Sonntag, 7. Februar 2010

Åh, nå går me snart inn i vintertid, som er like vakker som sommertid...

Die finalen Tage sind angebrochen...

Es ist Dienstagmorgen. Der Wecker klingelt und es ist noch nicht mal 6 Uhr. Uni ist nicht mehr.
Was ist hier kaputt? Ganz offensichtlich die Fahrplanideen der Norwegischen Staatsbahn. Denn Zahl kommt heute morgen mit ihrem Halbjahresgepäck aus Bergen angerollt. Nachtzug. Interessante Erfindung… Aber ich bin da ja einfach mal auch nicht so und mache mich auf den Weg zum Bahnhof, wie sich herausstellt mit unerwartet perfektem Timing. In der Sekunde, in der ich den Bahnsteig betrete, fährt nämlich der Zug aus Bergen ein. Zahl sehe ich zunächst nicht, dafür aber ihren überlebensgroßen Rucksack. Der ragt um einige Zentimeter selbst über die größten Norweger hinaus. Schnell schaffen wir das Zeug nach Bjerke, wo dann irgendwie die Müdigkeit verfliegt. Vielleicht hätten wir uns aber doch noch mal überlegen sollen ein bißchen zu schlafen, denn der Tag wird länger, als man das vielleicht erwartet hätte…
Zunächst einmal wollen wir den Winter genießen. Meine Lieblingsjahreszeit zeichnet sich in dieser Stadt durch besondere Schönheit aus. Denn obwohl der Schnee hier mitten in der Stadt liegt, ist es für ihn zu kalt um schnell zu Matsch zu werden, er vereist eher. Hierbei ist es erstaunlich, dass es dem Norweger an sich anscheinend angeboren ist, auf einer egal wie glatt polierten Eisfläche einfach nicht auszurutschen. Ein beneidenswertes Talent. Vielleicht färbt es ja auch ein bißchen ab, denn tatsächlich hat es mich in diesen eisigen letzten Osloer Tagen nicht ein einziges Mal vollends entschärft. Hoffentlich bleibt das so.
Nach einer kurzen Wanderung durch den Sofienbergpark, in dem Zahl versucht effektvoll Tauben aufzuscheuchen und wir einige sehr stimmungsvolle Fotos zaubern können, fahren wir in den Vigelandparken, den ich nun wirklich ganz offiziell bei jeder Jahres- (jaja… im übertragenen Sinne, Frühling fehlt noch), sowie Tages- und Nachtzeit gesehen habe.



Es ist wirklich alles weiß, wie die Bilder hoffentlich eindrucksvoll untermauern.



Zahl versucht sich erst als Eiskunstläuferin und will dann eine der Figuren erklimmen. Durch die sehr runden Formen ist es eher schwierig einen vernünftigen Halt zu finden, also zieht sie um zumindest eine kleine Chance zu haben ihre Handschuhe aus. Keine gute Idee, wenn die Temperaturen irgendwo zwischen -10 und -20 Grad rumkrepeln. Das merkt auch Zahl schnell. Mir ist es gelungen die Emotionen festzuhalten.

Sehr aussagekräftig, wie ich finde.

Als ich dann eine riesige unbetretene Schneefläche sehe, kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Hier muss etwas reingeschrieben werden. Eine große Botschaft. Etwas, wofür wir in Erinnerung bleiben… Schnell kommt uns das Wort “Selbstfölgelich” in den Sinn. Eine perfekte Verbrüderung aus Norwegisch und Deutsch. Pinguinartig stampfe ich also das “S” in den Schnee und stehe plötzlich einem Problem gegenüber: Wie zur Hölle denn jetzt einen fehlerfreien Übergang zum zweiten Buchstaben hinkriegen? Kurz nachgedacht. Auf Idee zu springen muss man auch erst mal kommen. Kurz ein bißchen Brett-vor´m-Kopf-ig gefühlt und dann aber weitergestampft. Zahl übernimmt, als die Leute zu merkwürdig zu gucken beginnen und nach nur wenigen Minuten können wir mit ziemlich erfrorenen Füßen aber voller Stolz auf unser Machwerk hinabblicken.



Es geht zurück nach Aker Brygge. Wir brauchen eine Kleinigkeit aus dem McDonalds. Allerdings wollen wir wirklich nur eine Kleinigkeit, da wir nachher immerhin noch dazu eingeladen sind, bei Esther Waffeln zu essen. In einem Spielzeugladen erstehe ich einen kleinen Playmobil-Polizisten, den ich ihr gerne zum Abschied schenken möchte. In Anlehnung an unser erstes Treffen bei der Polizei im Sommer. Doch noch ist ein bißchen Zeit und wir können ganz in Ruhe einen Buchladen nach dem anderen abgrasen, weil Zahl für ihre Mutti auf der Suche nach einem Petterson & Fundus (oder hier Gubben Og Katten) Weihnachtsbuch ist. Plötzlich klingelt mein Telefon. Andi ist auch gerade in der Stadt und wir verabreden uns kurzfristig auf eine Kaffee-Pause im Mono, wo auch sonst… So hab ich mir das immer vorgestellt: Einfach spontan mit Freunden auf einen Tee im Mono treffen… Andi hat ein bißchen geshoppt und wartet nun auf die Ankunft seines Kumpels Flo. Ja, tatsächlich hat es dann doch noch jemand aus seiner WG mal hergeschafft. Dran geglaubt hat niemand mehr, aber jetzt bin ich umso mehr gespannt den kennen zu lernen. Nach diesem kleinen Zwischenstopp müssen wir aber inzwischen wirklich sehen, dass wir zu Esther kommen. Die hat schon Besucher da. Daniel und Mirko nämlich und ein Mädchen, dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Esthers Waffeln sind immer wieder großartig und absolut lohnenswert. Wir tauschen unsere kleinen Geschenke aus, denn auch ich bekomme überraschenderweise etwas! Einen Friedens-Abwaschlappen aus dem Nobel Freds Senter. Zahl ist verständlicherweise ziemlich müde und so machen wir uns nach ein paar gemütlichen Stunden auf den Heimweg. Ich muss mich nach Martin neulich zum zweiten Mal von jemandem verabschieden, der mir im Laufe der Zeit ziemlich ans Herz gewachsen ist. Das ist nicht leicht, aber noch denke ich nicht an den Rückflug… die letzten Tage sind noch einmal voll gepackt mit Dingen, die ich noch gerne machen würde, so lange wir hier sind…

Vintersju.

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