Samstag, 12. September 2009

På en kveld som dette her når det er nydelig vær og det er varmt ...

Es ist Mittwoch und ich habe frei... Das trifft sich sehr gut, denn Besuch habe ich ja auch immer noch und so können wir alle zusammen den Tag nutzen.
Wir haben schon alles geplant. Heute ist Kulturtag. Also gehen wir zuerst in die Nationalgallerie. Da Norwegen sich ja jetzt nicht durch die allerbekannteste Kunstszene auszeichnet, ist Änne auch stark begeistert, als sie sich plötzlich in einem Raum mit Bildern von Picasso, Matisse, Monet, Manet, Braque und wie sie nicht alle heißen wiederfindet. Sehr gut, somit ist das Herz der eifrigen Kunststudentin beglückt. Das macht auch uns andere sehr froh. Und Marlene und ich finden ein Bild, das direkt unser Liebling wird.
"Schachspieler" von Gustav Wentzel.

Nach diesem hochkulturellen Abenteuer gehen wir zum psychedelischen Teil über... In der Kunstausstellung, die meiner Meinung nach das Wort "bunt" neu definiert, gibt es leider keine 3D-Brillen mehr, wie bei meinem letzten Besuch, aber die Farben so unabgeschwächt zu sehen, ist fast noch anstrengender, als das Gefühl zu haben, sie kämen einem entgegen...


Aber so richtig verstehe ich diese Kunstform nicht. Vielleicht hätte ich mal Änne fragen sollen, was es eigentlich wirklich damit auf sich hat...
Am meisten Spaß bereitete dann sowieso das Hinunterhüpfen des merkwürdigen Bouncy Castles...


Bei so viel Sonne und Sonnenschein gibt es eigentlich auch gar keine andere Möglichkeit, als den Museumstagsplan eiskalt über den Haufen zu schmeißen und eine kleine Inseltour im Fjord zu machen. Die Fähren sind ja im Ticketpreis mit drin, deswegen ist das überhaupt kein Problem.
Also flux noch einen Einweggrill gekauft, Zeugs zum Draufpacken besorgt und nichts wie ab zum Hafen. Da treffen wir dann noch auf Esther und zwei Freunde von ihr, Christian und Daniel, die sich unserer Grilltour gerne anschließen wollen.
Eher zufällig erwischen wir die Fähre, die erst einmal alle Schären anfährt, bevor sie an der Insel anlegt, auf die wir wollen. So haben wir auch noch eine schöne kleine Schärenbesichtigungstour.


Auf dem Inselchen, das Gott sei Dank nicht so ein Spielverderber ist, wie die letzte, die ich besuchte, finden wir nach einem kurzen Fußmarsch eine Stelle mit Bänken, Wasser, Fels und Toiletten in der Nähe. Wenn das nicht der perfekte Ort zum Grillen ist, weiß ich auch nicht...
Ich übernehme sehr gerne die Aufgabe des Grillmasters und wir machen uns bei einem gemächlichen Sonnenuntergang einen schönen, ruhigen Abend. Es ist so schön, dass wir nicht mal was das Wasser angeht an uns halten können... Während Marlene und ich uns nur mit den Füßen trauen, springt Palme ganz ins kalte Nass und erweckt kurzzeitig den Eindruck, als wolle er mal eben zur nächsten Insel rüberschwimmen...



Svea schreibt Postkarten nach Hause, Änne sammelt Muscheln und die Idylle ist schon ein bißchen beängstigend.
Deswegen müssen wir zum Ausgleich auch den Abend noch im Mono ausklingen lassen. Da ist am Mittwoch Literaturabend. Gut, so viel haben wir jetzt nicht davon, aber das ist uns relativ egal... Denn wohl fühlt man sich da ja trotzdem immer. Immer.
An diesem Abend allerdings nur, bis jemand kommt und 100 Kronen von uns für das anstehende Konzert haben will, wenn wir es nicht sehen möchten, sollen wir in den Restaurantteil übersiedeln. Diesem Rat folgen wir und bleiben noch eine Weile, bis wir zufrieden den Heimweg antreten.




Am Donnerstag fahren wir an den See nach Sognsvann. Das ist ein kleiner See direkt neben einem Studentenwohnheim. Man fällt quasi aus der Tür an den See.
Die anderen haben mich von der Uni abgeholt und nach einem enorm guten Mittagessen in der Mensa, sacken wir unser Badezeug an und machen uns auf zum See.
Oslo hat sich offensichtlich dafür entschieden, den September eher zum Sommer, als zum Herbst gehören zu lassen, deswegen ist hier nämlich jetzt fast jeden Tag Sonne und es sind unglaublich milde Temperaturen. An diesem Tag ist es tatsächlich so warm, dass wir beschließen zu baden.
Selbst ich habe solche guten Vorsätze, traue mich aber letztendlich doch nicht. Das Wasser ist nämlich ziemlich kalt, auch wenn Marlene, Palme und Kowa, die da härter im Nehmen sind mir versichern, dass es besser wird, wenn man erst mal drinnen ist.
(Nur das Wiederherauskommen stellt ein kleines Problemchen dar...)





Auch wenn die Idee an den See zu fahren bei dem ein oder anderen nicht direkt auf fruchtbaren Boden gefallen ist, sind sich am Ende des Besuches dort alle einig, dass es sehr schön war.
Ha, da hab ich die Skeptiker mit der norwegischen Natur überzeugt gekriegt! Die schafft jeden früher oder später... Die anderen können sich nur nicht vorstellen, dass sie gerade in Oslo sind. Und trotzdem an einem See, der so scheint, als wäre jegliche Zivilisation hunderte von Kilometern von ihm entfernt...






Am Abend entführe ich meinen Besuch dann noch in unser Studentenhaus, in dem es ein Weinsonderangebot und eine Jazzjamsession gibt...
Beides nutzen wir aus, der eine mehr, der andere weniger. Svea packt mal wieder ihr unglaubliches Kennenlerntalent aus und Kowa seine Kommunikationsfertigkeiten.
Keiner mag so richtig daran denken, dass das ja schon der vorletzte gemeinsame Abend ist... deswegen wird zur Ablenkung auch lieber bis spät in die Nacht geblödelt. Der Abschied wird verdrängt. So.

Vintersju.

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