Montag, 2. April 2012

Eins, zwei, drei - schon ist das by:larm wieder vorbei.

Ach ja. Der dritte Festivaltag gestaltete sich nicht ganz so wie erhofft.
Beginnen wollten wir alle gemeinsam im Folketheatret mit Ida Maria. Dort mussten wir allerdings feststellen, dass man nicht hinein darf, wenn man nicht seine Jacke abgibt. Das ist eben ein vernünftiges Theater. Allerdings wollten die einem dafür 25 Kronen abknöpfen. Darüber waren wir nicht begeistert und machten uns zu alternativen Landen auf.
Nach einiger Kriegsberatung, beschlossen Marlene und ich dann endlich mal ins Mono zu gehen, um uns I Got You On Tape aus Dänemark anzuschauen. Wir mussten zwar ein bißchen warten bis das mit denen los ging, aber das war ganz gut, denn so konnten wir immerhin tatsächlich noch rein. Das kleine Etablissement füllte sich nämlich sehr schnell.
Die Band war auch ganz gut. Ich war vor allem von der vollen und beeindruckenden Stimme des dicklichen Sängers begeistert. Man hätte so eine Kraft von dem nicht erwartet. Auch der Rest der Band produzierte Sound mit ordentlichem Wums. Am Anfang war ich ziemlich begeistert. Das ebbte allerdings ein bißchen ab, als man merkte, dass hier dann doch alle Lieder recht ähnlich klingen... Nicht schlecht, aber auch nicht gerade abwechslungsreich.
Der Abend sagte ein Pendeln zwischen Mono und Rockefeller voraus und so machten wir uns hurtig an einen Ortswechsel, um Zeuge von Rubik, ein paar Finnen, zu werden. Die waren tatsächlich ziemlich cool. Es fällt mir schwer sie im Nachhinein zu beschreiben, aber ich hatte großen Spaß und die haben mit verschiedenen Instrumenten nur so um sich geschmissen und dadurch die ersehnte Abwechslung spielend leicht erreicht.
Nach ihnen ging es zurück zum Mono, um die allererste Band, die wir auf dem Festival gesehen hatten (I Am Sound), noch einmal genießen zu können.
Da ereilte uns dann aber der Fluch des Mono. Es ist zu klein. Beziehungsweise zu beliebt. Eine Schlange stand bis draußen. Keine Chance auf Eintritt für uns, also blieb uns nichts anderes übrig, als wehmütig die Ohren an die Scheiben zu quetschen und so ein bißchen Musik mitzunehmen.
Ein kleiner Trost war dabei immerhin, dass der bemützte Fotograf, den wir auf fast allen unserer Konzerte auch immer irgendwo erspäht hatten, auch aufgeben und weiterziehen musste.
Zurück im Rockefeller erklommen wir die Galerie und suchten uns ein gemütliches Plätzchen für Eye Emma Jedi. Beim Vorabhören wurden sie für ganz gut befunden und dann hat man natürlich gute Hoffnungen, dass sich das live nur noch steigert. Aber Pustekuchen. Die waren scheisse. Langweilige Hipsterjungens, die einen auf supercool machten. Das beste an denen war, dass wir auf der Galerie dicht bei ihren Familien standen und deren Mütter sehr eifrig mitgefiebert haben. Ein wahrlich amüsanter Anblick.
Eigentlich wollte ich mir dann das Trommelfell bei Kvelertak zerblasen lassen, aber da die im gleichen Theater wie Ida Maria spielen sollten und ich nach wie vor keine Lust auf Garderobengebühren hatte, blieb ich bei Marlene im Rockefeller. Auf der kleinen Bühne dort spielten irgendwelche Schweden, die ganz grauenhaft waren.
Wir hielten uns in einer Ecke auf (da wir mit Palme verabredet waren) und lasen Zeitung. Außerdem fanden wir dabei CDs rumliegen, die wir sicherheitshalber mal einsteckten. Palme sagte uns ab. In einem anderen Teil der Stadt war die Musik eindeutig besser.
Wir hingegen gaben Sondre Lerche die Chance uns von sich zu überzeugen und er scheiterte.
Frustriert marschierten wir in Richtung Sentrum Scene um beim Soundcheck einer Metall Band zuzusehen und dann ins Festivalzelt auf dem Youngstorget. Da konnte man immerhin ein bißchen sitzen. Allerdings fing dann ein kleiner Rapper mit seinem Konzert an und verjagte uns erfolgreich. Wir standen also lieber Lollis lutschend im Sägespänematsch vor dem Zelt.
Nach einiger Zeit trafen wir uns dann doch noch mit Palme für Mikhael Paskalev. Auf den hatte ich große Hoffnungen gesetzt, aber wir hatten doofe Plätze und Mikhael kam nur ganz dünn zu uns durch. Das war nicht gerade hilfreich für unsere Stimmung.
Finster beschlossen wir uns lieber gleich zurück ins Rockefeller zu begeben, um bei Kitchie Kitchie Ki Me O, unserer letzten Band des Festivals, gute Plätze zu haben.
Dementsprechend fanden wir uns bald direkt vor der Soundinsel wieder und warteten ungeduldig.
Doch Gott sei Dank machten die Kitchies das hadern der vorangegangenen Stunden wett indem sie einfach nur großartig waren. Unsympathisch, aber dafür musikalisch einwandfrei.
Und am Ende des Abends stellte sich heraus, dass die CDs, die ich eingesteckt hatte, deren Album enthielten. Welch Glück.
So wurde ein Abend auf der Kippe dann doch noch zu einem hervorragenden Festivalabschluss. Und das by:larm 2013 ist ja auch nicht mehr weit weg...

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