
Ich kehre dem Trondheimer Markt den Rücken zu und gehe Richtung Moholt. Ich bin müde, ich bin erkältet, ich will ein bisschen allein durch die Nacht laufen. Vor mir bäumt sich der monströse Dom auf.
Hinter mir liegt der leere Markt. Nur Max ist noch da, der in die andere Richtung läuft, Richtung Clubs und Parties.
Er ruft nach mir. Will wissen, ob ich mein Telefon dabei habe, weil er die anderen verloren hat.
Ich drehe mich um, gehe ein Stück zurück.
Und über mir
am Firmament
flimmert das Nordlicht.
Grün
Gleißend hell.
Vibrierend.
Zitternde neongrüne Strahlen.
Ich schreie Max an, dass er sich umdrehen soll.
Sieh es dir an, verdammt!
Nordlicht!
"Ja faen", antwortet er, "das sind ja voll die Sonnenwinde!"
Wir stehen noch ein Weilchen da.
Ich juchze, doch es ist mir egal. Wir sind, bis auf ein paar Passanten, alleine auf dem Markt.
In unserer Extase versunken stehen wir mitten in der Stadt und starren an den Himmel.
Gerade wollen wir uns verabschieden und jeder seiner Wege gehen, als ein riesiger Komet durch die grünen Flammen schießt und verglüht.
Gefolgt von einigen kleineren Schnüppchen.
Das lachen des Wahnsinns bricht über uns hinein.
Wir können es nicht fassen.
Ganz förmlich bedanken wir uns beieinander, dass der jeweils andere diesen Moment geteilt hat. Dann dreh ich mich wieder Richtung Süden und gehe fast wie in Trance nach Hause.
"Und immer mal wieder umsehen, Karoline," ruft Max mir hinterher.
In Moholt angekommen haben sich die Flammen in einen Ring verwandelt, der sich über das nördliche Firmament zieht. Wie eine grüne Milchstraße liegt er da ganz still und flimmert nicht mehr.
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