Oslo, Oslo, Oslo...
Gestern waren wir Döner essen.
Inzwischen haben wir nämlich die 5 Kilometer lange Empfehlungsliste von Arne abgearbeitet. Es fehlte nur noch ein letzter Punkt: Döner essen in seinem Lieblingsladen dafür.
Das sind ja auch immer eher so Grenzbegegnungen. Man steht da mit seinen überschaubaren Brocken Norwegisch vor Menschen, die das auch nicht gerade ihre Muttersprache nennen und will, MUSS kommunizieren, wenn man was zu essen haben will. Und wir wollten. Seit dem Frühstück hatten wir ja nichts mehr und es war gegen 22.30 Uhr.
Okay... Hat Norwegisch einen Sinn bei denen? Wir versuchen´s lieber mal mit Englisch.
"Hello, we would like to have two kebabs."
"Lite, middel eller stor?"
Okay. Die sprechen dann wohl doch Norwegisch. Ähm.
"Lite!"
"Where are you from? Are you from England?"
"Nei, fra Tyskland." Haha! Sie denken wir sind Engländer! Das muss wohl an unseren bemerkenswerten british accents liegen...
Allerdings muss noch angemerkt werden, dass das mit dem Döner hier etwas anders funktioniert als bei uns.
Als erstes sagt der gute Mann: "70 Krowns." HÄ? Wie bitte? Nachdem der Busfahrer neulich nämlich auch nur den Preis für ein Ticket genannt hatte, obwohl wir zwei haben wollten, dachte ich schon, dass das hier so üblich wäre. Dem Herren hinter der Theke fielen aber meine entgleisten Gesichtszüge relativ schnell auf und er ergänzte hurtig: "For both." Ah, okay. Teuer, aber vertretbar. Und wir haben HUNGER!
Das Brot ist hier frisch gebacken und schmeckt auch so. Das Fleisch, ich weiß nicht, was es war, Zahl meint Hammel, ist bedeutend geschmacksintensiver. Das kann man gut finden oder auch nicht - hängt wohl vom Hammel ab. Und es kommt nicht in diesen Minischeibchen, die von dem Spieß abrasiert werden, sondern in kleinen Bröckelchen. Bröckelchen ist schon ein eher merkwürdiges Wort, wenn man vom Essen spricht, aber vielleicht hab auch nur ich die merkwürdigen Assoziationen.
Auf die Soßen hat man auch keinen Einfluss. "Garlic!" "No! No Garlic! We want herbs!" -"No, Garlic. It is good." Ähm... Na gut. Schließlich stehen wir pseudoenglischen Sprachtalente mit einem köstlichen Döner auf den nächtlichen Grönlandstraßen.
Essen mach glücklich.
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