Freitag, 17. Juli 2009

Hu låg og døde i Markveien 5

„Ich hab das Internetz gefunden!“
Mit diesen Worten sprang ich heute Morgen Zahl ins Gesicht (sie muss nämlich zu meinen Füßen schlafen...). Tja, so kann das gehen. Ich wurde von Möwengeschrei aus dem Schlaf geweckt. Das finde ich gerade total romantisch und wunderbar, weil ich ja jetzt wieder am Meer wohne und so, allerdings weiß ich jetzt schon, dass mir die Viecher in spätestens zwei Wochen auf den Keks gehen werden. Mindestens genauso wie diese unglaublich lauten Vögel vor meinem Fenster in Leipzig. Überhaupt Vögel, die sind ja so ein Thema für sich, über das ich mich voller Zorn auslassen könnte. Aber das gehört hier nicht hin.
Zurück zum eigentlichen Thema: Ich war also wach und habe mich an diesen Ausblick erinnert, raffte mich auf und zog die Gardine beiseite... da fand ich: Eine weitere Buchse! Und diesmal auch die richtige! Somit haben wir endlich Internetz!
Aber kein Frühstück... Dem wurde mit dem ersten richtigen Einkauf in einem norwegischen Supermarkt Abhilfe geschafft. Der Preis für unsere zwei, drei Sachen... leider wie zu erwarten astronomisch hoch. Toilettenpapier scheint in Norwegen beispielsweise zu den Luxusgütern zu gehören...
Aber heute ist der Tag für das kaizershistorische Oslo. Menschen, die die Meinung vertreten, dass wir besessen sind, mögen den folgenden Teil ruhigen Gewissens überspringen...

Wir sind zunächst also in den Markveien gelaufen (was nicht extra betont werden muss, denn wir sind den ganzen Tag überallhin gelaufen... ich glaube auch, dass meine Füße riechen, aber Zahl hat sich noch nicht beschwert...). Dort musste die Nummer 5 gesucht werden, denn wie es in dem Text des Liedes so schön heisst: Sie lag und starb im Markveien 5. Hier unsere Interpretation dieses Moments.

Dann sind wir die Toftesgate heruntergeschlendert. Arne berichtete uns, dass hier nur die wirklich reichen jungen Norweger leben und so schön fanden wir es da eigentlich gar nicht, bis Zahl so ein grünes Haus entdeckte, direkt gegenüber vom Sofienpark, in das sie sich ein bißchen verliebte, möchte ich sagen, immerhin meinte sie: „Das ist das einzige Haus, in das ich in dieser Straße einziehen würde!“ Und ich finde, sie würde da sehr gut reinpassen...

Und immer zu Fuß und zu Fuß weiter, weiter durch die Stadt... Wir halten nicht nach Sehenswürdigkeiten Ausschau, sondern lassen uns richtig schön treiben. Mal wieder ans Wasser und zu der viel gelobten Oper, deren Reiz sich uns leider nicht offenbaren will. Das ist aber auch nur ein hässlich futuristisches weißes Monster, mit vorgebautem Bootsanlegeplatz, so als würde das ganze Ding irgendwie aus dem Wasser auftauchen.
Schnell wieder weg da. Ich habe ein Tief. Mir ist zu heiß, ich habe Durst, bin unterzuckert, kann kaum noch laufen. Es muss etwas getan werden. Zahl schafft Abhilfe durch Eis, Schokolade und was zu trinken. Das steigert Motivation und Laune ungemein. (Empfehlung für Eis in Oslo: Ein Milcheis aus Erdbeere und Birne, das aussieht wie ein Calippo! Göttlich...)
Danach geht es weiter auf den Spuren der Kaizer... In den Big Dipper, ein gut sortierter, wenn auch wenig Kaizers fuehrender Plattenladen und zum Rockefeller, das ziemlich einladend aussieht.



und ins Cafe Mono, welches besonders gut gefiel und morgen nochmal genauer unter die Lupe genommen wird, da spielt da nämlich umsonst ein netter junger Mann, der Norweger ist. Dies ist zu hundert Prozent gleichzusetzen mit Augenschmauss.Wir sind gespannt und hoffen auf Einlass!


Und dann mein Klofiasko... Obwohl... Das ist zu persönlich. Und vor allem blöd. Das verrate ich nur in richtigen Gesprächen, bei denen mir das Hintertürchen des späteren Verleugnens bleibt...
Nach vielen weiteren Schritten waren wir irgendwann wieder zu Hause und haben eine Pizza gegessen, die Zahl hervorragendst verfeinert hatte. Wie ich hier später meine Versorgung gestalten soll, ist mir noch unklar... Aber darüber mache ich mir ein andermal Gedanken.

Vintersju.

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