Vor ein paar Tagen schon bin ich wieder in Oslo gelandet. Mein Flug hatte zwar Verspätung, aber diesmal musste ich nicht mit meinem Gepäck laufen. Allerdings ist meine Reisetasche wohl einmal zu oft von den Gepäckleuten am Flughafen geschmissen worden, denn die Verankerung des rechten Rads hat sich leider gelöst und dadurch steht das Rad jetzt schief und der Plastikteil drum herum drückt ordentlich bremsend dagegen. Das Ding lässt sich dadurch deutlich schwerer bewegen. Eine zusätzliche Erschwernis bildete der Schnee - denn hier liegt welcher, oh ja.
Die Temperaturen schwanken zwar immer zwischen ein bis zwei Plusgraden und einem leichten Minusbereich hin und her, aber auch das reicht schon aus, um es hier deutlich winterlicher sein zu lassen, als im herbstlichen Deutschland.
So kann man sich das in etwa vorstellen:
Hübsch, oder?
Davon abgesehen ist es recht windig momentan. Eine Böe hat mich heute zur Seite geschubst und das lässt einiges an Windstärke vermuten...
Bei meiner Ankunft stellte ich umgehend fest, dass das Zimmer von Lucian (der vor Weihnachten ausgezogen ist) schon wieder neue Belegung gefunden hatte. Es tönte eine Männerstimme hinter der verschlossenen Tür hervor. Die Wohnung an sich befand sich in eher nicht so schönem Zustand. Das Klo war dreckig, die Küche auch, den Duschabfluss konnte man vor lauter Haaren nicht mehr sehen... Das hat natürlich einen nicht gerade positiven ersten Eindruck erweckt. Am nächsten Morgen dann, hab ich erstmal Irini begrüßt und dann auch Mario, den Neuen, kennengelernt. Er ist Peruaner und eigentlich kein Student mehr, sondern nur auf der Suche nach Arbeit. Das heisst, er wird nicht so lange hier bleiben. Einen Umstand, den ich sehr begrüße, besonders, nachdem Irini mir erzählt hat, dass sie vor ihrer Abfahrt die gesamte Wohnung durchgeputzt hat, weil sie wusste, dass sie als erste wiederkommt und es dann schön haben wollte. Aber Pustekuchen. Vor ihr war Mario da und der zerstörte alles.
Er ist ja so ganz nett, aber mit so Ferkelchen leben ist kein Vergnügen. Und ein weiterer großer Kritikpunkt ist, dass ständig seine Schwester hier rumhängt. Die wohnt auch irgendwo in Sogn. Und das Mädel hat eine sehr schrille Stimme (die Irini wunderbar nachmachen kann) und dann hört man die beiden halt andauernd auf Spanisch quasseln. Die reden echt wie zwei Wasserfälle. Besonders morgens, wenn man das lieber ruhig hat, ist das ein bißchen anstrengend.
Mal sehen wie das so läuft, wenn wir wieder zu fünft sind.
Ansonsten geht nächste Woche wieder die Uni los. Einer meiner Professoren hat sich auch direkt schon per Mail bei mir gemeldet und mich vorgewarnt, dass ich bisher die einzige Person bin, die sich in seine Lehrveranstaltung (oder dann wohl eher Leerveranstaltung, höhö)eingeschrieben hat und er überlegt, das Ganze deswegen in ein Lesemodul umzuwandeln. Ich fänd's doof. Dann hätte ich noch weniger Zeit in der Uni und müsste immer alleine arbeiten und mich alle paar Wochen mit ihm treffen, um so zu besprechen, was ich gelesen habe.
Aber mal schauen, vielleicht gibt es ja noch ein paar Erasmusstudenten, die bisher nur zu doof waren, sich vernünftig einzuschreiben.
Die kommenden Wochen stellen sich recht vielversprechend dar, denn neben Jobsuche und Unialltag stehen auch einige Besuche, Konzerte und Festivalitäten an. Das 2. Mastersemester kann also ruhig kommen!
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