Montag, 3. August 2009

Herr Polizei, Herr Polizei, du finner meg aldri igjen...

Nachdem ich gestern vor meinem Laptopbildschirm versauerte während ich versuchte ein bißchen was für meine Hausarbeit zu stande zu bringen, nahm ich mir für heute vor, endlich in Norwegen legal zu werden.
Ich setzte mich also heute morgen in den Bus, der schonmal nicht da lang fuhr, wo ich hinwollte. Eigentlich wollte ich nämlich kurz vor dem Bahnhof aussteigen, aber dieses Projekt scheiterte, als ich mich plötzlich auf Höhe des Palastes in der Karl Johan Gate wiederfand. Mist. Aber kein Problem, denn Dank meines Studententickets bin ich einfach in die nächste Trikken (so heißen hier die Straßenbahnen)gehüpft und doch noch zu meinem Ziel gekommen. Man wird hier im Übrigen als "Publikum" bezeichnet, wenn man ein Fahrgast ist... Das gibt einem gleich ein gutes Gefühl.
Ich hatte mir also eine schöne Polizeistation in der Nähe des Monos heraussgesucht, weil ich dachte, dass man sich überall anmelden kann. Doch in dieser Politi-Stasjon bekam ich nur die Information, wohin ich wirklich gehen müsse...
Hmm... Ärgerliche Bürokratie. Aber man muss sich ja anmelden. Also wanderte ich durch leichten Nieselregen zur Station für Auslandsangelegenheiten, die passenderweise in Grönland liegt, damit all die Immigranten nicht so weit gehen müssen. Wie entgegenkommend vom norwegischen Staat.
Die Wartehalle war voll. Zum Bersten voll. Von Armen und Reichen, Hellen und Dunklen, Jungen und Alten. Alle wollen sie hierbleiben. An der Anzeigentafel blinkt Nummer 161 auf. Aha. Das Nummernprinzip. Als ich meine zog, fiel ich fast in Ohnmacht, denn es war 20 Minuten vor 13 Uhr, dem offiziellen Ende der Öffnungszeit und auf meinem Zettelchen stand 365!
Da ich nichts dabei hatte um mir meine Zeit zu vertreiben (außer die Toilette dort zu benutzen!), schob ich unverrichteter Dinge ab und begab mich noch auf eine intensive, aber erfolglose Suche nach Schuhen... Mit zunehmendem Regen verringerte sich aber auch meine Motivation. Also spazierte ich mal wieder durch den liebgewonnenen Sofienpark.
Und dann fuhr ich auch schon zurück hierher um erneut zu scheitern. Diesmal an der Benutzung des Herds. Die Platten wurden einfach nicht warm! Obwohl ich sie auf die höchste Stufe stellte. Während ich mir also ein paar Stullen schmierte, kam das Mädchen, das immer nur "Hei" sagt herein und kochte sich ein paar Eier ab. Durch meine feine Beobachtungsgabe hat sich mir nun auch mein Fehler erschlossen. Man muss zusätzlich zum Anmachen der Herdplatte an einem Extrarädchen auch nochmal die Temperatur einstellen... Kluge Menschen ahnen sowas sicherlich, ich hingegen bin erst jetzt schlauer.
Was mich zum letzten Punkt hier führt: Die norwegische Milch.

Ich bin ja ein großer Freund der deutschen H-Milch. Die würde mir als Nahrungsmittel vollkommen ausreichen. Hier ist es schwierig ein Äquivalent zu finden.
Zunächst einmal gibt es hier nur frische Milch, also keine, die länger als 5 bis 6 Tage haltbar ist. (Ich erinnere mich schmerzlich zurück an unser erstes Milchpäckchen hier in Norwegen, das so schnell schlecht wurde, dass wir unter Tränen fast 1,5 Liter des weißen Goldes in den Abfluss kippen mussten. Ein schwarzer Tag...)
Und erst heute stand ich wieder vor dem Milchregal und hatte Fragezeichen im Gesicht.
Es gibt Hel Melk, die hat 3,9% Fett, wäre also sowas wie unsere Vollmilch.
Dann gibt es Lett Melk mit 1,5% oder 1,0% Fett. Äh... Milch mit 1% Fett?
Aber noch nicht genug! Es gibt ebenfalls Extra Lett Melk, also extra leichte Milch. Die hat dann nur 0,7% oder 0,5% Fett.
Das ist aber immer noch nicht alles, was man zur Auswahl hat.
Daneben stehen nämlich noch mindestens drei weitere Päckchen auf denen: Skummet, Skummakultur oder Kultur steht. Um was genau es sich dabei handelt, konnte ich noch nicht herausfinden... Der einzige bisherige Anhaltspunkt besteht darin, dass es sich bei Skummet um Schaum handelt. Wie der aber in eine Milchtüte kommt?
Wer weiß...

Vintersju.

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