Bevor ich also gar nicht mehr dazu komme, darf man nun doch noch erfahren, was Marlene und ich an unserem zweiten Tag in Stavanger gemacht haben.
Als allererstes: Ausschlafen. Direkt danach sind wir dann vor die Tür gehuscht, um uns etwas zum Frühstücken zu besorgen. Letztlich gab es Smoovie und Bagels mit Avocadocreme. Ein wunderbares Frühstück, wenn ihr mich fragt.
Da wir allerdings wirklich lange geschlafen hatten, war der Tag zeitlich etwas aus den Angeln. Unsere einzige Planung bestand aber sowieso darin, uns mit Susi zu treffen, bevor diese zur nächsten Sonny-Vorstellung gehen wollte.
In Stavanger gibt es ja einige kuschelige Cafes, doch wir wollten von unserem bisherigen Liebling "Bøker Og Børst" auch einmal absehen und entschlossen uns dafür einmal das Cafe Sting zu besuchen, welches unterhalb der Behausung vom Friseur Tom in "Mannen som elsket Yngve" von Tore Renberg erwähnt wird.
Dort saßen wir dann auch eine ganze Weile und haben uns angehört, was es so mit sich bringt, eine Fan-Homepage zu leiten, wenn die Band immer will, aber nicht tut. Puh. Da muss man ganz schön hinterher sein. Und Anerkennung bleibt in den meisten Fällen auch aus... Ich bin ihr auf jeden Fall sehr dankbar, dass sie sich solche Mühe macht und werde ihr das von jetzt an jedes Mal sagen, wenn ich ihr begegne.
Danach waren wir nicht gerade strukturierter als vorher, deswegen begaben wir uns einfach auf einen mehrere Stunden währenden Spaziergang durch das dunkle Stavanger. Dabei begegneten wir unter anderem Jesus, der das Licht der Welt ist.
Wir haben außerdem eine ganze Weile die Aussicht von einem Wachturm (oder so, man weiß nicht wirklich, was das Ding ist...) auf die Stadt genossen.
Dann wollte mir Marlene noch zeigen, wo Skambankt damals das Fest zum Herauskommen ihres letzten Albums hatten, im Martinique. Da sind wir dann auch noch ein bißchen eingekehrt. Und es dauerte auch nicht lange, bis wir das erste Skambankt-Mitglied an der Bar ausmachten.
Wir haben uns dann allerdings doch lieber auf Stricken und Kritiken für den letzten Min Kamp Teil konzentriert. Die Musik in dem Laden war allerdings ziemlich angenehm.
Irgendwann gegen 23 Uhr haben wir dann beschlossen, dass wir vielleicht nach Hause sollten. Auf dem Weg zum Bus entdeckte ich noch dieses wunderbare Bild:
Es geht darum, ob man Angst hat auf die Toilette zu gehen. Wenn ich mich auch vor vielem fürchte, ist das dann doch endlich mal ein Problem, das ich nicht habe. Juhu.
Unsere Nacht zum Sonntag war sehr kurz, da es für uns beide wieder nach Hause ging. Marlenes Flug war relativ früh angesetzt und da am Sonntagmorgen keine Busse fahren, mussten wir zu Fuß in die Stadt. Das war trotz Rucksäcken eigentlich ein sehr schöner Spaziergang, denn um diese Zeit an einem Sonntag war natürlich kaum jemand unterwegs und die Temperaturen waren angenehm mild.
Wir waren sehr früh vor Ort und konnten noch ein bißchen rumsitzen und erzählen. Dann musste Marlene allerdings den Flybuss besteigen und nach Sola gebracht werden. Mein Zug kam leider erst vier Stunden später. Die erste von diesen habe ich mir mit einem kleinen Schläfchen in der Bahnhofshalle vertrieben. Dann habe ich mir noch Reiseproviant und Lektüre besorgt und nach einer Weile war es dann auch soweit.
Immerhin konnte ich langsam den Sonnenaufgang über der Stadt beobachten. Solange, bis die Sonne nur noch geblendet hat.
Naja. Es mag daran gelegen haben, dass ich schon vor der Abfahrt so lange warten musste, aber die acht Stunden Zugfahrt wollten und wollten einfach nicht vergehen... Und ständig saß jemand neben mir. Das war schon auch ein bißchen nervig. Aber letztendlich bin ich doch noch zu Hause angekommen und wärmstens von meinen Lieblingsmitbewohnern empfangen, die mir sogar Essen aufgehoben hatten. So lob ich mir das.


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