Montag, 21. November 2011

P-P-P-P-Panik!

Wenn ich eine Sache gut kann, dann ist es Panik stiften, wo das nicht nötig ist. Ich wollte mich nämlich beispielsweise im Internetz schlau machen, mit welchem Flytog Marlene in der Stadt ankommen kann, wenn sie um 23 Uhr landet.
Leider hat die Homepage einem aber nur einen Bruchteil der tatsächlichen Informationen verliehen... deswegen hatte ich schon für das Schlimmste geplant - nämlich das wir mal wieder gehen müssen.
All das umsonst. Es kommen nämlich auch spät noch jede Menge Züge vom Flughafen. Böse Homepage. Kurz vor Mitternacht war Marlene am Bahnhof und wir sind problemlos nach Hause gekommen. Es gab noch einen kleinen Mitternachtssnack, man soll ja nicht verhungern hier und dann haben wir uns bettfertig gemacht.

Am Mittwoch habe ich keine Uni, deswegen konnten wir ausschlafen und in Ruhe Frühstück essen. Theoretisch. Denn praktisch wurden wir viel zu früh von einem Laubbläser geweckt. Mal im Ernst... Laubblasen ist so ziemlich die dämlichste Beschäftigung, die ich mir generell vorstellen kann. Und das dann auch noch anzufangen, wenn Bodenfrost ist und sich kein Blatt wegblasen lässt, weil alle festgefroren sind!!! Diese Begebenheit erzeugte leider viel Zorn, den wir damit überbrückten, fix in die Stadt zu fahren und uns anzugucken, ob auch alles noch so aussieht, wie Marlene es in Erinnerung hat. Nebenbei habe ich sogar ein Weihnachtsgeschenk für Änne gefunden und bin somit mit der Planung der Geschenke durch. Im November. HA!
Wir sind zunächst eine Weile durch Aker Brygge geschlendert und dann weiter zum Museum für Moderne Kunst. Meine Mitbewohnerin war da neulich in einer Ausstellung und sie meinte, dass es sehr sehenswert war. Also haben wir was für die Kultur getan und waren recht angetan. Zunächst mal war so gut wie niemand da und eigentlich handelte es sich um zwei Ausstellungen.
In der unteren Etage gab es Werke von Kirstine Roepstorff, einer Dänin, die unter dem Titel "Die Wunderkammer der Formlosigkeit" ausstellte. Sie arbeitet viel mit Glas, aber fertigt auch große "Gemälde" aus Stoff. Gerade die letzteren waren ziemlich beeindruckend, weil es auch Erhebungen gab, die dem Ganzen eine Dimensionalität verliehen haben. Von der Farbwahl mal ganz abgesehen. Außerdem gab es einen Raum voller Bäume. Richtige Bäume. Und es hat großen Spaß gemacht sich zwischen den Ästen hindurchzuwinden und den Geruch zu genießen.
Mit am Besten hat mir das Stille Teater gefallen, ein kleines Theaterstück ohne Menschen, sondern nur mit zwei Stimmen, einem rotierenden Gerüst aus Bildern und Glaswänden, die zusammen mit Licht und Schatten ein sehr schönes Zusammenspiel abgaben. Hier kann man einen kleinen Eindruck gewinnen. Optisch ist das Video nicht sonderlich mitreißend, dafür muss man schon da gewesen sein, aber auch die Konversation gefiel mir sehr.

In der anderen Etage gab es viele Räume mit Installationen von diversen Künstlern. Manche davon waren sehr gruselig und verstörend, manche ein bißchen belanglos und andere wiederum sehr gelungen. Dort waren wir von dem "Müllmann" sehr fasziniert, einem Mann, der nie etwas wegwirft und durch dessen Wohnung man streifen konnte. Für ihn gibt es keine Grenze zwischen wichtigen und unwichtigen Erinnerungen, deswegen behält er alles, mit dem er etwas assoziiert.

Von so viel Kultur aus (wir haben uns dort sehr lange aufgehalten) gingen wir zurück in die dunklen Straßen und besuchten eine Mischung aus Haushalts-, Klamotten- und Plattenläden - eine sehr gelungene Mixtur wie ich finde. Auf dem Weg ins Zentrum sind wir um die Ecke in die Torggata eingebogen, die bereits in den beeindruckendsten Weihnachtsdekorationen erleuchtet ist. Da mussten wir kurz stehen bleiben und staunen und haben gerade noch so am Rande mitbekommen, dass uns Øyvind, Bassist bei Kaizers Orchestra, entgegenkam. Wie wir inzwischen rausgefunden haben, war die ganze Band in der Stadt, weil sie einen Fernsehauftritt gefilmt haben.
Wir allerdings sind nach Grönland gegangen um für unser leibliches Wohl einzukaufen. Da es noch zu früh war, um nach Hause zu fahren, sind wir noch ein bißchen in der kuscheligen Düsterkeit des Monos eingekehrt. Und um das ganze perfekt abzurunden, war sogar der gute Tore hinter'm Tresen (nicht dem, der zu sehen ist).



Wieder zu Hause gab es dann recht spätes Essen und humorvolles Abendprogramm. Desweiteren durften wir nicht zu spät ins Bett, da ich am Donnerstag zur Uni musste.

Dagens Låt: Wir sind durch zu viele Ohrwürmer gesprungen, um einen hier speziell hervorzuheben...

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