Die Zeit zusammengezählt, in der Jule aufs Klo geht an einem Tag, kann man schon einen Film sehen, dreimal die Karl Johans Gate hoch und runterlaufen, einen Mittagsschlaf machen oder eine Straßenbahnfahrt mit allen Linien der Stadt unternehmen.
Wenn um dich herum das Leben einer Stadt tobt, die einerseits so klein scheint und andererseits vollgestopft ist mit Geheimnissen und Abenteuern, kann man leider nicht an gekachelten Wänden warten, sondern wird eingesogen und will am liebsten schon vorlaufen. Ich muss mich also in Geduld üben, da Jule meine Fährte unter Garantie nicht alleine aufnehmen kann.
Trotzdem haben wir wieder einige Entdeckungen gemacht. Rezensionen nach der beste Buchladen der Welt (und der einzige in Oslo) ist gar nicht so spektakulär, aber gemütlich und man kann viele Bücher über und von Tom Waits, Che Guevara, Marx und Warhol kaufen oder einfach nur den Regenguss überbrücken und sich schöne Bilder ansehen.
Anscheinend sind wir im Kunstviertel angekommen, denn es reiht sich eine Gallerie nach der anderen und das alternative Theater „Edderkoppen“ (benannt nach einem Kaizers Orchestra Lied? Oder andersherum?) lädt zu Improtheater und progressiven Stücken ein.
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