite sind jetzt die Lacher? hmmm...
Ich bin immer noch erkältet und brauche deshalb den ganzen Teevorrat der Wohngemeinschaft auf, während Fanny mal wieder ihren neuen Liebling, Vodka Kalinka, kreisen lässt.
Jean Bap macht Pasta mit norwegischer Pölse und Ketchup und wir hören merkwürdige neopsychedelische Musik.


Wir sind irgendwie gerade wieder alle beieinander und das alte Sommerkursgefühl kommt auf. Wir spinnen alle ein bisschen rum und fühlen uns mal wieder gut, so wie wir sind. Ein erleichternder Abend zwischen all den trüben Tagen...


Die hübschgemachten Mädels nehmen irgendwann den letzten Bus zurück in die Innenstadt, durstig und bereit zum Tanzen.
Ich laufe mit den Jungs zurück auf den Markt, beziehungsweise kommen Max und mir unterwegs all die anderen Jungs abhanden. Max kann nicht mehr so klar denken und erzählt die ein oder anderen interessanten Sachen, die ich wohlverschlossen in meinem Köpfchen behalte.

Dienstag, 17. November 2009

Her er det russisk rullett kvar fredag

Trondheim, ZAHL

Freitag Abend zu Hause bei Norwegern.
Wir haben es uns zum Ritual gemacht, einmal die Woche einen Disneyfilm zu sehen. Bevor der Film eingeschoben wird, zappen wir ein bisschen im Programm. Mir wurde gesagt, dass man nur freitags fernsehen sollte, denn das norwegische Fernsehen sei sehr schlecht, bis auf freitags, da gibt es gute Comedy und Gameshows.
Die WG von Frederik, Stian und Stine versammelt sich also zu Lasagne und buntem Salat um den Fernseher. Wir sehen den Ersten Norwegischen Sender - NRK1.
Die erste Show heißt "Beat for Beat" in der jeweils zwei Gruppen á drei Kandidaten gegeneinander antreten. Es ist eine Art Songraten, man gewinnt, wenn man aus den Zitatbruchstücken einen ganzen Song singen kann. Die Leute, die da mitspielen sind norwegische C- und D-Prominente und versuchen möglichst witzig zu sein.
So richtig angetan bin ich nicht.
Danach kommt Nytt på Nytt, auch ein Quiz, welches sich auf das Newsgeschehen der vergangenen Woche bezieht und von Moderatoren und Team durch den Kakao gezogen wird.
Zum Einen wäre da die Veröffentlichung der Skatteliste.
Die Skatteliste ist ein weiterer Aspekt, weswegen ich Norwegen für einen sehr sozialistischen Staat halte. Übersetzt heißt das Steuerliste und man kann auf dieser Steuerliste erkennen, wo eine Person wohnt, wieviel sie verdient hat und wieviel sie davon an Steuern bezahlt hat. Diese Liste wird einmal im Jahr veröffentlicht und wenn man einen Norweger googelt, stöst man als erstes mit großer Wahrscheinlichkeit auf seine Skatteliste. Da hat also jeder einen Überblick über das Einkommen des Anderen und wenn man in der Skatteliste sieht, dass der Herr Nachbar gar nicht soviel Geld verdient hat und deswegen nicht soviel Steuern bezahlen konnte, sich letzte Woche aber trotzdem ein neues Auto gekauft hat, weiß man also gleich Bescheid. Stine findet den Wirbel um die Skatteliste lustig, die Promis in der Quizshow auch, Frederik schimpft über diese Liste, wie soviele andere Norweger auch.
"So ist das in Norwegen. Die gehen nicht auf die Straße und beschweren sich. Keine Demos, kein Protest, die beschweren sich einfach nicht. Wenn denen was nicht gefällt, gründen sie eine Facebookgruppe. In Frankreich hätten schon längst die Autos der Vorstädte gebrannt!"
Stian und Asbjørn sehen das nicht so eng und mixen nochmal für alle einen White Russian.
Resultat der Skatteliste: ein Achtel der Norweger sind Millionäre.

Nächstes Thema ist die Frau des Bruders des Kronprinzen Håkon, über die sich im Fernsehen herrlich bespaßt wird. Bevor ich richtig mitkriege, dass das Quiz schon längst angefangen hat, ist die Show auch schon wieder vorbei und es gibt ein bisschen Reality - ein paar Prinzen aus dem Orient, die in England Frauen finden wollen. Bauer sucht Frau auf Britisch.
Als dann endlich der Disneyfilm anfängt ("Arabiske Naaaaaaaaaaaaaaatt!" Aladdin, juhu!) bin ich ganz froh, denn das norwegische Fernsehen steht in Schlechtigkeit dem Deutschen in nichts nach.

Hurra til deg

Trondheim, ZAHL



Ich hab ganz vergessen, von Pierricks Geburtstag zu berichten. Der war schon im September. Es ist mir nur wieder eingefallen, weil ich diverse Fotos durchstöbert hab und dann diesen doch sehr denkwürdigen Abend gerne schriftliche festhalten und ihn der Nachwelt präsentieren möchte.
Es ist also ein ganz gewöhnlicher Mittwochnachmittag, verregnet, grau, hektisch.
Fanny hat am Wochenende allen wichtigen Menschen Emails geschrieben – sie möchte eine Überraschungsparty für Pierrick machen und braucht gute Ideen und viele Gäste.
Nachdem sich der dumme Kanadier ein paar Mal verplaudert hat, zunächst niemand eine Idee hatte, wie Pierrick von seinem Zimmer ferngehalten werden könnte und in aller hast eine Mannschaft zum Geschenkebasteln beordert wurde, schwand die Hektik zu später Stunde und es versprach, ein guter Abend zu werden. Aurelia lud Pierrick unter verheißungsvollen Vorwänden zu sich ein, ich ging mit Schere und Kleber und alten Zeitungen in die Wohnung nebenan, wo eine gestresste Fanny zwischen einem Haufen von Fotos sitzt und fleißig schnippelt. Sie hat ein bisschen schlechte Laune, weil niemand so richtig ihren Plan mitverfolgen will – bis auf den Kanadier haben es zwar alle geschafft, den Plan geheimzuhalten, aber es geht nicht so richtig voran mit der Vorbereitung und vor allem mit dem Geschenk – einer riesigen Fotowand von diesem Sommer.
Da sitzen wir nun auf dem Küchenfußboden und kleben mit natürlich künstlerischen Ansprüchen diese riesige Fotowand zusammen, während Fannys Mitbewohner über uns rüber steigen und ihr Essen kochen und aus Fannys Zimmer immer wieder das Telefon klingelt.
Irgendwann kommen Giada und Alessandra, als schon fast alles zu spät ist und mit 8 Händen ist die Fotowand plötzlich fertig. In 5 Minuten soll Pierrick in seine Wohnung kommen.
Giada und Elmar haben ein herrliches Tiramisu gemacht und in Pierricks Wohnung wurden zu unser aller Überraschung ganz schön viel Essen und tausende von Luftballons aufgetafelt. Wie beim Kindergeburtstag versorgen wir uns mit Luftschlangen, Konfetti und Partyhütchen und scharen uns in der Küche zusammen, das Licht wird ausgemacht, die Wunderkerzen und Streichhölzer bereitgehalten und ein Späher am Fenster verkündet Pierricks Kommen.


Als der die Tür öffnet schallen 30 Tröten aus der Küche durch den gesamten Hausflur und er muss nochmal kurz die Tür schließen, bevor wir ihn hineinziehen und ihm alle nacheinander um den Hals fallen.

Der Kanadier ist natürlich nicht da, weil er ja jetzt bessere Freunde hat, als die aus dem Sprachkurs und es deswegen nicht für nötig hält, dem guten Pierrick zu gratulieren.
Pierrick hat ein französisches Paket von seinen Eltern bekommen, mit Schinken, Käse und Wein. Dass er das heute Abend noch leert, hat ja keiner ahnen können.
Es gibt gute Musik, gutes Essen und unglaublich gute Laune. Pierrick wird mit lauter witzigen Sachen beschenkt und als wir die Fotowand rausrücken ist er unglaublich ruhig und starrt nur diese Wand an. Als jeder mal raufgeschaut hat, sich über die Fotos amüsiert hat und gesagt hat, wie gut das ist, verschwindet Pierrick für einige Minuten mit der Fotowand in seinem Zimmer. Wir wundern uns und hoffen auf seine Wiederkehr, denn der Kuchen soll angeschnitten werden.


Dann kommt er auch schon wieder, bindet sich seine neue Geburtstagskochschürze um und verteilt ein Vodka Kalinka für jeden und selbstgebackenes Brot mit Brie und Schinken.

Plötzlich erheben sich alle Franzosen und fangen an, das Lied mitzusingen, was aus dem Radio dröhnt. Sie singen voller Innbrunst und mit so einer Freude im Gesicht, die rechte hand aufs Herz gelegt, die Linke zur Faust geballt in die Luft gestreckt. Es ist die französische Nationalhymne. Ich habe noch nie jemanden so beigeistert seine Hymne singen sehen und vor allem nicht gemeinschaftlich mit allen Anwesenden derselben Nationalität. Da stehen sie, die Franzosen und versprühen eine Liebe im Raum, dass mir ganz mulmig wird im Bauch.

Als später von meinem Geburtstagsmixtape auch noch ein Lied von den Franzosen Babylon Circus den Raum beschallt, werden Tische und Stühle beiseite geschoben und der französische Abend kommt zum Höhepunkt.

Irgendwann kommt Helge durch die Tür. Er wohnt drei Stockwerke über Pierrick und ging dem Lärm nach, um mal zu sehen, was hier so passiert. Weitere neue und gute Bekanntschaften an diesem Abend: Florians Kamera, natürlich mit seinem Besitzer dran und Linda, eine Französin, die erst seit Kurzem hier in Trondheim ist.

Sonntag, 8. November 2009

You know I look like a woman, but I cut like a buffallo...

(Aufgepasst! Überschrift versteckt Link!)


Jack White!



Musikalisch bewanderten Menschen müssten diese zwei Worte zur Einschätzung meines jüngsten Konzerterlebnisses genügen... für alle anderen folgen noch ein paar weitere zur Erklärung.
Wenn es einen musikalischen Helden in meiner Welt gibt, dann ist es JACK WHITE. Er ist nicht nur die treibende Kraft der White Stripes, die ich mit großem Glück bei Rock Am Ring 2007 sehen durfte, sondern auch einer der Köpfe der Raconteurs, die ich wiederum dankbarerweise sowohl auf dem Hurricane 2006 als auch vergangenes Jahr auf einem atemberaubenden Konzert in Berlin erleben durfte. Außer Frage steht, dass ich sämtliche Alben beider Bands im Original besitze. Jack White ist ein musikalischer Gott.
Nun begab es sich also, dass eben dieser Jack White jüngst eine dritte Band gründete. Name: The Dead Weather. Musik: Großartig.
Diese Band erreichte nun auf ihrer ausgiebigen Herbsttour auch die norwegische Hauptstadt und selbstverständlich konnte ich sie mir nicht entgehen lassen. Auch nicht trotz eines recht heftigen Preises. Jack White ist eben Jack White. Da spart man nicht, da nutzt man JEDE Chance.
So mache ich mich also am Freitagabend nach hektischen Vorbereitungen in die düstere Stadt auf, um mich mit Andi, Damon, Johannes und Thomas zu treffen, die ebenfalls die epochale Bedeutung der Anwesenheit der Person Jack White erkennen.
Damon und Andi treffen auch relativ pünktlich am verabredeten Punkt ein, an dem ich schon zehn Minuten vor Vereinbarung von einem Bein auf´s andere tanze. Nur Johannes und Thomas nicht, weil sie nochmal zurück mussten. Johannes hat nämlich seine Karte vergessen... Horst.
Am Bahnhof wollen wir nicht länger warten, nachdem uns wiederholt Drogen angeboten werden. "Do you want to buy some hasch?" -"No, thank you. We´ve got enough for the evening." Nichts wie weg hier und auf zur Sentrum Scene.
Die Sentrum Scene gehört mit zum Rockefeller und ist der größte, der drei Konzertsaale dieses Etablissements. Theoretisch passen hier 1750 Leute rein, aber heute Abend ist es nicht ausverkauft.
Auch Johannes und Thomas finden schließlich hierher. Und heute trifft Thomas die obligatorische Frage nach der "Legitimasjon". Altersgrenze liegt bei 18. Das geht auf´s Ego...
Der Saal ist sehr fair und besucherfreundlich aufgebaut, er ist nämlich gestuft, so dass auch Menschen, die ganz hinten stehen eine gute Sicht haben. Aber selbstverständlich stehen wir nicht ganz hinten. Sondern in der zweiten Reihe!
Hier begrüßen uns nach kurzer Wartezeit "Creature With The Atom Brain", die heutige Vorband aus Belgien. Und wie das bei Vorbands so ist, stellt man sich emotional auf eine eher lästige Wartezeit ein. Aber nach den ersten Tönen bin ich ganz von den Socken gehauen! Das ist die mit Abstand beste Vorband, die ich jemals erlebt habe! Die rocken. Aber sowas von.
Lässig kitzeln die großartige Melodien und Bassläufe aus ihren Instrumenten heraus und lassen mich mit offenem Mund dastehen. Andi dreht sich zu mir um. "Ob das von The Dead Weather eine gute Idee war, sich eine so gute Vorband zu nehmen?" Hm. Tatsächlich regt sich da die Angst in mir, dass die Vorband wirklich besser sein könnte, als der Hauptact. Das wäre fatal. Ist aber in diesem Moment durchaus vorstellbar. Andi ist sogar so begeistert, dass er nachdem sie fertig sind, schnell hoch zum Merchandise-Stand läuft und sich beide Alben kauft.
Wieder zurück in der zweiten Reihe schauen wir den Roadies, die stilecht schwarze Anzüge mit blauen Krawatten und Hüte tragen, beim Aufbauen zu. Die Instrumente sind alle weiß-gold und alle von Gretsch, komplett aufeinander abgestimmt, wo wir gerade beim Thema Stil sind. Das kann wohl nicht ganz billig gewesen sein. Sieht aber auch verdammt gut aus.
Wir warten gespannt während aus den Boxen Nightclubbing von Iggy Pop schallt und plötzlich wird es dunkel. Der Hintergrund und die Basedrum strahlen einsam in die Dunkelheit, die über tausend gespannte Menschen birgt...
Und dann betritt die Band unter tosendem Applaus die Bühne. Ohne Begrüßung wird direkt losgelegt! Jack White, der geboren wurde um Gitarre zu spielen, sitzt in dieser Band am Schlagzeug. Und auch das beherrscht er mit einer unsagbaren Lockerheit. Die Haare hat er schön, meine Herren. Andi dreht sich zu mir und meint, dass das Problem, dass die Vorband besser sein könnte, sich hiermit erledigt hätte. Und das ist in keinem Maße untertrieben. The Dead Weather liefern eine unglaubliche Show ab.

Ich bin ja prinzipiell nicht so ein Freund von weiblichen Sängern, aber die gute Alison Mosshart überzeugt auf ganzer Linie und versprüht dabei eine wahnsinnige Erotik.
Ein Lied nach dem anderen wird dem verblüfften Publikum ohne große Verschnaufspausen um die Ohren gehauen. Meist singt Miss Mosshart, aber ab und an schreitet auch Jack White zum Mikrofon. Es gibt keinerlei Interaktion mit dem Publikum, außer einer kurzen Bandvorstellung.
Am Bass : Jack Lawrence.


An Gitarre und Keyboard : Dean Fertita.


An den Vocals : Alison Mosshart aka Baby Ruthless.


Und am Schlagzeug : Jack "Jackie" White.


Irgendwann geschieht es dann. Jack White greift doch noch zur Gitarre und auch wenn man schon vorher mehr als nur glücklich war, handelt es sich hierbei um die Kirsche auf der fünfstöckigen Sahnetorte. So soll es sein. Und das Publikum hält mit seiner Begeisterung nicht an sich.


Nach einer schmetternden Zugabe, in der glücklicherweise sogar noch mein Lieblingslied enthalten war, verabschieden sie sich dann aber endgültig von der Bühne. Auch wenn die Band sich bemüht hat Ernsthaftigkeit auszustrahlen, kam man im Publikum jedoch nicht umhin immer wieder zu bemerken, wie sich die vier untereinander schelmisch grinsende Blicke zuwerfen. Die Abrundung eines perfekten Konzertes also, auch die Band hatte Spaß.


Da ist es einem aber auch beim besten Willen nicht möglich ohne ein kleines t-shirtförmiges Souvenir am Merchandisestand vorbeizugehen. Und so gerne ich auch das Shirt in grau genommen hätte, das in schwarz sah einfach besser aus.
Ein glorreicher Freitagabend in Oslo. Ich gehe ins Bett mit der Bestätigung Jack White immer und immer wieder live sehen zu wollen und einer großartigen neuen Band im Gepäck. Hervorragend.

Vintersju.

Samstag, 7. November 2009

Me sat oss ner på kvar si side av et rundt bord...

Besuch steht ins Haus.
Die Familie hat sich angekündigt und bringt auf ihrer langen Reise durch Schweden eine Wagenladung mit Essen mit!
Also an dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an alle, die dazu etwas beigesteuert haben. So komme ich definitiv über den Winter! Zumindest aber bis Weihnachten!
Das tolle Navigationsgerät schafft es dann auch lediglich mit ein paar Problemen kurz vor Erreichung des Ziels die Familie bis direkt vor meine Haustür zu kutschieren. Das Auto wird erstmal ausgeladen und ich begucke mir all meine Mitbringsel. Manches davon werde ich wohl wieder mit nach Hause schicken müssen, aber das meiste davon, vor allem die warmen Winterklamotten sind mehr als willkommen!
Es ist Freitagmittag und die Eltern machen sich auf um in ihrem Hotel einzuchecken, während Rudi es sich bei mir häuslich einrichtet - mit selbstmitgebrachtem Essen und tragbarem DVD-Player. Aber nix da mit langem Verschnaufen. Wir fahren runter in die Stadt um Eltern vom Hotel abzuholen und noch ein bißchen durch die Gegend zu schlendern. Da vom Bahnhof keine Bahn kommt, beschließe ich, dass wir laufen. Unterwegs überkommt uns dann so ein Hunger, dass wir uns noch schnell (und nun nicht mehr heimlich) ein Hotdog beim Narvesen kaufen, aus dem uns mal wieder der gute Rune entgegenkommt. Den sieht man auch an jeder Ecke.
Gestärkt schaffen wir dann aber auch die letzten Meter bis zum Hotel und treffen Eltern auch schon am Auto.
Viel mehr als ein kleiner Spaziergang runter nach Aker Brygge und dem obligatorischen Kaffeetrinken dort, passiert heute allerdings nicht mehr. Das ist auch gar nicht nötig, denn die Pläne für den morgigen Tag stehen schon.

Also machen wir uns am Samstag auf in die Stadt um endlich mal die Festung anzugucken, denn auf der war ich auch noch nie so richtig. Und jetzt zu Zeiten des schönsten Herbstes lohnt sich das auch direkt. Ich gebe mir sogar richtig Mühe mit den Fotos, was zwar mehr Spott als Bewunderung erntet, aber davon lass ich mich ja nicht so leicht abschrecken!










Nach der Festung fahren wir auf die größte der Schären vor Oslo und machen dort einen kleinen Spaziergang. Klein für uns, zu lang für Rudi. Aber der kann ja auch nicht immer haben, was er will und in ein paar Jahren sieht er das vielleicht sogar mal ein... wer weiß!









Da soviel Rumrennerei ja hungrig macht und Eltern sehr großzügig sind, gehen wir schick in einem italienischen Restaurant, der "Mona Lisa", essen. Die Portionen hier sind überschaubar. Die Preise eher nicht, aber es schmeckt wirklich gut. Selbst, wenn Rudi nicht ganz satt wird...

Am nächsten Tag ist Sonntag, klassischer Familienausflugstag. Leider komm ich nicht an all meine schönen Fotos ran... Denn es gibt jede Menge, auch wenn das Wetter uns nicht gerade wohlgesonnen ist. Wir fahren nach Drøbak, einem kleinen Fischerort an der engsten Stelle des Oslofjordes. Direkt vor Drøbak liegt die Insel Oscarsborg, auf der sich eine alte Festung befindet und von der aus im zweiten Weltkrieg das deutsche Schiff "Blücher" versenkt wurde, während sie heutzutage als Schauplatz für´s Reality-Fernsehen herhalten muss. Eine andere sehr bezeichnende Sache dieses kleinen Örtchens ist, dass hier angeblich der Weihnachtsmann leben soll. Deswegen gibt es hier ein ganzes Haus voll mit Sachen, die man zum Thema Weihnachten kaufen kann. Für Mutter ist das natürlich genau das richtige. Die Begeisterung von Rudi und Vater hält sich allerdings eher in Grenzen. Außerdem gibt es hier die Post, die alle Wunschzettel entgegennimmt. Und das sind jede Menge, wie eine kleine Ausstellung eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Wieder zurück in Oslo wird beschlossen, dass ein Abendessen bei Peppes Pizza jetzt genau das richtige wäre. Normalerweise begegnen einem bei einem Spaziergang durch die Stadt ungefähr 500 Filialen von denen, aber selbstverständlich trifft man keine einzige an, wenn man danach sucht. Also irren wir ein wenig durch die dunkle Stadt, durch die Zeitumstellung war es da schon gegen 18 Uhr dunkel. Das hat sich inzwischen nochmal um ein Stündchen nach vorne verschoben... Schließlich machen wir uns das ganze einfach und gehen einfach nach Aker Brygge. Da ist nämlich auf jeden Fall einer. Zunächst werden wir wieder mal von den Preisen erschlagen, aber die Pizza kann da eindeutig mithalten. Wir essen sehr gut und zumindest Rudi und ich fahren müde nach Hause.
Am Montag bin ich den ganzen Tag in der Uni während die anderen den Holmenkollen erobern und den Ausblick auf die Stadt genießen und in den Abendstunden dann Informatikergebäude für die Uni halten. Am Dienstag geht es dann nach Majorstuen, wo wir dem Ritual des Kaffetrinkens fröhnen und durch den nächtlichen Vigelandparken schlendern um dann erneut bei Peppes Pizza einzukehren.
Am Mittwoch schlendere ich gemütlich aus meinem Seminar und im Vorraum des Gebäudes sitzen Eltern! Sie haben beim zweiten Versuch tatsächlich die Uni gefunden und sind sogar im richtigen Gebäude. Ich bin fassungslos. Wir fahren nach Bygdoy, aber außer einem schönen Blick ist da um diese Jahreszeit nichts mehr. Alle Museumsschiffe sind schon winterfest gemacht und das Frammuseum ist im Moment mehr eine Baustelle, als ein Museum. Also fahren wir nach ein paar Schritten dort und einem Besuch bei meinen Lieblingstonnen wieder zurück in die Stadt, für ein Käffchen in Grünerlökka.
Bei einer kleinen Shoppingtour danach fallen für mich die Kopfhörer ab, die aus irgendeinem unbekannten Grund von jedem zweiten Norweger getragen werden. Wenn das nicht schon vorher so war, würde ich mich jetzt vollkommen integriert fühlen. Ha!
Donnerstag ist dann der letzte Tag des Besuchs... der wird nochmal ordentlich mit einem weiteren Essen im "Mona Lisa" und einem Schlummertrunk im "Hard Rock Café" zelebriert.
Ich glaube, dass meine Eltern nicht für die Stadt gemacht sind. Also Städte generell. Deswegen werden sie wohl hier nicht glücklich werden. Aber das soll ja auch nur ich! Und Rudi... naja, der ist einfach nicht für den Norden gemacht... Aber vielleicht kommen sie mich in ein paar Jahren trotzdem wieder besuchen, dann weiß ich immerhin schon, wo all die guten Cafés sind und muss mit Mutter da nicht mehr so lange nach suchen.
Und wenn der Eindruck entsteht, dass wir nur gegessen haben, dann liegt das daran, dass das hier so eine enorme Wichtigkeit für mich eingenommen hat! Als armer Student weiß man immerhin nie, wann man das nächste, gute und warme Mahl vorgesetzt bekommt!
Und auf besonderen Wunsch meiner Eltern weise ich noch einmal darauf hin, dass sie Oslo nicht doof fanden! Außerdem hab ich ja nur meinen Standpunkt und kann deswegen nicht von den Unternehmungen berichten, die durchgeführt wurden, während ich artig in der Uni saß, wie etwa die Privatführung durch das Fussballstadion, bei der Rudi und Vater auf des Königs Platz sitzen durften! Oder aber, dass sie sich auch mal des Nachts ein Weinchen in Aker Brygge gegönnt haben!



Vintersju.