Das Schöne am Besuch bekommen im Gegensatz zum selber Verreisen ist, dass man nicht Verkehrsmittel benutzen muss, denen man kein Vertrauen entgegen bringt. Vertrauen ist wichtig. Das habe ich auch letzten Freitag Kowa und Änne erklärt, als die beiden hier ankamen. Sie hatten den Flybuss genommen und nicht, wie von mir empfohlen, den billigeren und schnelleren Flytog. Aber darüber reden wir nicht, denn dann ärgern wir uns bloß...
Ja, am Freitag hat mich also mein erster richtiger Besuch von außerhalb erreicht. Hach, das war schon schön.
Ich stand vor der mir selbst auferlegten Herausforderung den beiden etwas anderes zu bieten, als das letzte Mal das sie hier waren. Und ich hoffe, es ist mir gelungen. Feedback muss man da wohl nicht von mir einholen.
Am Donnerstag bin ich extra nach Grönland gefahren (den Stadtteil hier, um Verwirrungen zu vermeiden). Dort gibt es jede Menge günstige Gemüsehändler und ich habe einen Rundumschlag an Vitaminen nach Hause geschleppt. Das ist wirklich eine super Alternative, von der ich schon immer wusste, die ich aber nie richtig genutzt habe - was sich nun ändern wird.
Deswegen war der Plan: Kürbissuppe kochen und die beiden danach ordentlich mit dem schon viel erwähnten Schokokuchen verführen. (Plus Schokomilch, um das Ganze abzurunden.)
Wie sich herausstellte haben wir hier sogar einen Pürierstab, der funktioniert. Das allerdings auch nur auf den ersten Blick... So richtig hat das nicht geklappt, aber der Stampfer hat dann die Situation gerettet.
Selbstverständlich waren die beiden hin und weg von dem Kuchen. Und die Suppe war auch nicht schlecht. Aber dann mussten die beiden sich ein bißchen von der Anreise erholen und erst am Samstag sollte es so richtig losgehen mit der Erkundung der Stadt.
Zum Frühstück gab's erstmal Avocado-Creme. Und selbstverständlich sind die beiden Kerne, die dabei raussprangen auch schon im Wasserbad, um mir mehr Zimmerpflanzen zu liefern. Sie heißen: Wot und Ewa.
Das Wetter war hervorragend, obwohl Martin sich über die Kälte beklagt hat. Aber das hat er ununterbrochen und egal, ob wir draußen oder drinnen waren, deswegen zählt seine Meinung da nur bedingt. Änne wollte gerne, dass wir ein bißchen durch die Stadt schlendern unter anderem, weil sie eine Keksdose für die kommende Weihnachtszeit für das perfekte Mitbringsel aus Oslo hielt.
Los ging's also.
Ein bißchen Tourismus muss ja auch sein, deswegen hab ich die beiden auch direkt mal zur Festung geschleppt. Dort waren wir bisher noch nicht. Und neben schöner Aussicht und gut aufgelegten Menschen, haben wir etwas sehr Spannendes entdeckt.
In der Mitte der Festung gibt es nämlich einen kleinen Tümpel Wasser, der wirklich alles andere als beeindruckend ist. Um das Ganze etwas aufzupeppen, fing ich also an, mir eine Geschichte auszudenken: Das ist der Festungssee. In der Mitte des Sees wohnt eine böse Ente. Die hat nämlich irgendwas Schreckliches verbrochen und muss jetzt dort leben und kann nicht zurück ans Festland schwimmen, weil dann das Seemonster Fessie kommt und sie auffrisst. Fessie ist nicht das typische Monster, denn der Tümpel ist nur 15cm tief ungefähr. Und dann rief Kowa plötzlich: Guck mal, da kommt Fessie und hat sogar noch Blut am Kopf.
Tatsächlich kam ein Koi-Karpfen angeschwommen. Die sind doch wahnsinnig teuer?! Und die schwimmen einfach so in diesem Tümpel? Da waren nämlich vier oder fünf. Ist denen das nicht zu
kalt? Ich war sehr fasziniert von diesen überraschend auftauchenden Fischen...
Nach Streifzügen durch diverse Läden war es zu 18 Uhr unser Ziel zum Gratiskonzert im Mono zu gehen. Wir waren etwas zu früh dran, aber im Mono kann man ja auch gut ein bißchen sitzen. Doch dort war es so voll, dass wir auf eine heiße Schokolade im Cafe Sør ausweichen mussten. Etwa eine Stunde später fanden wir uns dann aber doch noch zum Konzert von Sigrun And The Kitchen Band ein. Die klingen in etwa so:
Das war sehr angenehme Wohlfühlmusik. Da hat mich nicht mal die Stimme der Frau gestört.
Aber langsam nagte dann doch der Hunger an uns und wir sind nach Hause gefahren. Denn ich hatte schon geplant, was es heute geben sollte: Reis, jede Menge Gemüse und Garnelen.
Das sah dann etwa so aus.
Sehr gesund, oder?
Dagens Låt: Ist das ein Stückchen weiter oben von der sympathischen Sigrun und ihrer Band.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen