Mittwoch, 26. August 2009

Noge å sove på, det blir ei lang natt....


Selig erwachen wir am Samstagmorgen in Trondheim.
Aufstehen will keiner von uns so richtig und deswegen zögern wir das Unvermeidliche so lange wie möglich heraus!
Irgendwann lockt dann aber doch Juliens Einladung mit Bananen/Schokolade-Kuchen. Wenn es was zu essen gibt, muss man sich das nämlich immer alles nochmal gut überlegen.
Wir ziehen uns an und holen noch schnell das Carepaket von Zahls Mutter, mit der weltbesten Erdbeer-Kiwi-Marmelade ab, bevor wir uns beim Kanadier durchfuttern. Der lädt sich zum Ausgleich prompt bei uns zum Essen ein. Denn ich muss heute kochen, weil ich eine Wette verloren habe.
Es wird drei Gänge geben. Nach einem kleinen Einkauf für die nötigen Zutaten, lege ich auch direkt los. In Zahls Küche, die man sonst eigentlich immer für sich selbst hat, überlegen sich plötzlich alle Mitbewohner, dass sie genau jetzt auch was kochen wollen. Na gut, Doreen nicht, die kommt nicht raus aus ihrem Zimmer und das nette Mädchen aus China, deren Namen ich vergessen habe, stellt eigentlich auch nur ihren Reiskocher an, aber Jamba fährt ganz groß auf.
Er macht Lachs. Das sieht nicht nur großartig aus, sondern schmeckt auch so. Ich darf nämlich probieren. Es ist zwar höllisch scharf, aber wirklich sehr lecker. Wenn wir mal wiederkommen, verspricht Jamba, der von seinem Gericht selbst nichts ist, sondern es nur für zwei Freunde gemacht hat, möchte er uns auch gerne mal bekochen.
Alles klar! Sehr gerne!
Bei uns gibt es als Vorspeise Baguette mit Tomate und Mozarella, als Hauptgang Putengeschnetzeltes mit Rosmarinofenkartoffeln von Marlene und das Dessert bildet eine Mousse au Chocolat. (In diesem Blogg geht es mehr und mehr ums Essen, hab ich das Gefühl...)
Julien hat irgendwann zu viel von uns und verabschiedet sich. Darüber sind wir ganz froh, denn immerhin wollen wir die kurze Zeit, die uns verbleibt, gerne zu dritt verbringen. Wir spazieren also los ans Flussufer, wo wir sitzen und bei Trauben, Keksen und Getränk auf das Festivalgelände des Pstereo blicken können. Dort spielen Calexico gerade eine wunderbare Show.



Danach schlendern wir ohne Ziel durch die Gegend. Dann tritt ein altes Problem auf. Ich muss auf´s Klo. Aber wo ist denn hier nur eins? Das im Burger King funktioniert nur mit Code. Das öffentliche leuchtet rot und wird von uns als besetzt eingestuft. Mist. Mit dem Drang steigt meine Aggression. Vielleicht ist ja beim Dom eins? Nein. Aber da drüben ist ein Kino! Da ein Kino aber in Trondheim am Samstag geschlossen hat, schleichen wir uns einfach in irgendeine Bar, gehen dort schnell und verschwinden, bevor uns irgendjemand sieht...
Marlene meint, dass ich bei all den Toiletten, die ich so sehe, doch immer ein Foto machen sollte und dann einen Führer über gute und schlechte Toiletten veröffentlichen könnte. Die Idee finde ich gar nicht schlecht! (Und erste Fotos sind auch schon gemacht.)
Wir gehen ins Blaest, wo wir uns mit ein paar Freunden von Zahl treffen. Wir sitzen draußen, weil oben ein Weltberühmter DJ spielt, von dem noch nie jemand gehört hat. Und 150 Kronen scheint uns das, was da von oben zu uns schallt auch nicht wert zu sein. Als es zu kalt wird, wollen wir ins Samfundet, doch auch da muss man bezahlen. Also gehen wir nach Hause. Dann kommen wir wenigstens früh ins Bett. Immerhin geht der Zug ja morgen um kurz nach acht.
Ständig kommen uns Menschen in Togas entgegen. Irgendwo muss eine komische Themenparty stattgefunden haben. Vor Zahls Tür sitzt Frederick mit einigen anderen Leuten und erzählt. Oben in der Wohnung angekommen, fällt uns auf, dass wir noch soviel zu essen haben, dass wir eigentlich Frederick fragen könnten, ob er nicht Lust hat, nach oben zu kommen. Er hat. Es ist sehr unterhaltsam und wir diskutieren über Kiwis und Stachelbeeren.
Irgendwann fragt er, ob zwei Freunde von ihm hochkommen könnten, weil ihnen so kalt ist. Klar können sie. Stian und Andreas kommen. Ersterer ist toll, zweiterer gruselig. Aber dann geht die Tür auf und es kommen auch noch jede Menge anderer Leute. So ist die Küche voll und wir sitzen diverse Stunden und unterhalten uns... Vor allem die Reise zum Prekestolen ist ein Hauptthema.
Irgendwann gegen halb fünf sind alle verschwunden. Und wir sehen keinen Sinn mehr darin zu schlafen, bis der Zug kommt. Also räumen wir auf und beschließen unser Wochenende in Trondheim mit einem Kartenspiel bevor wir uns auf den langen Weg zum Zug machen.
Der Abschied ist elendig. Wie jedes Mal. Vielleicht wird es auch jedes Mal ein bißchen schlimmer... Ich hasse es, mich zu verabschieden. Und dann auch noch ohne Schlaf. Da neige ich zur Rührseligkeit!
Im Zug finden Marlene und ich einen Platz, auf dem wir zusammen sitzen können. Aber zum Schlafen ist es zu kalt. Also bewundern wir die Landschaft. Norwegen ist ein Angeber.
Wieder zurück in Oslo sind wir zu recht wenig in der Lage. Wir machen uns zwar noch etwas zu essen, aber als Tom sich zu uns setzt und ein bißchen plaudern will, versagen alle unsere Sprachkenntnisse, er findet das lustig und wir verkriechen uns um halb acht in unser Bett.
Uns stehen etwa 14 Stunden heilsamen Schlafes bevor...

Vintersju.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen