Am Freitag bin ich in den Keller des Sophus Bugges Hus der Humanistischen Fakultät gegangen, weil dort die Toiletten sind.
Auf dem Weg dorthin geht man durch ein paar Reihen von Schließfächern und als ich um die Ecke bog, saß dort ein Student auf einem Stuhl. Um ihn herum standen mehrere Polizisten.
Ich war natürlich verwundert, aber man kann bei so einer Situation ja schlecht hingehen und die Polizisten fragen, was die denn da machen.
Deswegen bin ich also weitergegangen. Auf meinem Rückweg ging ich hinter zwei Mädchen, die ebenfalls fragend die Polizisten beäugten, doch auch nicht wirklich wussten, warum die da sind.
Vorhin habe ich dann eine eMail erhalten, die mitteilt, dass am Freitag an eben dieser Stelle in einem unabgeschlossenen Schließfach ein Gewehr vom Typ AG3 gefunden wurde. Es war wohl nicht funktionstüchtig, da ein Teil der Waffe fehlte, nichts desto trotz nehmen die Behörden den Fund eines Gewehrs in der Universität sehr ernst. Es gibt keine Anzeichen, dass ein Amoklauf an der Uni geplant war und der Fund wird auch als isolierter Fall betrachtet und mit nichts anderem in Verbindung gebracht. Die Untersuchungen laufen momentan und viele Leute werden befragt.
Der universitäre Alltag wird ohne Störung fortgesetzt.
Das ist momentan besonders gut zu wissen, da die Uni Oslo am Freitag ihren 200. Geburtstag feiert und ein dementsprechendes Programm auffährt.
Ich mache mir deswegen keine Sorgen, auch wenn es schon ein recht merkwürdiges Gefühl ist. Besonders, wenn ich bedenke, dass ich mich gefragt habe, ob der Student auf dem Stuhl vielleicht irgendwie krank und die Leute um ihn herum wohl doch eher Sanitäter sind...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen